03.02.2010: Ich schäme mich...
...weil ich ein Coach bin.
Natürlich nicht. Es ist eine wunderbare Art, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Nur manchmal merke ich, dass ich mein Geld damit verdiene, Menschen zuzuhören, wie sie mir Dinge erzählen, die sie eigentlich ganz dringend einem anderen Menschen in ihrem Leben sagen sollten:
Der Frau oder Freudin, dem Chef, Vater und Mutter...
Wenn Menschen zur ersten Sitzung kommen, erzählen sie i.d.R. sehr viel von anderen Menschen in ihrem Leben - und welche Probleme sie mit diesen haben. Und ich höre mir das in Ruhe an.
Und wenn der Redefluss versiegt ist, schaue ich sie an und frage:
Haben sie das, was sie mir gerade gesagt haben, so in der Form auch schon zu ... gesagt?
Meist schauen mich die Menschen verdutzt bis betreten an und sagen:
Nein, bisher noch nicht...
Und dann sage ich:
Dann sollten sie jetzt schleunigst von dieser Couch aufstehen und genau das tun. Auf Wiedersehen. Ach ja, das macht 149 Euro...
Natürlich tue ich das nicht - so. Meistens arbeite ich mit den Menschen noch eine Weile daran, wie sie das, was sie mitteilen möchten auch so formulieren können, dass es ankommt. Mit den richtigen Worten, der richtigen Stimme, der richtigen Körpersprache - und der richtigen inneren Haltung.
Und ich freue mich, wenn die Klienten sich nach einiger Zeit melden und mir mitteilen, dass "es" raus ist - mit allen Konsequenzen...
01.02.2010: Der Stand der Dinge...
Ich habe gestern ein neues Coaching-Tool online gestellt, dass Ihnen helfen kann, einmal etwas eingehender über Ihre derzeitige Lebenssituation nachzudenken.
Mit einem Klick auf das Bild können Sie sich die Datei in einer größeren Version herunterladen. Bitte machen Sie für jeden der 8 Lebensbereiche 2 Kreuze anhand der vorgegebenen Skala.
- Die jeweils linke (helle) Linie steht für die Frage: Wie wichtig ist mir dieser Lebensbereich?
- Die jeweils rechte (dunkle) Linie steht für die Frage: Wie zufrieden bin ich aktuell mit diesem Lebensbereich?
- 1 ist der niedrigste Wert (sehr unwichtig bzw. unzufrieden); 7 ist der höchste Wert (sehr wichtig bzw. zufrieden).
Wie können Sie dieses Coaching-Tool nutzen?
Anbieten würde sich z.B. ein regelmäßiger Check, etwa alle 3-4 Monate. Die Lebensbereiche, die Ihnen wichtig sind (>4), sollten einen Zufriedenheitswert von >5 aufweisen. Ist das nicht der Fall, so ist hier mit großer Wahrscheinlichkeit Handlungsbedarf gegeben.
Nicht nur in der langfristigen Betrachtung können auch die folgenden Fragen sein:
Warum ist mir ein Lebensbereich so wichtig - oder auch gerade nicht? Und wer wäre ich, wenn das Verhältnis ganz anders aussehen würde?
Ich wünsche Ihnen viele spannende Erkenntnisse damit. Bei Fragen kommen Sie gerne auf mich zu.
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27.01.2010: Du hast doch ´nen Schatten...
Gestern habe ich das Buch Der Schatten in uns von Verena Kast begonnen – und bin damit (mal wieder) bei einem Thema angelangt, was nach meiner Erfahrung essentiell für die kontinuierliche Persönlichkeitsentwicklung ist. Viele Menschen machen sich auf den Weg zu – mehr oder weniger – Erleuchtung und vergessen darüber, dass notwendiger immer auch ein Schatten geworfen wird, wo neues Licht entsteht...
Der Begriff des psychologischen Schattens geht auf den Begründer der analytischen Psychologie, Carl Gustav Jung, zurück. Er bezeichnet den Teil unserer Persönlichkeit, den wir ans uns selbst nicht mögen und daher auch nicht wahrhaben wollen; also z.B. negativ belegte Eigenschaften wie Missgunst, Geiz oder Unehrlichkeit. Diese Eigenschaften (und entsprechendes Verhalten) werden i.d.R. so gut wie möglich verdrängt – so dass wir im Extremfall glauben, vollkommen frei von entsprechenden Neigungen zu sein.
Im Gegensatz dazu steht die sogenannte Persona, die Maske aus Eigenschaften, die wir ans uns selbst mögen und folgerichtig nach außen tragen – auch, weil wir gerne so von anderen gesehen werden möchten. Die Persona beinhaltet auch die Elemente unserer Sozialisation. Anstand, Freundlichkeit, gutes Benehmen – all die Dinge, die „man“ eben so macht, weil sie zum guten Ton gehören.
Jeder Mensch hat also seine individuelle Persona und einen Schatten. Während die Persona in der Regel den eher unproblematisch Teil der Persönlichkeit darstellt (Ausnahme: Der Mensch ist so sehr auf die Außenwahrnehmung fixiert, dass er in seiner Persona erstarrt – was zur Folge hat, dass der echte Menschen kaum noch durchscheint...), birgt der persönliche Schatten einige Gefahren. Dort wartet jedoch auch das Potenzial für echte, tiefgreifende Persönlichkeitsentwicklung.
Was sind die Chancen und Risiken des Schattens – und wie kommt man ihm auf die Spur, wenn seine Inhalte doch weitgehend verdrängt und somit unbewusst (oder mindestens vorbewusst) sind?
Das Risiko des Schattens
Die größte Gefahr des Schattens besteht darin, dass wir anderen Menschen wegen unserer eigenen "verschatteten" Eigenschaften die Hölle heiß machen. Denn das, was wir an uns selbst nicht wahrhaben wollen, projizieren wir mit Vorliebe in übersteigertem Maße auf unser Gegenüber.
In Konsequenz bedeutet das: Immer dann, wenn uns eine andere Person so richtig zum Austicken bringt, wenn wir jemandem an die Gurgel springen könnten, wenn wir jemanden so riiichtig unmöglich finden – dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass dieser Mensch gerade ein Verhalten an den Tag legt, was wir an uns selbst nicht mögen und daher in den Schatten verbannt haben.
Weil wir das Verhalten bei uns selbst verurteilen und somit unterdrücken, müssen wir mit umso mehr Nachdruck darauf bestehen, dass das Gegenüber sich völlig unmöglich verhält, gegen den guten Geschmack, die Sitte usw. verstößt.
Der Schatten ist somit eine der treibenden Kräfte für Intoleranz, im persönlichen wie im kollektiven Sinne. Denn auch Gruppen und ganze Völker haben einen kollektiven Schatten. Letzterer ist eine der Wurzeln für lange schwelende Konflikte, früher z.B. zwischen der sogenannten „freien Welt“ und dem „Ostblock“.
Die Chance im Schatten
Gleichzeitig ist im Schatten eine Menge an Energie und Potenzial gebunden, einerseits durch bisher nicht ausgelebte Handlungsoptionen, und andererseits, weil der Prozess des Verdrängens selbst Energie benötigt. Wie kann das alles nutzbar gemacht werden?
Zunächst einmal gilt es, seinem eigenen Schatten auf die Spur zu kommen. Und da helfen uns genau jene o.g. Personen, die wir eigentlich nicht ausstehen können. Es gilt hier, genau hinzuschauen mit der Frage:
- Was genau an diesem Menschen bringt mich so zum Austicken?
- Was genau ist es, dass ich so unmöglich finde?
- Wofür genau müsste ich schämen, würde ich genauso handeln?
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird es etwas sein, das Sie in Ihren eigenen Schatten verbannt haben, etwas, was Sie an sich selbst nicht tolerieren. Und bevor Sie dann sagen „Ja, aber zu Recht!“ könnte die nächste Frage lauten:
Mal angenommen, ich würde mir nur 10 oder 20% von dem Abschneiden, was der andere gerade an den Tag legt:
- In welcher Weise – und in welchen Situationen könnte mir das gut tun?
- Wo wäre ein solches Verhalten eine sinnvolle Ergänzung in meinem Verhaltensrepertoire?
- Wo war ich bisher zu gehemmt und eingeschränkt – und habe so nicht alle meine Möglichkeiten genutzt?
Ein Beispiel
Angenommen, Sie selbst sehen sich als höflichen und zuvorkommenden Menschen – und Sie haben sich gerade fürchterlich über einen sehr aufdringlichen Verkäufer geärgert: Wann es wäre sinnvoll, sich genau von dieser Art Hartnäckigkeit eine Scheibe abzuschneiden? Vielleicht bei der nächsten Gehaltsverhandlung?
Wo Schatten ist, werde Licht
Auf die oben beschriebene Weise – Integration durch Assimilation – fördern wir einen Prozess, den C.G. Jung Individuation genannt hat. Wir beschreiten damit immer weitere Teilstücke auf dem Weg, ein ganzheitlicheres und eigenständigeres Individuum zu werden.
Dabei ist es nicht das Ziel, den eigenen Schatten vollkommen auszumerzen. Dies ist technisch gesehen auch gar nicht möglich, denn überall dort, wo neues Licht hinfällt, muss notwendigerweise auch neuer Schatten entstehen.
Und somit gehört zur Individuation auch ein gutes Stück Schattenakzeptanz, also das Gutheißen der eigenen Schwächen und Macken. Wohlgemerkt: Nicht als Ausrede für schlechtes Verhalten. Doch am Ende des Tages sind wir alle kleine Sünderlein – und das ist auch gut so. Solange wir nicht vergessen, dass dieses „alle“ uns selbst mit einschließt…
24.01.2010: Lösungen zum Leben online
Nachdem das Logo fertig ist, zieht meine Homepage nun auch auf die neue URL um: www.loesungen-zum-leben.de
Die alte URL bleibt noch einige Wochen aktiv, dann wird eine Umleitung eingerichtet. Auch der RSS Feed wird dann ein anderer sein. Falls Sie also meinen Blog abboniert haben, sollten Sie beizeiten auf den neuen RSS Feed umstellen:
http://loesungen-zum-leben.de/rss.php
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Coaching in Wiesbaden, Frankfurt, Mainz und Rhein-Main.
20.01.2010: Wann sind Sie denn mal in...
Heute ein Hinweis für Menschen, die nicht in der Rhein-Main-Region leben, jedoch trotzdem an einem Coaching bei mir interessiert sind (ich erhalte häufiger Anfragen in dieser Richtung):
Ich verbringe regelmäßig (ca. alle 4 Wochen) das Wochenende in meiner Heimatstadt Hamm/Westf. Falls Sie sich gerne von mir coachen lassen möchten und irgendwo auf der Achse „Wiesbaden – Hamm“ wohnen (Koblenz, Köln, Düsseldorf, Ruhrgebiet), kann ich dort gerne einen Zwischenstopp einlegen und Sie besuchen.
Wenn Sie dabei eine Doppelsitzung buchen, trage ich auch gerne für Sie alle zusätzlichen Anfahrtskosten.
18.01.2010: Soul Music
Ich habe ja im letzten Jahr schon zweimal etwas zur iPod-Shuffle-Therapie geschrieben.
An dieser Stelle sehe ich mich zunächst gezwungen, ein wenig Werbung zu machen. Meine Freundin hat mir zu Weihnachten ein Paar sündhaft teure In-Ear-Kopfhörer von Bose geschenkt. Seitdem habe ich meinen iPod nochmal mindestens doppelt so lieb. Ich habe meine Musik für unterwegs bisher nur über die mitgelieferten Kopfhörer gehört – der Unterschied haut mich wirklich aus den Schuhen. Endlich hat die von mir so heißgeliebte Metal-Musik auch über Kopfhörer richtig Wumms. Aber das nur nebenbei…
Dass Musik wie wahrscheinlich kein anderes Medium direkt und ohne Umwege unsere Seele berühren kann, habe ich neulich wieder einmal auf eine sehr skurrile Art und Weise kennenlernen dürfen: Haben Sie schon mal alleine bei Starbucks gesessen, vielleicht mit einer Grande Vanilla Latte und einem Espresso Brownie, und mussten auf einmal aus heiterem Himmel heulen wie ein Schlosshund? Genau das ist mir vor einigen Tagen passiert.
In Starbucks-Filialen laufen ja immer diese Mixtapes aus Bar Jazz, Oldies und World Music. Und da erwischte es mich auf einmal: Weiche, gezupfte Gitarren, im Hintergrund der Klang einer Geige – und dann ein sanft-melancholischer, zweistimmiger Gesang. Auf Hawaiianisch!! Ich habe naturgemäß kein Wort verstanden. Ganz entfernt hat es mich an Weihnachtsmusik erinnert. Und ich musste heulen, heulen, heulen. Ich habe mich gar nicht wieder eingekriegt.
Im ersten Moment habe ich mich ein wenig geschämt und wollte das Ganze herunterschlucken – aber ohne genau zu verstehen warum, hatte ich irgendwie auch das Gefühl, dass das heilende Tränen waren - was auch immer da gerade geheilt wurde. Und so habe ich einfach da gesessen. Und geheult. Und meine Vanilla Latte getrunken.
Vor dem Verlassen des Cafés habe ich dann eine Barista gebeten, mit den Titel und Interpreten des Liedes zu nennen. Es handelte sich um das Lied Kawaipunahele des Hawaiianers Keali´i Reichel. Ich habe mir seine CD mit dem zughörigen Lied bestellt. Im Booklet sind englische Übersetzungen der hawaiianischen Texte angegeben. In „Kawaipunahele“ geht es darum, dass der Sänger sich danach sehnt, an einen vertrauten Platz zurückzukehren, einen Platz, den er nur mit seiner Geliebten und seinen besten Freunden teilt. Was auch immer das für mich nun bedeutet mag…
Habe das Lied sogar auf Youtube gefunden:
Es ist jetzt 22:45. Ich sitze im ICE von München nach Frankfurt. Ich habe heute einen Workshop am Tegernsee für ein BMW Autohaus gehalten. Mein iPod beschert mir aktuell den Choral Jesu, Joy of Man´s Desiring – unvergleichlich gesungen von Josh Groban, einigen vielleicht bekannt aus seinen Gastauftritten bei Ally McBeal. Ich glaube, meine Augen sind ein wenig rot. Sicher ist das nur die Müdigkeit…
14.01.2010: Budhha, Baseballer, Blödmann?
Ich habe mein 11. Schuljahr komplett in Amerika verbracht. Dort hatte ich die große Freude, in die unnachahmlichen Weisheiten von Yogi Berra eingeweiht zu werden. Die Komikfigur Yogi Bear ist nach ihm benannt worden.
Er war einer der besten Baseball-Spieler in den 1940ern und ist - abseits seiner sportlichen Leistungen - vor allem durch seine kultigen Kommentare bei Pressekonferenzen etc. aufgefallen.
Bis heute weiß man nicht so genau, ob er einen Sprung in der Kanzel hatte - oder ob er doch eher auf dem besten Weg zur Erleuchtung war. Viele seiner Aussagen haben auf jeden Fall Einzug in den amerikanischen Sprachgebrauch gehalten. Einige davon stehen einem Zen-Koan in nichts nach. Hier meine Top 7:
- "If you come to a fork in the road, take it."
- "You can observe a lot just by watching."
- "You've got to be very careful if you don't know where you're going, because you might not get there."
- "Baseball is 90% mental -- the other half is physical."
- "It was impossible to get a conversation going; everybody was talking too much."
- "I made a wrong mistake."
- "You should always go to other people's funerals; otherwise, they won't come to yours."
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11.01.2010: Das Bild, das Wort, die Lösung
Ich freue mich, dass meine zukünftige Wort- und Bildmarke nun fertiggestellt ist:
09.01.2010: Karriere, Coming Out und Berufung...
Kurzer Zwischenruf: Heute habe ich zugesagt, auf der MILK 2010, Europas erstem Karrieretag für Schwule, Lesben & Freunde von Diversity, einen Vortrag zum Thema Beruf kommt von Berufung zu halten (6. März 2010 an der TU München)...
07.01.2010: Im Dreieck springen...
Zurück in Wiesbaden aus dem Winterurlaub auf der verträumten ostfriesischen Insel Wangerooge (wo ich mir ordentlich den Kopf habe durchpusten lassen) wünsche ich Ihnen als allererstes nochmals ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2010 - oder besser gleich ein ebensolches Jahrzehnt!
Für mich selbst steht eine arbeitsreiche Zeit an. Ich habe zum Jahreswechsel meine Teilzeitstelle bei einer Unternehmensberatung gekündigt, um mich in den nächsten Wochen und Monaten auf die Beendigung meiner Doktorarbeit konzentrieren zu können. Am 09. Juli, dem Tag der sog. Disputation, wird es dann endlich soweit sein.
Meine Tätigkeit als Coach und Trainer wird während dieser Phase natürlich in vollem Umfang weiterlaufen. So viel Freude muss sein zwischen der ganzen Schreibarbeit. :-) Insofern würde ich mich freuen, auch im neuen Jahr den einen oder die andere unter Ihnen bei mir begrüßen zu können.
And now for something completely different...
Da ich nach meinem Beitrag über die Rabattmarkentheorie aus der Transaktionsanalyse (TA) viele positive Rückmeldungen erhalten habe, habe ich mich entschlossen, heute über eine weiteres interessantes Modell aus der TA zu schreiben (klassischer Fall von operanter Konditionierung...):
Das Drama-Dreieck
Das von Stephen Karpman beschriebene Drama-Dreieck ist eine besondere Form eines psychologischen Spiels, wie sie Berne in dem Buch "Spiele der Erwachsenen" zusammengetragen hat. Es beschreibt ein stereotypes Beziehungsmuster zwischen drei Personen, die darin die drei Rollen des Opfers, Täters (oder auch Verfolgers) und des Retters einnehmen. Im Modell wird die Interaktion dieser Rollen beschrieben, und wie Menschen typischerweise zwischen den verschiedenen Rollen hin- und herwechseln.
Unter den Spielern gibt es fixierte Rollenerwartungen, die durch die Wahl einer Rolle vom Rollenträger unwillkürlich befolgt werden. Dabei übernehmen die Teilnehmer diese Rollen aus der inneren Notwendigkeit des Musters heraus. Sie spielen, sind aber nicht diese Rollen. Häufig vermischen sie die Muster des Dramadreieckes mit ihren ganz persönlichen Mustern. Ebenso können die Muster auch gezielt manipulativ eingesetzt werden.
Rollentausch oder: Im Dreieck springen
Wie sieht das Ganze nun in der Praxis aus? Stellen wir uns also einmal den typisch-deutschen Büroalltag vor: Es ist 15 Uhr. Chef Meier kommt wutschnaubend ins Büro (Verfolger) und schnauzt seinen Mitarbeiter Müller an, weil der absolut wichtige Bericht noch nicht fertig sei. Dieser geht daraufhin in die Verteidigungsposition (Opfer) und sagt - mit leiser Stimme und gesenktem Haupt - dass der Report doch erst um 17 Uhr fertig sein sollte. Als Chef Meier zu einer weiteren Tirade ansetzt, springt der Kollege Schmidt Herrn Müller zur Seite (Retter) und bestätigt, dass der Report wirklich erst um 17 Uhr fertig sein sollte.
Ende? Natürlich nicht! Jetzt passiert (je nach psychischer Konstitution von Müller) etwas Spannendes: Er könnte z.B. Kollege Schmidt anherrschen, dass er das mit dem Chef auch gut alleine regeln könne (und wird dadurch vom Opfer zum Verfolger, während Schmidt vom Retter zum Opfer wird). Chef Müller könnte dann entgegnen, dass Müller doch bitte den Schmidt da raushalten solle (und wird somit vom Verfolger zum Retter)...Usw...Usw... worauf Müller schließlich austickt, wutentbrannt den Raum verlässt und über den Gang schreit, dass die Affen da oben ihren Scheiß doch alleine machen sollen (und somit zum Verfolger für die halbe Welt wird)...
Klingt komisch - ist aber (häufig) so. Schwirrt Ihnen der Kopf? Das ist ganz alltägliche Kommunikation. Wenn Sie das einmal gezielt beobachten möchten, dann schauen Sie in einschlägige Diskussionforen, z.B. auf XING. Dort lässt sich dieses Spiel häufig ganz in Ruhe (durch die Verschriftlichung der Kommunikation) studieren.
Das Dramadreieck beschreibt einige Grundmuster menschlicher Aktion/Reaktion. Es dient letztlich der Regulation von Nähe und Distanz. Das gilt im Großen (Krieg zwischen Nationen) wie im Kleinen (Krieg im Büro). Als Retter und Opfer ist man sich nah, vom Täter hält man sich fern, und ist ihm doch in anderer Weise wieder sehr nah.
Letztlich "rutscht" ein jeder nur aus einem (in bestimmten Bereichen) angeknacksten Selbstwertgefühl in diese Rollen hinein. Ohne diese Grundlage würde man gar nicht erst an dem Haken anbeißen, den derjenige anbietet, der das Dreieck eröffnet.
In diesem Sinne eignet sich auch das Drama-Dreieck hervorragend zur Selbstbeobachtung. Zum Beispiel: Welche der drei Rollen nehme ich (häufig) automatisch in Streitgesprächen zum Einstieg(!) ein? Im Privatleben? Im Beruf? Und welche dieser Rollen fülle ich übergreifend - im Leben - am häufigsten aus? Zu welchem Zweck? Und:
Was wäre ein angemessenerer Weg?
02.01.2010: Diese verdammten guten Vorsätze*
Hand aufs Herz: Ist es nicht jedes Jahr das Gleiche zu Silvester?
- "Ich will endlich abnehmen..."
- "Ich will endlich mit dem Rauchen aufhören..."
- "Ich will endlich Sport treiben..."
- "ich will endlich meinen Traumpartner kennenlernen..."
- "Ich will endlich mehr Kunden akquirieren..."
- "..."
Meistens sieht es doch eher so aus:
Man geht mit zwei bis sechsunddreißig von den berühmt-berüchtigten guten Vorsätzen ins neue Jahr - und spätestens bis zum März sind die meisten davon vergessen - oder so zäh und ausgelutscht wie der Kaugummi von vorgestern. Das liegt daran, dass die meisten Ziele nicht gehirngerecht formuliert werden.
Die gute Nachricht ist: Das geht auch anders!
Mein Vorschlag: S.P.E.Z.I.fizieren Sie Ihre Ziele für 2010! Schreiben Sie Ihre Ziele auf, und zwar nach folgendem System:
- Sinnlich konkret - Was genau? Bis wann?
- Positiv formuliert - Was soll sein? Nicht: Was soll nicht mehr sein?
- Eigenständig erreichbar - Was kann ich wirklich selbst beeinflussen? Und was sind nur Folgen davon?
- Zusammenhang geklärt - Wie wirkt sich das Erreichen des Ziels auf meine anderen Lebensbereiche und betroffene Personen aus?
- Intention des Alten erhaltend - Wofür war es gut, dass Ziel bisher nicht erreicht zu haben?
Die Schritte im Detail:
Sinnlich-konkret
Es muss ein klar wahrnehmbares Kriterium für die Erreichung des Zieles geben. Auch der Zeitpunkt sollte feststehen. Sprich: Woran können Sie und andere Personen glasklar merken, dass das Ziel erreicht ist?
Beispiel: „Ich werde bis zum Sommerurlaub im Juli xx Kilogramm wiegen." Wichtig fürs Durchhalten ist hier, auch mögliche Ausnahmen/ Rückfälle zu thematisieren. Wenn das Ziel z.B. lautet „Mit dem Rauchen aufhören“: Ist es OK, auf einer Party mal ausnahmsweise eine Zigarette zu rauchen, oder stellt das das ganze Ziel in Frage?
Positiv formuliert
Wenn Sie in einem Taxi sitzen und der Fahrer fragt, wo Sie hinwollen, ist es wenig hilfreich, ihm zu sagen: „Also ich will auf keinen Fall zum Bahnhof. Und in ein Restaurant will ich auch nicht. Und auch nicht nur Post…“
Also: Streichen Sie das Wörtchen „nicht“ aus Ihren Zielformulierungen. Streichen Sie auch alle Vergleiche („besser“, „mehr als“) und alle Konjunktive und sprachlichen "Weichmacher".
Eigenständig erreichbar
Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie selbst erreichen können und in Ihrer Macht steht. Wenn das Ziel z.B. lautet: „Ich möchte im nächsten Jahr endlich meinen Traumpartner kennenlernen“, ist das zwar gut und schön, aber das Schicksal liegt eben nicht in Ihrer Hand.
Es gibt jedoch einiges, was Sie persönlich tun können, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Ihnen das Schicksal auf halben Weg entgegen kommt. Z.B.: Regelmäßig ausgehen, einen Tanzkurs besuchen, ein Flirtseminar besuchen, etc. Nicht Wünschen hilft, sondern "Zielen"!
Zusammenhang geklärt
Ziele sind immer in einen größeren Lebensrahmen eingebettet. Das Erreichen von Zielen hat Auswirkungen auf andere Ziele, häufig auch auf die Menschen in Ihrer Umgebung. Fragen Sie sich daher ehrlich:
„Welche Auswirkungen auf andere Menschen und weitere Bereiche meines Lebens wird es haben, wenn mein Ziel erreicht ist?“ Gibt es irgendwelche Widersprüche? Ambivalenzen? Gibt es jemanden, der wahrscheinlich lieber möchte, dass alles so bleibt, wie es ist?
Weiterhin hilfreich ist die Frage: Welchem größeren, übergeordneten Ziel dient es, wenn Sie Ihr Ziel verwirklicht haben werden?
Intention des Alten erhaltend
Das "I" in S.P.E.Z.I. ist auch tatsächlich das I-Tüpfelchen dieser Methode, denn das Auslassen genau dieses Schrittes der häufigste Grund für das Verfehlen von Zielen.
Wenn Sie ein Ziel erreichen wollen, ist es ratsam, sich zu fragen, welche positive Intention jenes Verhalten erfüllt, welches Sie verändern/abschaffen wollen. Diese positive Absicht des alten Verhaltens (psychologisch: Sekundärnutzen) gilt es dann in das neue Verhalten hinüberzuretten.
Beispiel: Viele Menschen rauchen nicht, weil es ihnen´schmeckt, sondern weil es für sie auch eine beruhigende Funktion hat. Für machen Raucher dient es der Gewichtskontrolle. Und schließlich ist auch der soziale Aspekt („Raucher sind gesellig") nicht zu vernachlässigen. Möchte also jemand mit den Fluppen aufhören, so ist es mehr als ratsam, dafür zur sorgen, dass die o.g. Punkte auf eine andere, neue Art und Weise im Nichtraucherdasein berücksichtigt werden. Ansonsten ist der Rückfall schon vorprogrammiert.
Fazit:
Wenn Sie Ihre guten Vorsätze nach dieser Methode formulieren, werden Sie möglicherweise feststellen, dass "es wie von selbst läuft". Weil Sie Ihre Ziele gehirngerecht formuliert haben.
Nichtsdestotrotz gibt es natürlich weitere Gründe, warum Menschen ihre Ziele nicht erreichen:
Weil sie glauben, es irgendwie nicht verdient zu haben.
Klassisches Beispiel: "Ich bin ja eh nichts wert. Wie so sollte mir mein Chef da ein höheres Gehalt zahlen?"
Weil sie sich nicht mit Entscheidungen beschäftigen wollen, die nach der Zielerreichung anstehen würden.
Klassisches Beispiel: "Wenn ich die Prüfung bestehe, fängt der Ernst des Lebens an. Dann müsste ich mich bewerben, und dann....und dann..."
Weil sie glauben, durch das Bestehen der Prüfung die Loyalität zu einem Familienmitglied aufgeben zu müssen.
Klassisches Beispiel: "Wenn ich xx Tausend € verdiene, dann wäre ich besser als Mama/Papa...."
Die gute Nachricht ist allerdings: Mit einem guten Coach kommen Sie auch da weiter!
Alles Gute für 2010!!!
*Der Trend geht zur Zweitverwertung. Dieser Eintrag beruht auf einem XING-Eintrag von mir aus dem Jahre 2008. Er ist - ebenfalls in 2008 - in ähnlicher Form auch schon in dem Blog von Armin Karge veröffentlicht worden (von mir als Gastautor). Da ich aber eigentlich noch im Urlaub bin, finde ich das OK...:-)
17.12.2009: Stilsicher ins Jahr 2010
Noch 7 Tage bis Heiligabend - und Sie sind immer noch auf der Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk für Freund/in, Vater/Mutter - oder sonst irgend jemanden, der es verdient hat?
Verschenken Sie in diesem Jahr einen Gutschein* für eine Lösung mit Stil - zum Beispiel eine umfassende Typ-Beratung oder Einkaufsbegleitung. Letzteres ist natürlich besonders geeignet für Menschen, bei denen im neuen Jahr z.B. Bewerbungsgespräche anstehen. Aber auch unabhängig von konkreten Anlässen ist das Ganze ein lohnende, weil lebenslang wirksame Investition.
In diesem Sinne gehen die Rosigen Zeiten in die Winterpause. Am Wochenende habe ich Abschlussprüfung für meine systemische Coaching-Fortbildung, anschließend geht´s für Weihnachten zu den Eltern nach NRW - und über Silvester für 6 Tage an die Nordsee.
Ich wünsche Ihnen eine erholsame Weihnachtszeit und einen guten Start in das hoffentlich erfolgreiche und gesunde Jahr 2010!!

*Gutscheine gibt´s natürlich auch für Lösungen zum Leben...
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15.12.2009: 7%-38%-55% = 08/15
Heute mal ein kleiner Exkurs zum Thema Trainer- und Motivationsmythen…
Wenn Sie mehr als ein Buch oder Seminar zum Thema Motivation/Selbstmanagement und/oder Kommunikation „durch“ haben, sind Ihnen garantiert auch die folgenden „wissenschaftlichen“ Studien zu Ohren gekommen:
Thema Motivation – Die "weltbekannte" Harvard-MBA-Studie Kursiert in vielen Varianten. Tenor: Man hat die Absolventen des Harvard-MBA-Jahrgangs von 1955 befragt, ob sie sich bestimmte Ziele in Punkto Erfolg und Einkommen für das spätere Leben gesetzt haben (gar nicht; einfach so; oder sogar schriftlich fixiert) und dann deren Lebensläufe über Jahrzehnte verfolgt; um schließlich – tadaa – festzustellen, dass die 3% der Leute mit schriftlich fixierten Zielen genauso viel verdienen, wie alle anderen zusammen…oder so ähnlich.
Eine schöne Aussicht, nicht wahr? Und ein tolles Verkaufsargument für vielerlei Seminare, elektronische Zieleplaner und wer-weiß-was-noch.
Das Problem ist nur: Diese Studie hat niemals stattgefunden. Zumindest verlaufen sich alle Quellenangaben im Sand. Es kann auch niemand gefunden werden, der sie durchgeführt haben soll. Und keiner der noch lebenden Teilnehmer des angeblich befragten MBA-Jahrgangs kann sich an eine solche Befragung erinnern.
Das können Sie in dem sehr nützlichen Buch 59 Seconds - Think a little - Change a lot von Prof. Dr. Richard Wiseman nachlesen.
Nun heißt das nicht zwingend, dass es vollkommen unnütz ist, seine Ziele schriftlich zu fixieren. Für bestimmte Persönlichkeitstypen ist das durchaus richtig und nützlich (nur eben nicht für alle) – aber man sollte trotzdem nicht jeden Sch..ß glauben, der einem in „Tschaka!-Motivationsseminaren“ beigebracht wird.
Thema Kommunikation – Die "weltbekannte" 7%-38%-55%-Regel der kommunikativen Wirkung (Mehrabian-Regel)
Ein weiterer beliebter Trainer-Mythos ist die 7%-38%-55%-Regel (Mehrabian Rule) über den Wirk-Anteil von Inhalt, Stimme und Körpersprache in der Kommunikation. Hier ist es so, dass diese Studie tatsächlich durchgeführt wurde, aber die Ergebnisse vollkommen fehlinterpretiert und übergeneralisiert wurden. Und seitdem wird in jedem Buch über Rhetorik und Präsentation unreflektiert nachgeplappert, dass der sprachliche Inhalt nur zu 7% zur Wirkung des Gesagten beitrage.
Tatsächlich wurde das o.g. Verhältnis experimentell festgestellt. Jedoch gelten die Ergebnisse nur für Aussagen, die aus einem(!) Wort bestehen, und zwar ausschließlich emotional besetzte Wörter wie „like“. Außerdem haben an der Studie nur Frauen teilgenommen – und: die Aussagen über die verschiedenen Wirk-Kanäle wurden aus verschiedenen Studien zusammengemixt.
Im Endeffekt heißt das: Die Mehrabian-Regel ist für Aussagen über „normale“ Kommunikation völlig unbrauchbar. Nachzulesen im englischen Wikipedia-Artikel zu Prof. Mehrabian.
Nun heißt das wiederum nicht, dass die Themen Körpersprache und Stimme unwichtig sind, wenn man ein guter Kommunikator werden will. Ganz im Gegenteil. Aber: Lassen Sie sich doch lieber von Fakten beeindrucken – und nicht von Märchen. Seien sie auch noch so nett erzählt…
13.12.2009: Für wieviel € haben Sie sich heute verkauft?
Ich arbeite im Coaching ja des Öfteren mit Klienten am Thema die eigene Berufung finden. Häufig sieht das so aus, dass Menschen lange Jahre einen bestimmten (Typ von) Beruf ausgeübt haben - und dann etwas völlig Neues machen möchten. In den meisten Fällen geht es dabei um das Thema Selbstständigkeit.
Und das ist natürlich ein extrem spannendes Feld - denn viele Menschen verspüren gleichzeitig einen großen Drang nach Freiheit und Sicherheit in sich, zwei "gefühlte Werte", die sich in der Regel gegenläufig zueinander verhalten.
Für die Menschen, die bei dem Gedanken an die Sicherheit für mein Gefühl allzu schnell den Wunsch nach der Selbstständigkeit aufgeben, habe ich immer noch eine interessante Frage in der Hinterhand:
Für wieviel € haben Sie heute Ihre Lebenszeit verkauft?
In dieser Woche? In diesem Monat? In den letzten 10 Jahren?
Die meisten von uns haben einen Arbeitsvertrag. Letztlich ist das aber - neben allen anderen Konsequenzen - ein Vertrag über den Verkauf eines signifikanten Teils unserer Lebenszeit. Wir überlassen es jemand anderem, darüber zu bestimmen, wie wir unsere Lebenszeit verbringen.
Als ich diesen Gedanken zu ersten Mal so richtig zuende gedacht habe, ist mir ganz anders geworden. Er hat meinen eigenen Entschluss, selbständig zu arbeiten, mehr als gefestigt...
08.12.2009: Von Dia-Projektoren und Selbstachtung...
In den letzten Tagen lese ich mit Begeisterung das Buch Tricks of the Mind des englischen Magiers und "Mentalisten" Derren Brown. Er berschreibt in seinem Buch u.a., wie er hypnotische Sprachmuster und Techniken aus dem NLP einsetzt, um seine Kunststücke auf der Bühne zu vollbringen.
An einer Stelle beschreibt er auch eine altbekannte und recht simple NLP-Technik - und wie man diese benutzen kann, um am eigenen Selbstwertgefühl/Selbstbewusstsein zu arbeiten - bekanntermaßen mein Lieblingsthema.
Und darüber sind dann meine grauen Zellen in Wallung geraten und ich habe gestern Nacht noch anfangen, ein bisschen mit mir selbst zu experimentieren - denn irgendwie schien mir das Beschriebene noch nicht gut genug.
Herausgekommen ist das, was ich seit heute Mittag das SE.E.D.-Format (Kurzform für: Self-Esteem Diascope) nenne. Self-Esteem bedeutet auf Deutsch entweder Selbstbewusstsein oder Selbstachtung. Und Diascope ist der englische Begriff für einen guten alten Dia-Projektor. Für die NLP-Kenner: Das Ganze ist eine schöne Submo-Anker-Timeline-Kombination - und primär für die Selbstanwendung gedacht. Jedoch: Kein Quickie, man sollte schon 30-45 Minuten mitbringen. Aber es lohnt sich...
Ausgangspunkt ist der Gedanke, dass unser Selbstbewusstsein oder eben auch unsere Selbstsicherheit eng mit unserem Selbstbild verknüpft ist. Und was ist das Selbstbild anderes, als das Bild oder die Bilder, die wir im (Hinter-)Kopf haben, um zu beurteilen, wer wir sind?
Also frei nach Buddha:
Du bist morgen das, was heute in dem Bild zu sehen ist, was Du gestern von Dir gemacht hast... :-)
Nachzulesen ist das Ganze derzeit nur im NLP-Forum auf XING - aber demnächst natürlich auch hier auf meiner Seite im Download-Archiv bei den anderen NLP-Formaten...
06.12.2009: Frauen, Mütter - und ihre Vorfahren
In den letzten Wochen schlagen gehäuft Frauen in meiner Coaching-Praxis in Wiesbaden auf - mit den unterschiedlichsten Themen rund um das Thema Selbstbewusstsein und Selbstverwirklichung. Bei näherem Hinsehen gab es bei ihnen allen ein gemeinsames, großes Hindernis:
Sie hatten irgendwie das Gefühl, ihre Mütter - und mit ihnen die ganze weibliche Ahnenreihe - "im Stich" zu lassen, wenn sie sich voll und ganz ausleben und selbst verwirklichen würden. Da kommen dann echte "Klopper" hoch à la:
- Frauen sind eben da, um zu parieren.
- Ein gewisses Maß an Leiden gehört einfach zum weiblichen Schicksal dazu.
- Frauen, die ihr Kind nicht komplett allein erziehen (sprich: ohne Tagesmutter o.ä.), sind schlechte Mütter.
- ...
Trotz aller Gleichberechtigung und Aufgeklärtheit scheinen diese Glaubenssätze noch in tief im - nennen wir es ruhig mal - kollektiven Unbewussten vieler Frauen verankert zu sein und hemmen sie nachhaltig in ihrer persönlichen Entwicklung.
Aus der tiefen Verbundenheit (= der kindlichen Liebe) heraus entscheidet sich dann das kleine Mädchen in der erwachsenen Frau, die eigenen Möglichkeiten nicht voll zu nehmen. Denn für Mama (oder Oma) gab´s das ja auch nicht... Was wiederum bedeutet: Wenn ich es ganz anders mache, gehöre ich nicht mehr dazu...
Gottseidank lässt sich so etwas mit einer kreativen Mischung aus NLP-Elementen, ein wenig Transaktionsanalyse, und ein paar Anleihen beim Familienstellen nachhaltig bearbeiten.
Bei Männern kommt dieses "Syndrom" nach meiner bisherigen Erfahrung übrigens nicht ganz so häufig vor. Hier ist man(n) häufig eher stolz, das "Werk der Ahnen" fortführen zu können. Darüber kommt es dann manchmal zu (mehr oder wenige imaginierten) Konkurrenzkämpfen mit Papa respektive Opa - aber das ist ein anderes Thema für einen anderen Tag.
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Coaching in Wiesbaden, Frankfurt, Mainz und Rhein-Main.
03.12.2009: Coaches, Friseure und Fitness-Trainer...
Ich biete ja bekanntlich LÖSUNGEN zum LEBEN an. Aber wo kommen diese Lösungen her - und wer ist dafür verantwortlich?
In eher dogmatischen Coaching-Schulen wird postuliert, dass die Lösung für ein Problem ganz allein "im Klienten" liegen muss. Coaches dürfen hier auf keinen Ratschläge geben und sind auch sonst zu größter Zurückhaltung verpflichtet. Und obwohl ich dieser Sichtweise partiell zustimmen kann, denke ich, dass hier die Rolle des Coaches bei der Lösungsfindung zu wenig beachtet wird.
Nach meinem Verständnis entsteht die Lösung weder "im Klienten" allein - und noch weniger "im Coach" alleine. Stattdessen entsteht sie in einem co-kreativen Prozess zwischen dem Klienten und dem Coach. Beide bilden hier gewissermaßen ein System, was mehr ist (und vermag), als die Summe der Teile. Dafür muss allerdings eines gegeben sein: Ein Klient, der auch tatsächlich aktiv zur Lösung beitragen möchte.
Der Begründer der Lösungsorientierten Kurzzeit-Therapie, Steve de Shazer, hat die zu ihm kommenden Menschen in drei Kategorien eingeteilt:
Unter einem Besucher (Visitor) versteht er einen Menschen, der (meistens) nicht freiwillig erscheint und bei dem keine expliziten Beschwerden vorliegt - und dementsprechend auch kein Veränderungsauftrag.
Die zweite Kategorie sind die Klagenden (Complainer). Als Klagender wird jemand bezeichnet, der Beschwerden hat, jedoch die Schuld und Lösung bei anderen Menschen sucht. Das heißt, die Veränderung wird von anderen erwartet - auch gerne vom Coach ("Mach mich heile...").
Als letzte Kategorie gibt es den Kunden (Customer). Dies ist ein Mensch, mit dem der Coach arbeiten kann. Diese Person hat Beschwerden und auch ein ungefähres Bild davon, wie sie aktiv etwas dagegen tun kann - und möchte.
Mit den "Kunden" kann man als Coach wunderbar arbeiten - "Besucher" schickt man in der Regel höflich aber bestimmt wieder nachhause. Eine besondere Herausforderung sind hingegen die "Klagenden". Sie können potenziell zu "Kunden" gemacht werden - wenn es dem Coach gelingt, demjenigen ein erweitertes Verständnis des Coaching-Rahmens zu vermitteln.
Und hier greift dann der schöne Vergleich zwischen einem Friseur und einem Fitness-Trainer. Der "Klagende" erwartet zunächst, dass der Coach so eine Art Friseur ist. Wenn das Problem (überhaupt) erkannt wird, geht man eben zum Coiffeur des Vertrauens, setzt sich gemütlich in den Sessel - und lässt Figaro die ganze Arbeit verrichten. Problem gelöst. Friseur hat geschuftet. Klient hat bezahlt und ist (mehr oder weniger) glücklich.
Coaching hingegen hat mehr Ähnlichkeit mit einem Besuch in einem guten Fitness-Studio. Dort bekommt man im Idealfall einen kompetenten Personal Trainer an die Seite gestellt, der einem einen maßgeschneiderten Trainingsplan aufstellt und die korrekte Ausführung der Übungen überwacht.
Aber die Eisen stemmen müssen Sie immer noch selbst - sonst passiert gar nichts...
Insofern kann ich sagen: Wenn Sie zu mir kommen, um sich den Pelz waschen zu lassen - dann sind Sie hinterher auch garantiert nass...:-)
01.12.2009: Sind Sie wordoid?
Die folgende Seite finde ich absolut genial - vor allem, wenn man noch auf der Suche nach einem interessanten Namen für sein Unternehmen oder ein bestimmtes Produkt ist.
Diese Seite kreiert nach bestimmten Mustern aus einer Vorgabe Kunstwörter, die sich wie echte Sprache anhören. Leider bisher nicht auf Deutsch verfügbar, aber trotzdem extrem cool.
So wird aus meinem Nachnamen z.B.:
1) Proseneca
2) Rosecutive
3) Prosehead
4) Rosentiful
5) Furtherose
Viel Spaß beim Ausprobieren.
30.11.2009: Micky-Maus-Coaching...
Sie müssen nur gaaanz feste an sich glauben - dann wird alles gut!
Ich erstarre immer wieder in Ehrfurcht, wenn "sogenannte Coaches" diese Art von Plattitüden als wertvolle Coaching-Tipps unters Volk bringen möchten - wie kürzlich wieder auf XING geschehen.
Aber mal Spaß beiseite: Mir geht da immer so ein wenig die Hutschnur hoch, denn: Wer so etwas tatsächllich ernst meint, dem unterstelle entweder ein arges Könnensdefizit (Vulgo: "Keine Ahnung" von der Komplexität der menschlichen Psyche...) oder ein Wollensdefizit (Vulgo: "Keinen Bock" auf nachhaltige Weiterentwicklung beim Gegenüber...). Und da bin ich doch wieder bei der ersten der dreizehn 100-jährigen Wahrheiten aus meinem letzten Beitrag:
Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als Schweigen.
Denn: Natürlich ist es richtig, dass es gut für den Klienten wäre, wenn er ausnahmslos an sich und seine Fähigkeiten glauben würde. Nur ist es ja häufig gerade das Problem, dass der Klient eben nicht weiß, wie das geht - bzw. ob er das überhaupt darf.
Der o.g. "Tipp" ist also in etwa äquivalent zu der folgenden Situation:
Ich bin Sport-Coach. Und jemand kommt zu mir und fragt mich, wie er ein besserer Sprinter werden kann. Und dann antworte ich: "Am besten, sie laufen schneller..."
Herzlichen Glückwunsch, sie haben ihr Ziel erreicht. Das macht dann 10000 Euronen. Bitte überweisen Sie auf mein Konto bei der...
27.11.2009: Dreizehn 100-jährige Wahrheiten...
...für Veränderungshelfer:
1. Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als Schweigen.
2. Seit jener selbst erdachten Stellung hat der Stier die Schienbeinprellung.
3. Es gibt Leute, die gebückt auf dem Kanaldeckel stehen, rütteln und reißen und brüllen: Lasst mich raus.
4. Einstellungen werden nicht durch Tatsachen verändert.
5. Ohne Kochen gibt´s nur kalte Tütensuppe.
6. Die wichtigen Dinge im Leben muss jeder für sich selbst tun.
7. Sobald du eine Wahrheit gefunden hast, such dir eine neue.
8. Keiner ist stärker oder schwächer als irgendein anderer.
9. Jede Coaching-Stunde ist auch eine Stunde in deinem Leben.
10. Alle wichtigen Entscheidungen müssen auf Basis unzureichender Daten gefällt werden.
11. Wenn der Coach mehr arbeitet als der Coachee, läuft was falsch.
12. Wenn du entdeckst, dass du einen Hamster reiten sollst, steig ab.
13. Die Wahrheit ist auf alle verteilt.
(Heute gefunden in: "Gekonnt coachen" von Martina Schmidt-Tanger)
Noch Fragen?
25.11.2009: Wir Normalneurotiker...
Manchmal werde ich gefragt, was denn der Unterschied zwischen Coaching und Psychotherapie ist - oder auch, was denn so "für Leute" zu mir ins Coaching kommen. Bisher musste ich dann immer so ein wenig herumdrucksen, weil ich als Dipl.-Psych. auch viel im Bereich Life Coaching arbeite, also an privaten, nicht berufsbezogenen Themen mit meinen Klienten arbeite.
Da geht es häufig um ganz alltägliche Sorgen und Nöte. Mangelndes Selbstwertgefühl, Eheprobleme und sonstige Themen rund um das weite Feld "Familie". Ängste in verschiedenen Kontexten, Scham- und Schuldgefühle. In letzter Zeit auch häufiger Frauen mit dem Themenkomplex "sich abgrenzen können", was häufiger auftaucht, wenn es mal eine Missbrauchserfahrung gegeben hat. Da sind also durchaus Themen dabei, die auch im Therapie-Kontext zuhause sind.
Und trotzdem glaube ich, dass die Menschen, die wegen solcher Themen zu mir kommen, nicht krank sind. Sie sind im Kern sehr gesund - und daher auch nicht therapiebedürftig. Ich glaube, dass sie alle stark genug sind, um sich am eigenen Schopfe aus dem - mehr oder weniger tiefen - Sumpf zu ziehen. Und ich bin dazu da, den oder die besten Hebel dafür aufzuzeigen. Ich "mache keine Krankheiten weg". Ich helfe meinen Klienten, ihr ureigenes Potenzial noch mehr zu entfalten. Alles, was sie dafür benötigen, tragen sie schon in sich.
Und was sind das dann also für Leute? Heute habe ich in einem Buch einen schönen Begriff dafür entdeckt - mit einem freundlichen Zwinkern. Meine Klienten sind Normalneurotiker. Menschen wie Sie und ich. Menschen mit alltäglichen Problemen. Von leicht bis schwer.
Nur haben sie eben erkannt, dass man diese Probleme nicht zwingend allein angehen muss. Wir sind es heutzutage gewohnt, uns alle möglichen und unmöglichen Spezialisten zu suchen, die für uns wichtige Dienstleistungen erbringen. Coaching ist eine davon. Ich wünsche mir - auch im Interesse alle Normalneurotiker - dass es irgendwann mal die normalste Sache der Welt ist.
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22.11.2009: Coaching beim Weihnachtsmann...
...gibt es natürlich nicht. Aber wie wäre es zumindest mit einem Coaching-Gutschein unterm Weihnachtsbaum?
Jedes Jahr machen wir uns viele Gedanken, wenn es um das Thema Weihnachtsgeschenke geht. Wir wollen i.d.R nicht "einfach irgendwas" verschenken. Es soll etwas Sinnvolles sein, etwas, was dem Beschenkten einen echten Nutzen bietet.
So, wie eine Coaching-Sitzung. Ich denke, dass viele Menschen von Coaching profitieren können - sei es im privaten oder beruflichen Bereich. Jedoch würden Sie von alleine nicht darauf kommen, aktiv einen Coach anzusprechen. Warum also nicht einen Gutschein für eine Coaching-Sitzung verschenken? Bei mir ist das nun möglich. Verschenken Sie in diesem Jahr eine Lösung zum Leben. Weitere Infos unter:
Kann ich auch Coaching verschenken?
17.11.2009: Heute schon Rabattmarken gesammelt?
Nein, ich mache hier keine Werbung für Discounter. Sondern:
Ich habe heute in Wiesbaden-Rambach für den NLP Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz e.V. einen Workshop geleitet zum Thema:
Was NLPler von der Transaktionsanalyse (TA) lernen können
Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen, wie wunderbar es Eric Berne, dem Begründer der TA, gelungen ist, komplexe psychologische Sachverhalte in einer leicht verständlichen und nachvollziehbaren Sprache zu vermitteln. Mein Lieblingskonzept des Tages:
Psychologische Rabattmarken.
So wie man im Supermarkt eine bestimmte Menge von Rabattmarken für die Summe des Einkaufs erhält, diese in einem Heft sammelt - und später gegen eine Prämie eintauscht - so verfahren Menschen häufig auch mit ihren negativen Gefühlen. Nämlich immer dann, wenn ein negatives Gefühl aufgrund von eigenen Glaubenssätzen, sozialen Konventionen, oder anderen Gründen nicht in der ursächlichen Situation zum Ausdruck gebracht werden kann.
Stewart/Joines beschreiben in Ihrem Buch "Die Transaktionsanalyse” beispielhaft, wie psychologische Rabattmarken eingelöst werden können:
So sammle ich beispielsweise Ärgermarken. Bei der Arbeit kritisiert mich mein Chef. Ich werde wütend, zeige das aber nicht. Ich behalte diese Marke bei mir, bis ich abends nach Hause komme. Dann schreie ich den Hund an, weil er mir zwischen die Füsse geraten ist. Hier habe ich nur eine einzige Marke gesammelt, die ich noch am gleichen Tage eingelöst habe. [...]
Auch ein Kollege von mir sammelt vielleicht Wutmarken. Aber stellen wir uns vor, er legt lieber eine viel grössere Sammlung an, ehe er sie einlöst. Er kann seine Wut auf den Chef durchaus monate- und jahrelang horten. Aber dann nimmt er seinen ganzen Stapel von Markenheften unter den Arm, marschiert in die Vorstandsetage, putzt den Chef herunter und wird prompt entlassen.
Dieser Ausschnitt verdeutlicht, dass es verschiedene Strategien gibt, mit Rabattmarken umzugehen. Man kann einige wenige Marken gegen eine kleinen "Gewinn" einlösen - oder aber länger sammeln und dafür eine größere "Prämie" abstauben.
Diese Prämien können offensichtlich von verschiedener Art und Intensität sein, je nachdem, zu was einen der angesammelte Stapel (subjektiv) legitimiert. Das reicht dann von Anschreien, Schlagen und Betrügen über Besaufen, die Scheidung einreichen bis hin zum Mord. Es kommt letzlich nur darauf an, wie lange gesammelt und nicht "ausbezahlt" wurde.
Mittels der Rabattmarken-Theorie lässt sich wunderbar verdeutlichen, weshalb Menschen unerwartete und einer Situation nicht angemessene Reaktionen zeigen können: Die gesammelten Marken werden gegen eine psychologische Prämie eingelöst - häufig leider bei solchen Menschen, die mit den Situationen, in denen ursprünglich gesammelt wurde, gar nichts zu tun haben. Sie sind einfach zu falschen Zeit am falschen Ort - und/oder können sich i.d.R. nicht wehren.
Dem Rabattmarkensammeler erscheint die Reaktion allerdings gerechtfertigt. Die bloße Tatsache, dass über eine bestimmte Zeit gesammelt wurde, der Druck also immer größer wird, scheint nicht selten Legitimation genug zu sein für eine unbedachte Auszahlung.
Frage ich Sie also:
Haben Sie heute schon eine Rabattmarke geklebt? Gestern? Vorgestern?
Wann und im Kontakt mit wem? Und: Wie voll ist Ihr Heft bezgl. dieser Person schon?
Und noch viel wichtiger: Was können Sie morgen tun, um nicht gleich die nächste Marke zu kleben?
Was möchten Sie dieser Person gegenüber - möglichst auf eine erwachsene Art und Weise - zum Ausdruck bringen? Und wie kann das in einer guten Art und Weise gelingen?
11.11.2009: Der 6. Kondratieff-Zyklus ante Portas...
Heute eine Literaturempfehlung* - vor allem, wenn Sie Unternehmer und/oder Führungskraft sind:
Der sechste Kondratieff von Leo A. Nefiodow.
Kondratieff-Zyklus laut Wikipedia
Die Kondratieff-Zyklen beschreiben den Kern einer von dem russischen Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratjew entwickelten Theorie zur zyklischen Wirtschaftsentwicklung, die Theorie der langen Wellen. Ausgangspunkt für die langen Wellen sind Paradigmenwechsel und die damit verbundenen innovationsinduzierten Investitionen: Es wird massenhaft in die neue Technik investiert und damit ein Aufschwung hervorgerufen. Hat die Innovation sich allgemein durchgesetzt, verringern sich die damit verbundenen Investitionen drastisch, und es kommt zu einem Abschwung. In der Zeit des Abschwungs wird aber schon an einem neuen Paradigma gearbeitet.
Wir befinden uns derzeit am Übergang zwischen dem 5. und 6. Kondratieff-Zyklus. Es ist allerdings noch nicht klar, welches die zentrale Technik sein wird, die das Wachstum im kommenden Zyklus vorantreiben wird.
Experten gehen allerdings davon aus, dass es im kommenden Zyklus keine Technik im ursprünglichen Sinne sein wird, die uns den Wohlstand sichert - sondern die psychosoziale Kompetenz der Mitarbeiter in der Organisation.
Primat "seelischer" Prozesse
Zitat aus dem Buch (S. 27): Produktivitätsreserven in den Betrieben schlummern vor allem noch dort, wo es um wenig strukturierte Arbeitsabläufe und den Umgang mit ungenauen, mehrdeutigen und paradoxen Informationen geht. Das gilt vor allem für den Bereich seelischer Prozesse und sozialer Interaktionen wie Motivation, Beratung, Kommunikation, Kooperation, Führung und Kreativität.
Brechen also bald rosige Zeiten für gute Trainer und Coaches an? :-)
*Den extrem christlichen Einschlag einiger Kapitel sollte man einfach überlesen, wenn es der persönlichen Ausrichtung nicht entspricht - die Botschaft "dahinter" bleibt einfach wertvoll.
08.11.2009: Mehr Menschen - mehr Lösungen
Als ich vor etwa zwei Jahren den LIVIN´ROOM gegründet habe, habe ich mich vor allem als 1-1 Coach gesehen. Nachdem immer ich jedoch in der letzten Zeit häufiger Anfragen von zufriedenen Klienten für Team-Coachings und Organisationsaufstellungen erhalte, habe ich einen eigenen Bereich für diese Dienstleistungen auf meiner Homepage eingerichtet. Das Ganze läuft gemäß der neuen CI unter dem Namen:
Lösungen für Firmen und Organisationen.
Have a look...
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06.11.2009: Wahre Schönheit kommt...
...von Innen - sagt der Volksmund.
Dazu passend einige Worte von Audrey Hepburn, die ich gestern entdeckt habe - und die mich sehr bewegt haben. Sie wurden später auch auf Ihrer Beerdigung verlesen:
Um attraktive Lippen zu haben, sprich liebenswürdige Worte.
Um reizende Augen zu haben, suche das Gute in den Menschen.
Um schlank zu sein, teile dein Essen mit den Hungernden.
Um schönes Haar zu haben, lasse deines einmal täglich von einem Kind mit seinen Fingern zerzausen.
Um gelassen zu sein, gehe deinen Weg mit der Gewissheit, dass du ihn niemals alleine gehen wirst.
Menschen müssen, mehr noch als Dinge, restauriert, erneuert, wiederbelebt, verbessert und erlöst werden; lasse niemals jemanden fallen.
Vergiss nicht, wann immer du eine helfende Hand benötigst, du wirst eine am Ende eines jeden deiner Arme finden. Wenn du älter wirst, wirst du entdecken, dass du zwei Hände hast; eine um dir selbst zu helfen und die andere um anderen zu helfen.
03.11.2009: Zwei elterliche Seelen schlagen...
ach...in meiner Brust!
Ich habe hier ja schon häufiger etwas über innere Teilekonflikte geschrieben, ein Konzept, dass in verschiedensten psychologischen Schulen beschrieben wird, so z.B. im NLP, in der TA, in der Psychosynthese, oder auch dem Kommunikationsmodell von Schulz von Thun.
Der übergreifende Kerngedanke ist, dass die menschliche Psyche nicht ein einheitliches Gebilde ist, sondern aus verschiedenen Instanzen besteht, die einerseits nicht zwingend etwas "von einander wissen" - und anderseits völlig konträre Absichten haben können, die den Menschen als Ganzes in seinem Handeln dann völlig blockieren.
So will vielleicht ein Vernunftteil gerne die längst überfällige Steuererklärung machen, während ein Amüsierteil sich lieber eine ausgedehnte Massage gönnen möchte. Letztlich landet man stattdessen vor dem Fernseher und guckt sich eine langweilige Sendung an, die man ansonsten niemals anschauen würde.
Das ist dann der faule Kompromiss, den die Teile unbewusst ausgehandelt haben. Man lässt das Unangenehme bleiben, darf sich dafür aber auch nicht richtig amüsieren. Und am Ende ist die Zeit weg - und der Frust da...
Wenn die innere Eltern miteinander streiten
Eine besondere Variante dieser inneren Konflikte ist mir in den letzten Wochen bei gleich mehreren meiner Klienten begegnet. Dieser entsteht, wenn ein Mensch von den Erziehungsberechtigten als Kind sehr unterschiedlich erzogen wurde. So will der Vater vielleicht, dass das Kind später einmal besonders durchsetzungsstark wird - und leitet den Sohn an, in einem gesunden Maße egoistisch zu sein. Die Mutter hingegen legt sehr viel Wert auf Mitgefühl und Wohlwollen gegenüber anderen Menschen.
Das Problem ist: Kinder lieben i.d.R. beide Eltern gleichermaßen - und wollen es somit auch beiden Elternteilen gleich recht machen. Damit ist aber der innere Konflikt vorprogrammiert. Wie auch immer sich der Mensch entscheidet - er/sie muss eine der elterlichen Maximen zurückweisen, was dann sich selten mit Scham und Schuld verbunden ist. Bzw. dazu führt, dass keine der beiden Richtungen vollends gelebt wird. Stattdessen gibt es wieder einen faulen Kompromiss. Oder Blockade. Auf jeden Fall: Frust!
Die Lösung im Coaching: Verhandlungssache
Meistens führt eine Art Verhandlung zwischen den Teilen zu einem guten Ergebnis. Hier geht es einerseits darum, dass die beiden Teile zunächst die positive Intention hinter dem Willen des jeweils anderen Teils (an-)erkennen. Häufig finden sich auch Gemeinsamkeiten der beiden Teile, wenn man von den konkreten Wünschen abstrahiert und eine Ebene höher auf die Suche nach der Schnittmenge geht. Der kleinste gemeinsame Nenner ist dabei in der Regel das Wohlbefinden des Menschen.
Und wenn dieser gemeinsame Nenner gefunden ist, entsteht häufig auch eine größere Kompromissbereitschaft. Es können dann z.B. Zeitlösungen gefunden werden. D.h., der eine Teil verspricht, den anderen 3 Stunden in Ruhe arbeiten zu lassen - wenn der andere dafür verspricht, dann 90 Minuten volle Entspannung zuzulassen.
Wann haben Sie das letzte Mal mit sich selbst verhandelt?
29.10.2009: Die Lizenz zum Glücklichsein
Heute möchte ich Sie auf die Ergebnisse meiner Studie zu Selbstverwirklichung und Lebenszufriedenheit aufmerksam machen, an der im Sommer 2009 über 1.000 Menschen teilgenommen haben. Im Kern hat sich gezeigt:
Auf die innere Erlaubnis kommt es an. Zufrieden und erfolgreich sind wir nur dann, wenn wir glauben, dass wir dies auch sein dürfen:
Das V.I.G.O.R.-Prinzip - Ergebnisbericht
Im Sommer habe ich via XING 1158 Menschen zu ihren langfristigen Zielen und ihrer Lebenszufriedenheit befragt. Ziel der Studie war es, herauszufinden, was Menschen daran hindert, sich selbst zu verwirklichen – und wie sich dies auf ihre Zufriedenheit auswirkt.
Die Ergebnisse überraschen. Ja, man braucht überhaupt erst mal ein Ziel. Und natürlich gutes Selbstmanagement. Motivation und Ausdauer. Aber das alles ist letztlich nicht entscheidend. Vielmehr gibt es eine Art Lizenz zum Glücklichsein. Eine innere Erlaubnis, sich überhaupt selbst verwirklichen zu dürfen.
Einige Menschen haben sie, andere nicht. Die, die sie haben, geben im Schnitt ein um 26% höheres Zufriedenheitsniveau an. Sie sind eher mit sich im Reinen, berichten von stabileren intimen und freundschaftlichen Beziehungen. Und: Sie verdienen deutlich mehr Geld.
Menschen, denen diese Erlaubnis fehlt, berichten stattdessen von innerer Zerrissenheit, fehlender Motivation oder der Unfähigkeit, klare Entscheidungen treffen zu können.
Zusammenfassend:
Die Ergebnisse bestätigen einige, widerlegen aber andere Glücks- und Erfolgsmythen. Einerseits zeigt sich: Zufriedenheit und Erfolg beginnen tatsächlich im Kopf. Motivation, also das Wollen, reicht jedoch nicht aus. Pointiert gesagt: Man muss auch wollen dürfen.
Viele Menschen glauben (unbewusst), dass es ihnen nicht erlaubt ist, erfolgreich zu sein, z.B. aufgrund von negativen Kindheitserfahrungen. Das wirkt wie eine Self-Fulfilling Prophecy.
Die Resultate lassen auch an der Effektivität von einschlägigen Motivationsseminaren zweifeln. Dort versuchen notorische Motivations-Gurus, Menschen künstliche, sinnentfremdete Motivation einzuimpfen. Das hält bis zum nächsten Tag – und dann ist die Wirkung verpufft.
Besonders relevant sind die Erkenntnisse der Studie für Psychotherapeuten und Coaches, sowie für Menschen, die selbst einen Weg finden möchten, effektiver ihre Lebensziele zu verfolgen.
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25.10.2009: Epiméleia Heautoú
Dieser griechische Begriff bedeutet so viel wie Selbstsorge oder "sich um sich selbst kümmern" und war eines der Ideale vieler griechischer Philosophen und ihrer Schüler. Im Kern handelte es sich dabei um einen Teil der Lebenskunst - komplettiert durch das "Erkenne Dich selbst" als Inschrift über dem Eingang des Orakels von Delphi.
Lebenskunst bestand also darin, sich zunächst selbst zu erkennen - und sich dann um sich selbst zu kümmern. Seine eigene Entwicklung aktiv voranzutreiben. Die Verantwortung für sich voll zu übernehmen.
Wenn ich mich so umschaue und sehe, dass Coaching bzw. generell Persönlichkeitsentwicklung in seinen vielen Facetten immer beliebter und präsenter in der Öffentlichkeit wird, so stelle ich mit Freude fest, dass die Menschen dabei sind, dieses alte Ideal wiederzuentdecken.
Menschen entdecken wieder, dass das Leben sich nicht von selbst versteht. Sie erkennen wieder, dass es für Menschen durchaus sinnvoll sein kann, so etwas wie "Lebensunterricht" zu nehmen. Sie lernen es wieder zu schätzen, dass es Menschen gibt, die ihnen dabei helfen, sich selbst zu erkennen, z.B. durch geschicktes Hinterfragen des eigenen Weltbildes - wie einst Sokrates.
Denn auch das kann Coaching leisten. Coaching muss nicht immer defizitorientiert sein. Es geht auch - aber längst nicht immer darum, Probleme zu beseitigen.
Vielmehr richtet Coaching den Blick nach vorn. Gutes Coaching hat immer auch die (noch ungelebten) Potenziale des Menschen im Blick. Es ist damit ein wichtiges Element einer modernen Version von Epiméleia Heautoú.
Oder, wie es Richard Bandler, der Co-Begründer des NLP, einmal in seiner ironischen Art formuliert hat:
Warum bestehst Du darauf, Du selbst zu sein, wenn Du die Möglichkeit hättest, etwas wirklich Großartiges aus Dir zu machen?"
20.10.2009: Wie innen, so außen. Oder: Coaching mit Stil
Insbesondere die Damen werden das kennen: Wenn sich etwas sehr Wichtiges im Leben (bzw. in uns) ereignet hat, haben wir häufig das Bedürfnis, auch unser Äußeres zu verändern. Man lässt sich eine neue Frisur kredenzen, versucht, ein Viertelpfund schlanker zu werden - oder probiert einen neuen Kleidungsstil.
Aus diesem Grund - und weil es ihre Leidenschaft ist - bietet meine Partnerin Ina Frerich Ihnen ab sofort ergänzend zu meinem Coaching-Angebot einige Dienstleistungen der stilvollen Art:
Farb-, Stil- und Typberatung sowie
Garderobenchecks und Einkaufsbegleitung.
Mehr Informationen unter:
17.10.2009: Was kann einer wie ich vom Leben...
...erwarten? Eine ziemlich interessante Frage, die ich "wiederentdeckt" habe im Rahmen meiner Vorbereitung für einen Workshop über die Transaktionsaktionsanalyse im nächsten Monat, siehe:
Lernwerkstatt des NLP Landesverbands Hessen/RLP e.V.
Der Begründer der TA, Eric Berne, ging davon aus, dass Menschen sich bereits im frühen Kindesalter ein sog. Skript "basteln", eine Art übergreifenden Lebensplan, der hauptsächlich aus den Erwartungen und "Einschärfungen" der Eltern besteht.
Und dieses Skript legt dann im Wesentlichen fest, wie erfolgreich und zufrieden wir in diesem Leben werden. Berne unterscheidet dabei Gewinner-Skripte, Nichtgewinner-Skripte, und Verlierer-Skripte.
Zu Nichtgewinner-Skripten gehört in der Regel ein zentraler Skript-Satz, der einem (vermeintlich) von den Eltern mitgegeben wurde. Da handelt sich um vordergründig positive Aufträge für dieses Leben, die jedoch verdeckt/unbewusst von einer zweiten, gegensätzlichen Botschaft wieder ausgehebelt werden. Hier einige Beispiele:
Offene Botschaft: Mach es allen recht!
Verdeckte Botschaft: Nur nicht Dir selbst!
Offene Botschaft: Streng Dich an!
Verdeckte Botschaft: Aber schaffe es nicht!
Offene Botschaft: Sei stark!
Verdeckte Botschaft: Nur nicht, wenn es drauf ankommt!
Zu Verlieren-Skripten gehört in der Regel das, was Berne eine Bann-Botschaft nennt. Dabei handelt sich - im Gegensatz zu den verdeckten Sätzen bei den Nichtgewinner-Skripten - um ganz offene, einschränkende Lebensaufträge. Hier einige Beispiele:
Sei nicht!
Nimm dich nicht so wichtig!
Schaff es nicht!
Diese werden häufig dann herausgebildet, wenn ein Mensch sehr früh lernt, dass er "nicht willkommen" in diesem Leben ist - z.B. weil die Mutter kein Kind von dem Mann wollte und das das Kind immer wieder spüren lässt.
Trübe Ausssichten?
Natürlich nicht. Durch Coaching oder Psychotherapie kann jeder Mensch lernen, sich von seinem ursprünglichen Skript zu lösen. Wichtigster Punkt ist dabei das Erlangen der inneren Erlaubnis, frei vom ursprünglichen Skript zu sein. Frei für etwas eigenes.
Wenn Sie einmal spüren wollen, was Sie möglicherweise in Ihrem Skript stehen haben, machen Sie folgendes Experiment:
Spielen Sie Ihr Leben gedanklich bis zum Ende durch - so wie Sie es sich heute vorstellen. Und dann überlegen Sie sich einen passenden Sinnspruch dazu, der anschließend auf Ihrem Grabstein stehen könnte. Sprechen Sie diesen Satz laut aus und spüren Sie nach, wie es Ihnen damit geht.
Weiterhin könnte es spannend sein, einmal zu prüfen, ob nicht auf der Rückseite des Steines auch etwas steht. Lassen Sie sich überraschen...
15.10.2009: Sternstunden der Bedeutungslosigkeit...
...heißt der Roman von Rocko Schamoni, den ich in den vergangenen zwei Tagen durchgelesen habe - nachdem ich in durch "Zufall" in meinem Regal entdeckt hatte. Dass ich ihn besitze, hatte ich irgendwie vergessen.
Ich muss sagen: Mich hat bisher selten ein Buch gleichzeitig so zum Lachen und zum Nachdenken gebracht. Wirklich beeindruckend. Wobei dann die Lacher doch deutlich überwiegen.
Mein liebstes Zitat:
"Ich bin ein herausgebrochener Zacken aus der Krone der Schöpfung."
Auf jeden Fall meine Empfehlung für nasstrübe Herbsttage wie heute...
12.10.2009: What´s on my Mind(-Map)...
Ich blogge ja jetzt schon über ein halbes Jahr, zunächst unter dem Titel Straight from the Couch, mittlerweile unter dem etwas persönlicheren Namen Rosige Zeiten. Dabei sind schon viele Worte aus mir herausgeflossen, mit großer Wahrscheinlichkeit die ein oder andere Banalität hier und da - aber sicherlich auch schon eine Menge Hilfreiches und Nützliches - zumindest, wenn ich das Feedback als Maßstab nehme, was ich regelmäßig erhalte.
Eine ganze neue Art, mein "Gesamtkunstwerk" zu betrachten, hat mir heute ein Kollege möglich gemacht, der mich auf diese interessante Website aufmerksam gemacht hat:
Wordle kreiert automatisch aus einer gegebenen (Un-)Menge von Text oder einem RSS-Feed eine Word Cloud, also eine bildliche Darstellung der Worte, die häufig im Text verwendet werden. Das ganze kann man dann noch layouten und so dem Ganzen einen persönlichn Touch geben. Daumen hoch von mir! Und das ist mein Blog:
Isser nich schön?
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08.10.2009: Beruf kommt von Berufung! Teil II
Vor einigen Wochen habe ich bereits über das Thema Beruf und Berufung geschrieben - und mich darüber gewundert, dass offenbar so wenige Menschen ihre wahre Berufung leben.
Mittlerweile sind diese Gedanken in mir gereift. Und zusammen mit den Erfahrungen, die ich mit meinen bisherigen Klienten in Bezug auf dieses Thema gemacht habe, ist etwas Neues entstanden:
In diesem Coaching-Programm werden Klienten im Rahmen einer Folge von 7 thematisch vorstrukturierten Sitzungen über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten auf eine Entdeckungsreise zu den eigenen Talenten, Bedürfnissen und Lebenszielen geschickt.
Dabei wechseln sich Phasen der Visionsfindung, der kritischen Begutachtung, und der konkreten Umsetzung ab, die mittels verschiedener Coaching-Werkzeuge unterstützt werden. Zwischen den Sitzungen bearbeiteten die Klienten diverse Hausaufgaben, die den Entdeckungsprozess weiter vertiefen.
Ziel dieser Reise ist die eigene Berufung, die Entdeckung der inneren Künstlerseele im Sinne Goethes.
Mehr erfahren Sie unter dem Link weiter oben - oder persönlich bei mir.
06.10.2009: Qualitätsmaßstab und Mission
Vor einigen Tagen habe ich eine neue Seite in meine Webpräsenz integriert. Diese halte ich für so wichtig, dass ich den Text nochmal gesondert in meinen Blog stellen möchte - denn es geht um die Themen Qualität und Mission:
Mein Qualitätsmaßstab
Was für das Thema Sport richtig ist, gilt nach meiner Ansicht nach für den Beruf. Es gibt durchaus viele Leute, die gut sind. Aber nur einige wenige, die richtig gut sind. Und zu diesen möchte ich dauerhaft gehören. Mit weniger gebe ich mich nicht zufrieden. Daher habe ich mich den folgenden drei Prinzipien verschrieben:
Fortbildung und Kompetenzerweiterung
Der Markt für Coaching wird immer unübersichtlicher. Der Titel "Coach" ist nicht geschützt; jeder kann sich so nennen. Egal, ob dieser Mensch eine 30-tägige, eine 3-tägige - oder keine Ausbildung durchlaufen hat.
Mein Versprechen: Ich halte meine Kompetenz immer auf dem State-of-the Art. Wenn ich lerne, dann von den Besten. An min. 30 Tagen in jedem Jahr bilde ich mich bei Koryphäen verschiedener Fachrichtungen fort. Denn meine Entwicklung ist mir genauso wichtig, wie Ihre.
Supervision und kontinuierliche Entwicklung
Es gibt dieses Klischee, dass die meisten Psychologen selbst einen "an der Waffel" haben. Und wenn ich mir an die eigene Nase fasse, kann ich sageb: In diesem Klischee findet sich mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Ich habe (oder besser: hatte) mindestens genauso viele "Macken", wie jeder andere Mensch da draußen. Doch ich habe mich Ihnen gestellt. Immer und immer wieder. Und aus Erfahrung kann ich sagen: Dieser Prozess geht niemals wirklich zu Ende.
Mein Versprechen: So lange ich lebe und arbeite, werde ich mutig sein. Ich werde mich meinen Schwächen stellen. Wenn ich mit mir selbst oder meiner Arbeit im Unreinen bin, werde ich mir den besten Coach für das Thema suchen, den ich kriegen kann. Ihr Erfolg hängt von meiner geistigen Klarheit ab. Und für die werde ich sorgen. Immer wieder.
Abgrenzung und thematische Fokussierung
Wenn ich mich auf dem Coaching-Markt so umsehe, beschleicht mich das Gefühl: Jeder ist heute Experte für Alles. Menschen, die nie wirklich ein Unternehmen von innen gesehen haben, sind plötzlich Business Coaches. Menschen, die über keinerlei psychologische Fachkompetenz verfügen, sind auf einmal Experten für Burn-out und Angstzustände. Ehrlich gesagt: Das macht mir ein bisschen Angst.
Mein Versprechen:
Ich kenne mich - mit all meinen Stärken und Schwächen. Ich weiß um meine Kompetenzen und Erfahrung. Und um deren Grenzen. Das bedeutet auch: Ich weiß, wofür andere besser sind als ich. Und ich pflege ein weitläufiges Netzwerk von Kollegen verschiedenster Fachrichtungen. Sollte ich das Gefühl haben: Jemand aus dieser Gruppe kann Ihnen besser helfen als ich, so werde ich gerne den Kontakt für Sie herstellen. Ich nehme nicht jeden Auftrag an. Aber wenn ich es tue, dann sind Sie bei mir richtig.
Meine Mission
Ich werde mich mit meiner ganzen Fachkompetenz, und auch mit meiner ganzen Persönlichkeit, meinem Wesen, für Sie einsetzen. Ich werde alles mir Mögliche tun, um Sie in Ihrem konkreten Anliegen zu unterstützen. Doch das ist nur meine Pflicht. Da ist auch noch die Kür:
Ich glaube, dass jeder Mensch wertvoll ist.
Ohne Wenn und Aber.
Wir müssen es nur verstehen.
Ich glaube, dass wir hier sind, um das Bestmögliche
aus unserem Potenzial zu machen.
Wir müssen es nur erkennen.
Ich glaube, dass das Wichtigste, was wir erreichen können,
der eigene Seelenfrieden ist.
Wir müssen es nur erfahren.
All dies glaube ich aus vollem Herzen. All dies weiß ich in den Tiefen meiner Seele. Und all dies möchte ich transportieren, wenn ich arbeite.
Sie sind besonders. Wertvoll.
Wenn Sie dies dauerhaft spüren
möchten, bin ich Ihr Coach.
04.10.2009: Farbe (be-)kennen...
Liebe Leser der Rosigen Zeiten,
and now for something completely different:
Meine Lebenspartnerin Ina Frerich hat vor einiger Zeit eine 2-jährige berufsbegleitende Ausbildung zum Diplom Image Consultant begonnen. Ein wesentlicher Teil dieser Ausbildung besteht in verschiedenen Lehrgängen zu Farb-, Typ-, und Stilberatung.
Ab Ende Oktober/Anfang November sucht sie etwa 10 Menschen, die sich gerne von ihr in punkto Farbe/Typ/Stil beraten lassen möchten. Das Ganze passiert bei ihr zuhause (Hamm/NRW), dauert je nach Umfang zwischen 2 und 4 Stunden - und kostet später ca. 80€/Stunde.
Im Augenblick ist das Ganze jedoch völlig kostenlos.
Sprich: Wenn Sie Lust haben (Ja, auch die Männer...), sich einmal in dieser Hinsicht professionell beraten zu lassen: Hier ist die wahrlich günstige Gelegenheit.
Bei Interesse bitte eine Mail direkt an sie schicken:
i.frerich@web.de
Bitte fügen Sie der Mail ein Foto von sich bei, denn sie braucht möglichst viele unterschiedliche Typen (Haar-, Augenfarbe, Hauttyp usw.). Es gilt dann einerseits: First come - first served, aber anderseits wird sie auch ein wenig auswählen wollen, je nachdem, was für "Typen" Interesse bekunden. Es gibt also keine Garantie - jedoch eine sehr gute Chance... :-)
29.09.2009: Der richtige Hebel...
Ich bekomme immer wieder erstaunte Rückmeldungen von Klienten, die sich wundern, dass "man schon in einer Sitzung so viel verändern kann..."
Das kollektive Bild von psychologischer Veränderungsarbeit scheint offenbar immer noch stark geprägt zu sein von Assoziationen mit der Psychoanalyse Freudscher Prägung - wo Klienten gut und gerne auch mal mehrere Jahre auf der Couch sitzen (oder liegen) - und in dieser Zeit den Gegenwert eines Mittelklassewagens bei ihrem Therapeuten lassen. Nach dem Motto: Viel hilft viel...
Es scheint weiterhin zu gelten: Je "schwerer" und "länger andauernd" das Problem, desto schwieriger und langwieriger muss auch die Lösungsfinfung sein.
Meine Erfahrung zeigt: Das stimmt nicht. Es kommt nicht auf die Zeit an - sondern auf den richtigen Hebel. Ein guter Coach weiß genau, wo er ansetzen muss, um Veränderung beim Klienten hervorrufen, die dann automatisch weitere Veränderungen nach sich ziehen.
Ich schätze, ich habe das an früherer Stelle schon mal geschrieben, aber Redundanz ist ja bekanntlich die Mutter der Pädagogik:
Menschen haben in der Regel nur einige Kernthemen, die sie immer wieder beschäftigen.
Das sind Themen wie Probleme mit dem Selbstwert, Probleme mit den Eltern bzw. der Kindheit an sich. Und diese Kernthemen bilden dann nach und nach kleine "Satelliten" heraus, die diese Kernthemen umschwirren - und aus ihnen gespeist werden. Jemand mit dem Thema Selbstwert hat dies also meistens in mehrfacher Hinsicht: Im Job, in der Beziehung, mit den Eltern usw.
Und nun kann man im Zweifel natürlich hingehen und diese Satelliten alle einzeln vom Himmel holen. Das ist gut für den Geldbeutel des Coaches/Therapeuten, aber eher schlecht für den des Klienten. Oder: Man setzt den Hebel gleich richtig an - und bearbeitet das Kernthema. Das ist im Zweifel genauso effektiv, aber wesentlich effizienter.
Warum aber arbeiten dann nicht alle so?
Nun, einerseits ist es tatsächlich schwieriger, von dieser Art von Coaching zu leben. Meine Klienten kommen im Schnitt vielleicht 3 oder 4 Mal zu mir. Ich brauche also letztlich viel mehr Klienten, als jemand, der sagt: "Schön. Wir sehen uns dann erstmal für 20 Sitzungen und dann sehen wir weiter..."
Zum anderen ist es aber auch eine Frage des Mutes und der geistigen Klarheit auf Seiten des Coaches. Denn: Direkt an die Kernthemen gehen - das tut manchmal weh. Das ist nicht immer "Schönwetter-Coaching". Und bringt den Coach im Zweifel auch an die eigenen Grenzen, an die eigenen "Themen". Und wer die nicht sauber bearbeitet hat, wird an diesen Stellen aussteigen. Und der Klient wird dies intuitiv spüren - und dicht machen...
Ich habe keine Angst. Zu mir darf kommen, wer mag. Und so tief gehen, wie es gehen muss...
24.09.2009: Hangover aus der letzten Inkarnation?
Seit ich mich mit Kinesiologie, Energetischer Psychologie oder systemisch-phänomenologischer Aufstellungsarbeit beschäftige, zweifle ich regelmäßig an meinem Verstand. Oder vielmehr: Mein Verstand zweifelt an dem, was wieder und wieder vor allen meinen Sinnen Realität wird.
Ich meine: Ich bin von Natur aus ein "nüchterner" Mensch. Ich wurde eher rational erzogen und habe eine naturwissenschaftlich-analytische Universitätsausbildung durchlaufen.
Und jetzt das: Als ich mich neulich mal wieder selbst habe coachen lassen (es ging um eine völlig irrationale Angst in meinem Leben), ließ mich mein Coach nach einigen vergeblichen Interventionen wissen: "Also ich habe jetzt alles "Normale" durch. Das kann nur aus einem anderen Leben kommen..."
Und dann machten wir eine kleine Aufstellung. Die "Hülle" einer früheren Inkarnationen, die meiner aktuellen Inkarnation - und meine "unsterbliche Seele". Und die hat "mir" dann erklärt, dass meine aktuelle Hülle so eine Art "Kater" aus einem früheren Leben hat. Dass diese Angst nichts weiter ist, als eine tief eingebrannte Erinnerung. Durchaus begründet, aber eben lange vorbei.
Ein paar Minuten später saß ich auf einem Stuhl und fiel für fünf Minuten in eine Trance. Ich konnte meine Augen nicht aufhalten, fühlte mich tonnenschwer. Dann war ich auf einmal hellwach - und mein Körper hatte eine Art Fieberattacke. Etwa eine Dreiviertelstunde. Gefühlte 40 Grad. Anschließend war meine Kleidung klatschnass.
Ich danach: Unglaublich gelöst. Die Angst? Ich "fühle" sie nicht mehr. Ich "kenne" sie noch. Wie eine Erinnerung eben.
Und jetzt schaue ich mir beim Schreiben zu und ein Teil von mir denkt: "Alter, hast Du deinen Verstand verloren?" Und vielleicht habe ich das in gewisser Hinsicht. Aber es fühlt sich verdammt gut an. Und mir fällt wieder der alte Spruch ein:
Wer heilt, hat Recht...
Coaching Blog: Rosige Zeiten...
Coaching in Wiesbaden, Frankfurt, Mainz und Rhein-Main.
19.09.2009: Stecken bleiben in Phase 5?
Ich bin ja schon ein Weilchen raus aus der akademischen Psychologie und interessiere mich dementsprechend nicht mehr so brennend für psychologische Theorien. Vor einigen Tagen ist mir jedoch in einem Special der Zeitschrift GEO zum Thema Persönlichkeitsentwicklung eine Theorie "untergekommen", die unmitelbar meine Aufmerksamkeit erregt hat - weil sie sehr viel Relevanz für mein praktisches Arbeiten hat. Es geht um das sogenannte Transtheoretische Modell der Veränderung. Dabei handelt es sich um theorieübergreifendes Stufenmodell zu Beschreibung von gewünschten Verhaltensänderungen, z.B. für den Klassiker, das "mit dem Rauchen aufhören".
Im Wesentlichen postuliert das Modell sechs Phasen der Verhaltensänderung ("Stages of Change"):
- Im Absichtslosigkeitsstadium („Precontemplation“) haben Menschen keinelei Absicht, ein als problematisch eingestuftes Verhalten zu ändern.
- Im Absichtsbildungsstadium („Contemplation“) entwicklen Menschen die Absicht, irgendwann "demnächst" das problematische Verhalten zu verändern.
- Im Vorbereitungsstadium („Preparation“) planen Menschen konkret, ihr problematisches Verhalten zu ändern und unternehmen auch erste Schritte in Richtung einer Verhaltensänderung.
- Im Handlungsstadium („Action“) vollziehen Menschen eine erste Verhaltensänderung.
- Im Aufrechterhaltungsstadium („Maintenance“) haben Personen Menschen das problematische Verhalten bereits aufgegeben, es kommt jedoch regelmäßig zu "Rückfällen".
- Im Stadium des Aufrechterhaltens ("Termination") des neuen Verhaltens ist die Veränderung abgeschlossen und das neue Verhalten vollständig integriert.
Das hat mich natürlich zu der Frage geführt: In welcher Phase befinden sich typischerweise die Klienten, die zum ersten Mal zu einer Coachingsitzung zu mir kommen? Zunächst könnte man natürlich meinen, Phase 3: Diese Menschen merken, dass sie etwas verändern wollen und suchen einen Coach auf.
Wenn ich mir meine bisherigen Klienten anschaue, kann ich aber eindeutig sagen: Es ist Phase 5. Diese Menschen haben schon eine ganze Menge probiert. Sie haben es bisweilen schon geschaftt, das ungewünschte Verhalten abzulegen - und haben eventuell schon andere "Helfer" aufgesucht - und sind irgendwann steckengeblieben.
Sie wissen, wo due Reise hingehen soll - haben aber für das letzte Stück (noch) nicht die richtige "Landkarte". Diese erarbeiten wir dann gemeinsam.
Den Weg gehen muss der Klient dann wieder allein.
Was wollen Sie gerade in Ihrem Leben verändern? Und: In welcher Phase sind sie gerade?
13.09.2009: Vergiss es nie...
Seit heute bin ich ganz offiziell Patenonkel meines vierjährigen Neffen Kay. Es war eine sehr schöne Tauf-Feier. Ich bin zwar schon vor langer Zeit aus Überzeugung aus der Kirche ausgetreten ("geistig" im Alter von etwa 9 Jahren), aber dennoch hat der Pastor viele passende Worte gefunden und Lieder ausgewählt, die mich insbesondere aus der Perspektive der systemisch-phänomenologischen Arbeit fasziniert haben.
Denn viele Menschen in meiner Coaching-Praxis (und mir selbst ist das von früher auch nicht fremd) versuchen aus einem Mangel an Selbstwertgefühl heraus, ihr Dasein zu rechtfertigen. Sie glauben, sie müssten ihre Existenz irgendwie "validieren".
Wie kann und soll man sich jedoch für eine Entscheidung rechtfertigen, die niemals in der eigenen Hand lag? Dieses Projekt ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und genau mit diesem Projekt zu brechen, ist der leichteste - und gleichzeitig schwerste Schritt, den solche Menschen machen können.
In diesem Sinne anbei der Text eines Liedes, das heute zu Beginn gesungen wurde:
Vergiss es nie, dass du lebst
Vergiß es nie,
daß du lebst, war keine eigene Idee
und daß du atmest, kein Entschluß von dir.
Vergiß es nie,
daß du lebst war eines anderen Idee,
und daß du atmest, sein Geschenk an Dich.
Vergiß es nie,
niemand denkt und fühlt und handelt so wie du,
und niemand lächelt so, wie du es gerade tust.
Vergiß es nie,
niemand sieht den Himmel ganz genau wie du,
und niemand hat je, was du weißt, gewußt.
Vergiß es nie,
dein Gesicht hat niemand sonst auf der Welt,
und solche Augen hast alleine du.
Vergiß es nie,
du bist reich, egal ob mit, ob ohne Geld,
denn du kannst leben, niemand lebt wie du!
Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur
du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.
Du bist Du!
(Jürgen Werth, deutscher Publizist und Liedermacher)
09.09.2009: Es darf auch leicht sein...
Heute ist etwas ganz Wunderbares passiert: Ein Klient mit einer - vereinfacht gesagt - schweren Kindheit - hat eine Aufstellung gemacht. So weit nicht ungewöhnlich. Das Tolle war jedoch: Es war nicht wirklich meine Idee - und sie fand auch nicht im Außen statt, sondern in der Innenwelt des Klienten.
Wir hatten eine leichte Trance eingeleitet, um den Klienten mit seinem inneren Kind kommunizieren zu lassen. Und auf einmal wurde klar, dass dieser jüngere Teil völlig mit "dunklen Paketen" beladen war - von denen aber auch wirklich gar keines zum Klienten gehörte.
Und ohne großartig etwas tun zu müssen, fing der Klient in der Innenwelt an, diese Pakete zu begutachten, um festzustellen, zu wem sie gehören - um sie dann nach und nach - sauber und ordentlich - an ihre jeweiligen Absender (Mama, Papa, Oma usw.) zurückzugeben.
Ich habe im Grunde nur daneben gesessen und mir angehört, was gerade passiert - und konnte anhand der Gestik mitverfolgen, wo gerade wieder etwas an seinen richtigen Platz gestellt wurde.
Es war eine wunderbare Erfahrung für mich. Keine einfache, aber eine sehr leichte Form von Arbeit...
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04.09.2009: Sie sind großartig!
Egal wie gut Ihr Tag bisher war: Schauen Sie sich dieses Video an - und er wird ein besserer sein...
Validation
01.09.2009: Zwei x drei macht vier - widdewiddewitt...
...und drei macht Neune!
Gerade eben hatte ich mal wieder (unfreiwillig) einen dieser wundersamen Kontakte mit einem "Jünger" von The Secret/Law of Attraction. Allein diese Tatsache ist eine zweifelsfreie Widerlegung dieser Denkschule - denn das ist das Letzte, was ich mir heute Abend gewünscht habe... :-)
Aber mal Spaß beiseite. Ich muss zugeben: Wir alle waren mal Anhänger dieser "Alles was ich mir wünsche wird Realität"-Illusion. Nämlich ungefähr im Alter von null bis knapp zwei Jahren. Entwicklungspsychologen wissen schon lange, dass Säuglinge in diesem Alter nicht wirklich zwischen sich und "der Welt" unterscheiden können. Sie haben einfach noch kein Selbstkonzept. Wenn es aber kein Selbst gibt, gibt es auch nichts, was als abgetrennt vom Selbst erlebt wird. Wunsch und Wirklichkeit sind in dieser Phase "Eins".
Außerdem funktioniert der Wunsch-Mechanimus in dieser Zeit wirklich recht gut (eine intakte Beziehung zu den Eltern vorausgesetzt). Ich habe Hunger - und mir wird Nahrung gereicht. Ich habe Schmerzen - und ich werde getröstet. Ich bin müde - und mir wird ein Schlaflied gesungen.
Eine (fast) perfekte Illusion...eine schöne Allmachtsphantasie.
Den Auflagen der entsprechenden Bücher nach muss ich also annehmen, dass ich von lauter Menschen umgeben bin, die - zumindest mit einem Teil ihres Denkapparats - auf dem Stand von Zweijährigen verharrt sind. Leider wissen es diese Leute nach meiner Erfahrung nicht zu schätzen, wenn man sie dann auch entsprechend ihrer geistigen Reife behandelt.
Ich muss da wohl noch an mir arbeiten...
27.08.2009: Alles wird immer teurer...
Stimmt nicht!
Die meisten guten Dinge in unserem Leben sind umsonst - weil unbezahlbar. Damit das nicht in Vergessenheit gerät, habe ich für meine Klienten das Journal der kleinen und großen Freuden erstellt, ein kleines Coaching-Tool, was Ihnen - bei nur 60 Sekunden Einsatz pro Tag - hilft, ein zufriedenerer Mensch zu werden. Und wer will das nicht sein?
Sie finden das entsprechende Werkzeug in meinem neuen Download-Archiv. Dort finden Sie weiterhin Presseartikel etc. von und mit Nico Rose, ein wachsendes Archiv mit professionell aufbereiteten NLP-Formaten - und eine Sammlung von weiteren Arbeitsblättern, Checklisten und Coaching-Tools aus meiner Praxis.
Viel Freude damit!
23.08.2009: Beruf kommt von Berufung!
Und das ist - meiner Meinung nach - nicht nur ein Wortspiel. Im aktuellen FOCUS habe ich Folgendes gelesen: Die Jobbörse Monster hat 1385 Arbeitnehmern folgende Frage gestellt:
Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten – würden Sie den gleichen Beruf noch einmal ergreifen?
Sage und schreibe 51% der Befragten äußerten, "sie würden am liebsten etwas komplett anderes machen". Nur 21% sagen, sie "hätten nicht anders gehandelt und lieben ihren Job".
Diese Zahlen haben mir sehr zu denken gegeben. Jetzt lege ich an dieser Stelle mal Zahlen aus der Gallup Engagement Studie 2008 dazu:
"Es hat sich kaum etwas verbessert: 67 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland fühlen sich kaum noch an ihr Unternehmen gebunden und machen Dienst nach Vorschrift, 20 Prozent haben innerlich bereits gekündigt. Lediglich 13 Prozent der Beschäftigten verspüren eine echte Verpflichtung gegenüber ihrem Unternehmen und arbeiten hoch engagiert. So lautet das Ergebnis des jüngsten Gallup-Engagement-Index, der heute Mittag in Berlin vorgestellt wurde. Der Index basiert auf zwölf Aussagen zum Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld, die knapp 2000 zufällig ausgewählte Arbeitnehmer ab 18 Jahre telefonisch abgegeben haben."
Nun ist mir klar, dass es eine ganze Menge Gründe gibt, seinen Job nicht sonderlich zu mögen: Mies gelaunte Chefs, nervige Kollegen, schlechte Arbeitsbedingungen...und...und...und.
Und trotzdem: Wie glücklich und engagiert kann jemand überhaupt in einem Beruf sein, den er/sie eh nicht (mehr) machen möchte - selbst wenn die Umstände ideal sind?
An dieser Stelle lasse ich den großen Goethe sprechen:
"Die Menschheit wird erst glücklich sein, wenn alle Menschen Künstlerseelen haben werden, das heißt, wenn allen ihre Arbeit Freude macht."
Wie ist es bestellt um Ihre eigene Künstlerseele...?
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Coaching in Wiesbaden, Frankfurt, Mainz und Rhein-Main.
18.08.2009: Die 80/20-Regel – auch für Coaching-Kandidaten?
Wie Sie vielleicht wissen, gibt es in meiner Coaching-Praxis in Wiesbaden kein kostenloses Vorgespräch oder gar eine kostenfreie erste Sitzung, wie bei vielen meiner Kollegen. Ich mag nicht so ganz einsehen, warum meine Arbeit in der ersten Sitzung weniger wert sein soll, als die in den potenziell folgenden Sitzungen.
Außerdem kommt eine nicht geringe Zahl der Klienten nur einmal. Nicht, weil es bei mir so schrecklich wäre, sondern, weil bei kleinen Anliegen und geschicktem Vorgehen einige Probleme dann bereits gelöst sind. Oder der Klient sich ab da selbst weiterhelfen kann.
Was ich aber natürlich anbiete, ist ein – durchaus sehr ausführliches – telefonisches Vorgespräch vor einer möglichen ersten Coaching-Sitzung. Und da ist mir mit der Zeit Folgendes aufgefallen: Je länger dieses Gespräch dauert, desto sicherer kann ich davon ausgehen, dass dieser Menschen niemals zur ersten Sitzung erscheint. Ich habe bei Gelegenheit durchaus schon über 90 Minuten mit potenziellen Klienten telefoniert, die sich dann mit einem „Ich melde mich…“ oder „Ich überleg´s mir nochmal…“ für immer verabschiedet haben.
Heute mache ich das nicht mehr. Ich begrenze diese Gespräche auf maximal 12-15 Minuten. Denn diejenigen, die wirklich wollen, sind eher kurz angebunden. Sie haben sich auf der Homepage umgeschaut, wollen dann nochmal kurz die Stimme zum Bild hören, etwas zum Finanziellen – und das war´s.
Sie sind schon vor dem Telefonat entschlossen und bereit, etwas zu verändern.
Insofern kann ich tatsächlich sagen: Mit etwa 80% (gemessen an der Dauer der Telefongespräche) „verdiene“ ich maximal 20% meiner Honorare – und umgekehrt. Pareto war schon ein verdammt schlaues Kerlchen….
13.08.2009: Abnehmen durch die Kraft der Gedanken...
Bevor Sie jetzt denken, "der Rose hat sich über Nacht in Eso-Spinner verwandelt": Nichts dergleichen ist passiert. Aber in den letzten Wochen habe ich mal wieder eine Lektion vom Leben erhalten - in diesem Fall über die eindrucksvolle Verbindung von Körper und Geist.
Fakt ist: Ich habe in den letzten Wochen etwa 4-5 Kilo abgenommen. Nicht, dass es dringend nötig gewesen wäre. Ich habe etwa 93 kg bei passabel trainierten 1,90m gewogen.
Jetzt liege ich wieder gut unter 90. Warum? Weil ich weniger gegessen habe. Kein Diät (an sich). Nicht mehr Sport und Bewegung. Keine Tipps und Tricks. Ich habe einfach weniger gegessen.
Warum? Weil ich kaum Hunger hatte - und immer noch weniger Hunger habe, als früher.
Und warum dies? Weil ich vor einigen Wochen eine bewusste Entscheidung getroffen habe. Ich habe mich entschieden, mehr als früher darauf zu achten, wofür ich meine "Energie" gebe, in welche Systeme ich mich hinein begebe - und mit wieviel meiner Kraft. Kurz: Ich habe beschlossen, achtsamer mit meinen Ressourcen umzugehen - auf einer rein geistigen Ebene.
Am nächten Morgen bin ich aufgewacht und hatte keinen Hunger. Mittags auch nicht. Abends auch nicht. Ich habe mit Müh und Not etwas Obst runter gekriegt. Am nächsten Tag das gleiche. Am darauf folgenden wieder. Am vierten Tag habe ich zum ersten mal wieder eine normale Mahlzeit zu mir genommen...
Mittlerweile esse ich wieder normal. Mit dem Unterschied, dass normal heute wahrscheinlich etwa 700-1000 Kalorien weniger pro Tag bedeutet. Ich habe keine logische, naturwissenschaftliche Erklärung für das, was ich erlebt habe. Aber manchmal brauche ich die auch nicht.
Meine laienhafte Erklärung: Wo weniger Energie raus geht, muss auch weniger nachgefüllt werden. Technisch gesehen habe ich wohl dafür gesorgt, dass mein "Seelenhaus" mit Isolierverglasung und Wärmerückgewinnung ausgestattet wurde. Ich kann nur noch nicht genau erklären, wie´s geht...
09.08.2009: Raupensuppe
Ich verstehe so ganz langsam, was mit der beliebten Metapher von Raupe und Schmetterling gemeint ist...
Der wichtige Punkt an der Geschichte für mich ist:
Die Raupe verwandelt sich nicht direkt in einen Schmetterling. Sie löst sich zunächst komplett auf. Wenn man zum richtigen Zeitpunkt in die "Puppe" schaut, befindet sich dort nicht viel mehr als ziemlich glibberiger Matsch.
Bedingt durch einige persönliche Umbrüche habe ich mich in den letzten Wochen zeitweise gefühlt, wie eben jener glibberige Matsch. Matschig eben. Aber dann doch auch: Irgendwie zuversichtlich.
Eine wichtige Entscheidung ist nun schon gefallen: Ich werde demnächst die Moderation des NLP-Forums auf XING abgeben. Irgendwann im nächsten Frühjahr wird die Mitgliederzahl dort die 10.000er-Marke knacken. An diesem Tag werde ich mich als hauptamtlicher Moderator zurückziehen.
Das ist einerseits ein Abschied - schafft aber Platz für Neues. Und diese Neue entsteht bereits jetzt. Ich habe eine neue Gruppe gegründet, die ich zusammen mit Bettina Stackelberg moderieren werde. Sie trägt den Namen:
SelbstBewusstsein. SelbstWert. SelbstLiebe.
Ich freue mich sehr darauf, so etwas noch einmal von Grund auf aufzubauen. Mit einem Thema, dass mir wirklich nah am Herzen liegt...
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07.08.2009: Lesen Sie...
...meinen Coaching Blog etwa auch an einem so schönen Tag wie diesem??
Tun Sie das nicht. Gehen Sie raus! Genießen Sie das schöne Wetter!!* Am Wochenende wird´s wieder trüb...
*Genau das mache ich jetzt auch.
03.08.2009: Vier Frauen berichten...
...über ihren ganz persönlichen Weg raus aus der Tretmühle - und zwar in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift VITAL.
Eine der Damen war Klientin im LIVIN´ROOM und erzählt von ihren Erfahrungen mit dem Coaching. Ich selbst sage dann noch etwas zu den Methoden. Siehe:
Auszug VITAL 08/2009
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28.07.2009: Ich bin ein Sinn-Verkäufer...
Dies ist die Antwort, die ich Menschen immer häufiger auf die Frage nach meiner Profession gebe.
Ich verkaufe Sinn. Oder genauer gesagt: Sinn-Konstruktionen. Denn als solche sehe ich die inneren Bilder an, die sich meine Klienten von sich selbst, ihrer Welt, und den Menschen darin machen. Es sind Konstruktionen.
Was ist damit gemeint?
Nicht erst den neuzeitlichen Konstruktivsten wie Heinz von Foerster oder Paul Watzlawick, sondern schon den Anhängern Buddhas, einigen griechischen Philosophen – und somit auch einigen Römern war bekannt, dass es niemals die Tatsachen an sich sind, die uns beunruhigen, sondern das innere Bild, was wir uns von diesen Tatsachen machen.
Menschen leiden also nicht an Fakten an sich, sondern an ihren Be-Deutungen dieser Fakten. Das birgt die Gefahr eines großen Schlamassels für den Menschen, der sich in seinen Konstruktionen verfängt – und große Chancen für einen Coach, denn unter Annahme der oben genannten Konstruktion ergibt sich folgende weitere Sinnkonstruktion:
Leiden ist (in der Regel) optional.
Man kann sich gewissermaßen dafür oder dagegen entscheiden. Und manchmal braucht es eben externe Hilfe, um sich neu zu entscheiden.
Ein einfaches, wenn auch etwas tragisches Beispiel:
Ein Mann Ende 30 kam neulich mit einem Problem in meine Coaching-Praxis. Die zentrale Ursache für dieses Problem war schnell ausgemacht: Der Klient hatte die Sinnkonstruktion, dass er im Alter von nur vier Jahren von seiner Mutter verlassen worden sei.
Wie sich auf mein Nachfragen schnell herausstellte, steht hinter dieser Konstruktion eine objektiv traurige Tatsache: Die Mutter dieses Klienten ist bei einem Ski-Unfall ums Leben gekommen, als der Klient vier Jahre alt war.
Insofern hat der Klient auf seine Weise Recht: Seine Mutter hat ihn verlassen. Die Frage für mich ist nun explizit nicht: Was ist die Wahrheit? Sondern eher:
Was wäre eine bessere, eine heilsamere Sinn-Konstruktion?
Ich habe dann dem Klienten (vielmehr: dem vierjährigen inneren Kind des Klienten) sehr behutsam erklärt, dass Menschen, auch solche, die man über alles liebt, leider manchmal sehr unvermittelt sterben – ohne dass man im geringsten etwas dagegen tun kann. Und dass einem – wenn man erst vier ist und noch nicht viel von der Welt versteht, sondern ausschließlich fühlt – dieses Sterben geradezu wie Verlassenwerden vorkommen muss.
Weiter habe ich dem Klienten dann erläutert, dass für den Tatbestand des Verlassenwerdens nach logischen Gesichtspunkten eine Intention vorhanden sein muss. Dass Verlassen planvolles Handeln seitens des Gehenden voraussetzt.
Nach und nach verstand das innere Kind des Klienten diese Logik. Der erwachsene Mann vergoss einige Tränen – und wurde dann zusehends ruhiger.
Was ist nun passiert? Es kam und ging ein Mann, dessen Mutter gestorben ist, als er vier Jahre alt war.
Jedoch: Es kam ein Mann, der von seiner Mutter verlassen worden ist. Aber es ging ein Mann, dessen Mutter einfach gestorben ist.
Und das macht offenbar einen Unterschied, der einen Unterschied macht.
Ich habe dem Mann eine neue Sinn-Konstruktion verkauft. Nicht die Wahrheit. Die kenne ich nicht. Und vielleicht, in einigen Monaten oder Jahren, wird der Mann eine neue Sinn-Konstruktion benötigen. Dann verkaufe ich ihm gerne wieder eine.
In der absoluten Gewissheit, dass es eine Sinn-Konstruktion ist, anzunehmen, dass es Sinn-Konstruktionen gäbe…
24.07.2009: Was wollen Sie von Ihrem Chef...
…was Sie von Ihrem Vater nicht bekommen haben?
So lautet eine etwas flapsige Frage, die ich manchen Menschen zu Beginn stelle, die wegen „Problemen mit einer Führungskraft“ zu mir ins Coaching kommen.
Dahinter steckt meine Überzeugung, dass es – außer vielleicht aus Gründen des Marketings – eigentlich wenig Sinn hat, zwischen Business- und Personality Coaching zu unterscheiden.
Menschen, die echte betriebswirtschaftliche Probleme haben, benötigen i.d.R. Beratung – aber kein Coaching.
Solche Menschen, die bei mir wegen Business-Themen aufschlagen, brauchen meistens ein persönlichkeitsbezogenes Coaching – nur dass sich dieses Problem für sie aktuell in ihrer beruflichen Rolle manifestiert.
Nun ist es sicherlich möglich, das aktuelle Anliegen auch direkt auf den beruflichen Kontext bezogen zu lösen. Jedoch erscheint mir das häufig als eher oberflächliche Lösung. It´s the easy way out. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass…
Denn auch wenn Ihnen die eingangs genannte Frage recht flapsig erscheinen mag, so steckt in ihr doch eine ganze Menge an Wahrheit. Die Erfahrung zeigt: Die meisten Menschen, die ein „Chef-Thema“ haben, haben auch ein „Papa-Thema“.
Doch während sich die Beschäftigung mit dem Chef-Thema zwar positiv auf das berufliche Leben auswirken würde, hätte die Lösung des Papa-Thema mit großer Wahrscheinlichkeit eine viel umfassendere, alle Lebensbereiche betreffende Entwicklung zur Folge.
Letztlich bleibt es aber immer die Entscheidung des Klienten, wie tief der Prozess gehen darf und soll. Heißt im Klartext:
Sie dürfen auch weiterhin mit Businessthemen zu mir kommen. Aber wundern Sie sich nicht, wenn Sie sich nachher besser mit Ihren Eltern verstehen… :-)
20.07.2009: Vom Ein-Satz-Coaching...
Gestern bin ich mal wieder in den Genuss von Ein-Satz-Coaching gekommen.
Mein Mentor gab mir einen einzigen Satz. Und der hatte eíne ungeheure (Nach-)Wirkung - eine, die mich bestimmt noch auf Wochen und Monate - oder wenn ich ehrlich bin - mein ganzes restliches Leben beschäftgen wird. Positiv wohlgemerkt!
Und das ist irgendwie auch das Wesen von gutem Coaching. Einerseits ist es Einsatz-Coaching. Der Coach setzt sich mit allem ein, was er/sie zu bieten hat. D.h., man nutzt nicht nur Coaching-Techniken und Fachwissen. Man bringt sich mit seiner ganzen Persönlichkeit ein, mit seiner eigenen Lebenserfahrung, seinen Werten - und dem gesunden Menschenverstand.
Und auf der anderen Seite ist das beste Coaching tatsächlich Ein-Satz-Coaching. Denn meistens ist es ein einziger, kondensierter Satz, der die nachhaltigste Wirkung zeitigt. Manchmal braucht es tatsächlich nur zehn Sekunden, diesen einen Satz zu finden. Manchmal auch zwei Stunden oder fünf Sitzungen.
Aber es ist und bleibt Ein-Satz-Coaching...
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17.07.2009: Geistige Klarheit ist vor allem...
...eine Frage des Mutes.
Das ist eines der Lieblings-Bonmots meines wichtigsten Mentors.
Zwei Arten von Coaching-Klienten
Es gibt in meiner Coaching-Praxis ungefähr zwei Arten von Klienten:
Die eine Gruppe hat ein klar abgegrenztes Problem zu bearbeiten, z.B. Schwierigkeiten in einer neuen Führungsrolle. Sie kommen zu einigen Terminen und wenn das Problem gelöst ist, gehen sie wieder. Das ist ganz wunderbar.
Und dann gibt es eine Gruppe von Klienten, die vielleicht gar nicht so genau sagen können, was das Problem ist. Da geht es eher um grundsätzliche, existenzielle Fragen: Probleme, die aus einer gründlich verkorksten Kindheit herrühren. Grundsätzliche Zweifel am Selbstwert oder der Selbstliebe. Fragen zum (manchmal nicht ersichtlichen) Sinn des Lebens.
Da geht es häufig um Bitter-Böses. Täler voller Tränen. Tiefe Fassungslosigkeit...
Wie weit kann der Coach mitgehen?
Ich habe mittlerweile festgestellt, dass in meiner Coaching-Praxis die zweite Klienten-Gruppe häufiger auftaucht, als die erste - obwohl "der Markt" für die erste Gruppe deutllich größer sein dürfte.
Woran liegt das?
Ein nicht unerheblicher Teil meiner Klienten macht zu Beginn der Sitzung(en) in etwa folgende Aussage: "Ich war vorher schon woanders und es hat mir sehr geholfen - aber an irgend einem Punkt bin ich dort nicht weitergekommen..."
Diese Menschen waren in der Regel bei sehr erfahrenen NLPlern, Psychoanalytikern, Verhaltenstherapeuten usw. Und ihnen wurde dort meisterlich geholfen. Bis zu einem gewissen Punkt.
Und dieser Punkt ist häufig dann erreicht, wenn es eben um diese existenziellen Fragen geht. Wenn es darum geht, abgrundtiefer Traurigkeit ins Auge zu blicken, traumatische Ereignisse aufzuarbeiten, sich mit jahrzehntelangem Schmerz auseinanderzusetzen. Hier ist bei vielen fachlich hervorragenden Coaches und Therapeuten Schluss.
Weil sie sich diesen Themen nicht in ihrer absoluten Tiefe stellen wollen. Vielleicht, weil sie es nicht aushalten.
Ist das, was kommt, noch "zum Aushalten"?
Menschen öffen sich nach meiner Erfahrung allerdings nur für solche existenziellen Themen, wenn sie sich sicher sein können, dass der Coach sie auch wirklich an diese düsteren Orte begleiten kann.
Wenn sie sicher sein können, dass er das aushält. Ohne zu verharmlosen. Aber auch, ohne in Furcht zu erstarren. Wenn sie sicher sind, dass der Coach hinschauen kann. Mit Gefühl. Und geistiger Klarheit.
Ansonsten machen sie vorher dicht...
12.07.2009: Scheiden tut (manchmal nicht) weh...
Ich habe (höchstwahrscheinlich) Psychologie studiert und diverse Coaching-Ausbildungen absolviert, weil ich es etwas für Menschen tun möchte.
Nun bringen es bestimmte Rollen im Leben jedoch mit sich, dass man auch mal etwas gegen Menschen tun muss - weil es dann wieder für andere Menschen ist.
Heute sah ich mich gezwungen, als Moderator des NLP-Forums auf XING einen Teilnehmer auszuschließen, der wiederholt sehr unangenehm durch seine Beiträge aufgefallen war. So etwas fällt mir nicht leicht - und ich mache es auch nicht leichtfertig.
Aber manchmal gehört es eben zur Verantwortung dazu, Stellung zu beziehen. Einen Standpunkt einzunehmen. Aufgrund der eigenen, inneren Werthaltung - im Zweifel auch - unpopuläre Entscheidungen zu treffen.
So halte ich es im Übrigen auch mit meinen (potenziellen) Coaching-Klienten. Ich nehme nicht jeden Klienten und bearbeite auch nicht jedes Anliegen von bereits gewordenen Klienten. Ich bin ein Dienstleister. Ich leiste einen Dienst.
Und dazu gehört für mich (entgegen dem Verständnis vieler Kollegen), dass ich mich mit meiner ganzen Persönlichkeit, meinen Werten und meiner Intuition für den Klienten einbringe.
Und dass ich mich manchmal auch dagegen entscheide...
07.07.2009: Ich bin offenbar ein Vorbild...
...zumindest was das Thema "Eigenmarketing" angeht.
Wenn Sie meinen Blog regelmäßig verfolgen, dann wird Ihnen nicht entgangen sein, dass ich derzeit intensiv an einer Fokussierung und Profilierung meiner Coaching-Kompetenz arbeite. Während die dahingehende Anpassung meiner Homepage noch ein Weilchen benötigen wird, trete ich auf meinem XING-Profil bereits unter dem neuen "Branding" auf.
Und dieses ist offenbar so gelungen, dass sich eine Kollegin aus Bayern heute bemüßigt fühlte, meine "Marke" inklusive Claims zu 99% wortgleich auf ihr XING-Profil zu kopieren - und zwar kurz nachdem ich Sie als Moderator des Coaching-Forums auf XING in die Gruppe eingelassen hatte. Ich schwanke gerade noch zwischen Bewunderung und Verärgerung ob so viel Chuzpe.
Mittlerweile hat sie nach einer Ermahnung durch mich die Texte wieder geändert...
Vorankündigung
Durchaus schweren Herzens heißt es also bald: Abschied nehmen vom LIVIN´ROOM! Die Zukunft gehört:
Nico Rose
LÖSUNGEN zum LEBEN.
Unter den Marken:
Besonders. Wertvoll. Sein.
sowie
Sinn & Selbst. Bestimmung.
werde ich mich in Zukunft schwerpunktmäßig dem Coaching von Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl widmen, sowie Klienten dabei unterstützen, ihre wahre Berufung zu finden.
Und das gibt es in der Form nur hier - bzw. demnächst auf:
www.loesungen-zum-leben.de.
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05.07.2009: Was ist eine somato-psychische Störung?
Ja, sie haben richtig gelesen. Somato-psychisch. Kein Wortdreher...
Während es weitgehend akzeptiert ist, dass körperliche Symptome rein psychische Ursachen haben können (z.B. der berühmt-berüchtigte "nervöse Magen"), dass Menschen also "psycho-somatische Störungen" haben können, gibt es da draußen auch noch ein weitestgehend unbekanntes Terrain zu erkunden: Das der somato-psychischen Störungen. Hier zeitigt eine Fehl- oder Mangelfunktion des Körpers negative Folgen für das psychische Befinden.
Psycho- oder Physiotherapie?
Die akademische Psychotherapie kennt zum Beispiel unter der Nummer F41.1 im ICD-10 (eine Art Lexikon für Krankheiten) die sogenannte "Generalisierte Angststörung" (GAS). Diese ist gekennzeichnet durch "eine generalisierte und anhaltende Angst, die nicht (wie bei den phobischen Störungen) auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt ist, sondern vielmehr frei flottiert."
Nun sind solche Menschen bei einem Psychotherapeuten oder Neurologen sicherlich gut aufgehoben. Es könnte jedoch sein, dass sich zumindest für einen Teil dieser Personen auch ein Besuch bei einem geschulten Physiotherapeuten als heilsam erweisen könnte.
Wenn das Säugetier Mensch den Schwanz einzieht...
Alle Menschen haben am unteren Ende der Wirbelsäule das Steißbein. Dieser Knochen ist sozusagen unser rudimentärer Säugetier-Schwanz, ein mittlerweile funktionsloses gewordendes Erinnerungssück an die Zeit, als wir noch in den Bäumen herumkletterten.
Dieser Knochen ist beweglich, kann aber mangels degenerierter Muskeln nicht mehr aktiv bewegt werden. Er kann jedoch - z.B. durch ein ordentlichen Sturz auf den Hintern, wie er bei fast allen Babys regelmäßig vorkommt - dauerhaft abknicken.
Die Preisfrage an alle Hundebesitzer:
Was macht ihr bester Freund, wenn er sich ängstigt? Er zieht den Schwanz zwischen die Hinterläufe. Dies ist das tierische Äquivalent zum abgeknickten Steißbein. Zum Glück hat Hasso die nötigen Muskeln, um den Schwanz nach überstandener Gefahr wieder auszufahren - und bei nächster Gelegenheit wird wieder freudig gewedelt.
Uns Menschen ist das nicht möglich. Abgeknickt bleibt abgeknickt. Fortan signalisiert der Körper ständig (zumindest unterschwellig): Ich bin in Alarmbereitschaft!
Es droht Gefahr!!
Finger im Po - Mexiko
Psychopharmaka können diese Form der Angst zwar mildern, jedoch nicht die Ursache beseitigen. Abhilfe kann hingegen ein Physiotherapeut schaffen, der das Steißbein durch einen manuellen Eingriff wieder aufrichtet. Das ist keine besonders angenehme Prozedur (Wenn Sie verstehen, was ich meine...), aber dann doch das sprichwörtliche Ende mit Schrecken, was wesentlich angenehmer ist, als ein - im wahrsten Sinne des Wortes - Schrecken ohne Ende...
30.06.2009: Manchmal gibt es eben keine "echte" Lösung...
Das "Waffenarsenal" der Coaches und Psychologen wird immer umfangreicher. Während man zu Beginn des letzten Jahrhunderts im Wesentlichen zwischen Leiden, Psychoanalyse und Elektrokrampftherapie wählen konnte (aus meiner Sicht: 3 x Leiden), gibt es heute eine schier endlose Anzahl von mal mehr, mal weniger akademischen oder auch esoterischen Verfahren:
VT, Tiefenpsychologie, NLP, EFT, TA, Aufstellungen, Kinesiologie, Psych-K, RET, Psychopharmaka...und...und...und.
In den letzten Wochen und Monaten hat mich insbesondere die in vielen Fällen durchschlagende Wirkung der Aufstellungsarbeit in Kombination mit NLP fasziniert. Hiermit kann ich Klienten in - zum Teil - nur ein oder zwei Sitzungen nachhaltig bei Anliegen helfen, mit denen sie zuvor bereits mehrere Therapeuten und den Gegenwert eines Kleinwagens "verschlissen" haben.
Doch auch hier gibt es immer wieder Grenzen. Manche Dinge - vor allem früh erlebte Traumata - werden einfach nicht wieder "richtig gut". Es gibt Linderung, Besserung.
Aber keine echte Lösung!
Und dann ist gerade das die Lösung: Zu akzeptieren, dass manche Dinge nicht wieder vollkommen heil werden. Dass Narben zurückbleiben. Empfindliche Punkte. Ein Rest Schmerz und Sehnsucht nach etwas, was nie wirklich da war...
Das passende und oftmals heilende Wording in einer Aufstellung ist dann ein einzelnes Wort:
Schade...
27.06.2009: Ich habe mich verliebt...
Jedoch: Sorgen machen muss sich meine Freundin nicht. Denn diese frische Liebe gilt dem Land, dass ich gerade - wenn auch nur kurz - besucht habe: Schottland. Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch so geht, aber manchmal komme ich an einen neuen Ort und merke instantan: Hier werde ich mich wohlfühlen, hier könnte ich mich auch zuhause fühlen.
Und dabei geht es nicht nur um die wunderschöne Landschaft. Wobei die alleine schon ein guter Grund wäre: Alles scheint ein bisschen grüner, frischer zu sein. Die Landschaft wirkt rauher, aber auf eine seltsame Art und Weise in ihrer Rauhheit geordneter.
Was mich jedoch noch mehr beeindruckt hat, ist die Mentalität der Schotten. Man spürt, dass sie einfach gerne Schotten sind, dass sehr stolz darauf sind, Schotten zu sein. Man kann es an jeder Ecke spüren - und man sieht es durch die Gesichter der Menschen scheinen.
Für einen Deutschen aus meiner Generation ist das (leider) noch etwas sehr Besonderes...
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21.06.2009: Die iPod-Shuffle-Therapie - Episode I
- Ist Steve Jobs in Wirklichkeit ein Schamane?
- Gibt es den iPod demnächst auf Kassenrezept?
- Wann wird Heavy Metal endlich als Psychopharmakon zugelassen?
- ...
- ...
- Und schließlich: Was ist der Sinn des Lebens?
Man weiß ja schon recht lange, dass Musik einen heilenden Charakter haben kann, sei es im Machen oder auch nur im Zuhören. Während ich dieses Wissen in der Kindheit hatte, ist es mir in den letzten Jahren ein wenig abhanden gekommen. Doch nun habe ich es wiederentdeckt...
Seit etwa einem Jahr habe ich so einen iPod Shuffle, dieses Mini-Ding, kleiner als eine Streichholz-Schachtel, jedoch 20 Stunden Musik darauf. Ca. 11 Monate hat er mehr oder weniger unbeachtet in einer Schublade sein Dasein gefristet. Vor einigen Wochen jedoch habe ich ihn dann - warum auch immer - wieder hervorgeholt. Und seitdem ist er meiner ständiger Begleiter.
Und siehe da: Mein iPod "weiß" immer, was ich brauche, was bei mir gerade ansteht. Steve Jobs scheint ein Hellseher zu sein.
Die letzten Wochen sind für mich - bedingt durch meine Ausbildung zum Aufstellungsleiter - eine emotional sehr bewegende Zeit. Ich lerne ungeheuer viel über mich. Warum ich hier bin. Warum ich so hier bin, wie ich hier bin.
Vor und nach den Aufstellungstagen schmeiße ich immer den iPod an. Er steht auf Shuffle - und ich lasse mich einfach von dem anmuten, was er für mich auswählt. Die Konsequenzen:
Die Menschen fangen an, mich komisch anzuschauen, weil ich mitten im Bus auf einmal beginne, heftig zu weinen. Oder weil ich einen Lachanfall epischen Ausmaßes bekomme.
Vielleicht halten mich die Leute für irre - aber das stört mich nicht. Denn es heilt!
Außerdem ziehe ich eh bald in ein anderes Bundesland...;-)
Also hier mein Coaching-Tipp für Sie:
Machen Sie Ihren iPod gerammelt voll. Mit der Musik, die Sie wirklich mögen - je mehr desto besser. Stellen Sie sicher, dass die ganze Bandbreite der "musikalischen Emotionen" abgedeckt ist, sprich: Gute-Laune-Musik, Schlechte-Laune-Musik. Leises. Lautes. Langsames. Schnelles. Rock. Pop. Klassik. Jazz. Heavy Metal. Usw.
Stellen Sie den iPod auf Shuffle. Und wenn etwas Sie emotional bewegt, dann nehmen Sie sich ein bisschen Zeit, um Musik zu hören. Einzige Regel: Wenn Ihnen das Lied, was als erstes kommt, nicht passt, dürfen Sie maximal zweimal auf "Weiter" drücken. Akzeptieren Sie spätestens das dritte Lied, egal, was es ist. Und lassen Sie sich davon anmuten...
Ein mögliches Ergebnis:
Ich hatte heute die Ehre - oder wie der Aufstellungsleiter sich ausdrückte: Gnade - an der (bisher) tiefgehendsten Aufstellung meines Lebens teilzuhaben. Es wäre müßig, den Prozess in Worte kleiden zu wollen, aber es ging grob gesagt um die Themen "Das Leben annehmen", bzw. "Was es in einem größeren Rahmen betrachtet überhaupt bedeutet, ein Mensch zu sein - und was der Sinn oder Unsinn an der Sache ist". Die Aufstellung erstreckte sich über vier Generationen, und je weiter sie fortschritt, umso mehr wurde deutlich, dass es kaum noch um konkrete Personen ging, sondern vielmehr um übergreifende Prinzipien des Lebens an sich:
Was es heißt, ein Opfer zu sein. Was es heißt, ein Täter zu sein. Und wie all das in einer "Seele" vereint sein kann.
Was es heißt, sein Leben zu geben, damit jemand, den man liebt, überleben kann. Und wie diese "gefühlte" Schuld den Überlebenden dazu bringen kann, sein eigenes Leben nicht ganz nehmen zu können, nicht vollends zu leben.
Und schließlich: Dass es trotzdem Lösungen gibt. Trotz allem. Oder vielleicht: Gerade deswegen. Es gibt Lösungen.
Lösungen zum Leben!
Was mein iPod mir heute vorher und nachher geschenkt hat:
The Mindtraveller
I travel over high mountains
through deep valleys and forests
crossing great rivers
in search of knowledge of the gods
from far beyond place and time
I hear a whispering wind
it tells me to strive on
through the horizon of my thoughts
I am the mindtraveller
my quest is man's destiny
teach me secret holy spells
and the wisdom of the elderly
Gazing into my mind
entering my soul
is there not a secret to unfold
(here I have advices to be told)
I am the mindtraveller
seeking wisdom of yore
I am the mindexplorer
striving to know so much more
spirits of history fill my soul
with divine old words
I am on the right track
out of the haze I'll emerge
I reach unknown corners
in the back of my mind
never been here before
still I recognise it all
I hear the whispering voices
clearly all around me
echoing in the valley
where magic intellect dwells
Finally I can see the blind
not knowing why they exist
I hear laments of nature
where led the path we missed?
(Falconer)
This Is The Time
Watching in silence, I hesitate: It was not in the plans
all of our lives we could only wait: It was out of our hands
and every war where we took the day, it was all in our heads
and though in the dark we dream at night, they were better unsaid
But this is the time and this is the place
and these are the signs that we must embrace
the moment is now, in all history
the time has arrived and this is the one place to be
We placed our years in the hourglass, they were never unearned
and we seemed destined to watch them pass - it was never our turn
But this is the time and this is the place
and these are the signs that we must embrace
the moment is now, in all history
the time has arrived and this is the one place to be
(Savatage)
20.06.2009: Wo ist der Fokus?
Wenn wir mal ehrlich sind: Es gibt zig Tausende von Coaches "da draußen". Alleine, wenn ich mich auf XING umschaue, wird mir ganz schwindelig. Wenn ich mir dann allerdings die Webseiten meiner Mitbewerber so anschaue, fällt mir auf, wie sich die Aussagen zu Profil und Leistung vielfach ähneln. Jeder macht und kann irgendwie Alles. Die Angebote wirken häufig austauschbar.
Aller Anfang ist breit?
Auch muss ich mir dabei ein bisschen an die eigene Nase fassen. Wenn ich mir z.B. frühere Versionen meiner Website anschaue, wird mir ganz schummrig. Da konnte und wollte ich auch noch alles. Jedoch: Wo soll die Spezialisierung herkommen, wenn man noch recht am Anfang steht? Woher soll man wissen, was man besonders gut kann? Und was vielleicht einmal so etwas wie die eigene Kernzielgruppe sein könnte?
Die Erfahrung macht´s.
Glücklicherweise merke ich: Je länger ich als Coach mein Geld verdiene - und je mehr Klienten bei mir waren, umso klarer wird mir auch, was ich gut, vielleicht sogar deutlich besser als andere kann. Was mir am meisten Freude bereitet. Und auch: Welche Klienten mit welchen Themen auf häufigsten auftauchen. Dies zu verstehen ist ein sehr gutes Gefühl.
Und auf der anderen Seite zu wissen, was nicht so gut läuft: Das ist ebenfalls sehr wichtig. Ich kann mittlerweile ruhigen Herzen Klienten an Kollegen abgeben, weil ich gleich am Anfang merke: Not my cup of tea. Da sind andere besser...
Fokus, Fokus, Fokus!
Wo wird die Reise für mich hingehen? Wenn ich mir ansehe, mit welchen Menschen ich bisher am intensivsten und erfolgreichsten gearbeitet habe, dann kristallisieren sich drei Kerngebiete heraus:
- Probleme mit dem Selbstwert-Gefühl (im weitesten Sinne);
- Werte-orientierte Karriereberatung und Finden der eigenen Berufung;
- Immer noch: Anti-Tretmühlen-Coaching (In erster Linie: Das Fehlen der inneren Erlaubnis für Erfolg und Glücklichsein).
Ich glaube heute sagen zu können: Für solche Anliegen bin ich (mittlerweile) Experte. Lösungen zu finden für diese drei Themenblöcke ist meine große Stärke. Und auch meine Leidenschaft.
Was mich am Ende des Tages aber kein bisschen wundert. Wenn ich mir meine eigene Entwicklung vor Augen führe, kann ich ganz klar sagen:
Da habe ich ein Heimspiel! :-)
16.06.2009: Ich habe mich wieder ent-twittert...
Nach sieben Tagen Testphase. Sehe darin gegenwärtig keinen Sinn für mich.
Außerdem zwingt einen die Struktur der Kommunikation und der Kontaktmöglichkeiten offenbar dazu, ständig online zu sein, weil man sonst nicht mitkriegt, dass man irgendwelche Porno-Fritzen als "Follower" hat.
Da habe ich derzeit keine Lust drauf...und auch keine Zeit dafür...
Die widme ich doch lieber meinem Blog. Rosige Zeiten gibt es auch hier...
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13.06.2009: Die Kraft der Ahnen...(Teil 2)
Vor einigen Tagen hatte ich ja bereits das Buch Ohne Wurzeln kein Flügel von Bertold Ulsamer vorgestellt. Eine Passage daraus ist mir besonders im Kopf hängen geblieben - unter der Überschrift "Aufstellungen als Lebensschule":
Wer sich längere Zeit mit Familienaustellungen beschäftigt, mit dem geschieht etwas Seltsames: Er fängt an, sich zu Hause ein Eckchen mit Familienbildern einzurichten.Plötzlich ensteht ein Interesse an alten Bildern und Fotos, die vorher in Schubladen verstaubt sind.
Was passiert innerlich? Wer ein Bild von den Urgroßeltern und Großeltern an der Wand hat, erkennt, dass er dazugehört, ein Teil dieser Familie ist. Er entdeckt sich als Teil eines größeren Ganzen. Er wird geboren, wächst auf, hat vielleicht selbst Kinder, und eines Tages wird er alt, und irgendwann kommt der Tod. So ist es allen aus seiner Familie vor ihm ergangen, so wird es allen nach ihm gehen. Er erlebt sich in dieser Kontinuität. Vieles wird dann relativiert, zum Beispiel die Bedeutung von Schönheit, Attraktivität und Jugendlichkeit. Man sieht auf den Fotos, dass all das kommt, da ist - und wieder vergeht.
Aus dieser Verbundenheit enstehen Gelassenheit und ein Vertrauen auf das, was durch die Generationen fließt - das Leben. Aus dieser Verbundenheit entsteht ein Annehmen dessen, was ist. Es ist das Gefühl, vom Leben an die Hand genommen zu sein, auch ohne es ganz verstehen und erfassen zu können.
Ich kann nur sagen: Der Mann hat Recht!
Jedenfalls war ich am Wochenende bei meinen Eltern und habe angefangen, in alten Kisten und gar Koffern voller Fotos zu wühlen. Habe mir die schönsten herausgepickt und eine Collage gebastelt. Die Großeltern meiner Mutter auf der einen Seite, die meines Vaters auf der anderen. Darunter ein Bild der Hochzeit meiner Eltern - schließlich Kinderfotos von mir und meinem großen Bruder. Das Ganze hängt jetzt in meiner Wohnung, immer in Sichtweite.
Und einer weiterer Bilderrahmen wurde gekauft und ist noch frei. Denn das Leben geht weiter...
09.06.2009: Coaching-Gezwitscher...
Heute - zum Üben - weniger als 140 Zeichen, denn:
Nico Rose ist jetzt auch auf Twitter zu finden!!
Rosige_Zeiten
05.06.2009: Interview in der BERATERZEITUNG.de
Heute nur ein kurzer Hinweis auf Interview, welches Herr Jörg Osarek, der Herausgeber der Beraterzeitung, mit mir zu der VIGOR-Studie geführt hat:
Die Beraterzeitung
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02.06.2009: Was passiert in einer Familienaufstellung?
Das Thema Familien- bzw. System-Aufstellungen hat mich auch in den letzten Tagen weiter sehr beschäftigt. NIcht nur, dass ich die überaus positiven Auswirkungen meiner eigenen Aufstellung von vor zehn Tagen weiterhin genießen darf - je mehr ich mich fortbilde und auch meine eigenen Themen bearbeite, desto klarer wird mein Blick auch für die systemischen Hintergründe der Anliegen meiner Klienten.
Gegenwärtig sieht es so aus, dass ich fast jedem meiner Klienten rate, neben dem 1-1 Coaching bei mir auch mal einen Aufstellungstag bei befreundeten Coaches zu besuchen - um dann anschließend den Prozess bei mir fortzusetzen. Das Coaching erhält dadurch eine ganz andere Tiefe und auch Wirkung.
Vor allem das häufig zu beobachtende "Zurückfallen in alte Muster" wird mit Hilfe der richtigen Aufstellung wesentlich minimiert.
Ich war daher immer auch auf der Suche nach einem guten Buch als Einführung in die Aufstellungsarbeit - denn in wenigen Worten von mir erklärt, klingt das Ganze immer ein wenig esoterisch, wenn nicht gar unglaubwürdig. Ich wollte ein Buch, welches klar und anschaulich verdeutlicht, was während einer Aufstellung passiert, warum welche Interventionen gemacht werden - und welche Effekte dies haben kann.
Am letzten Wochenende habe ich so ein Buch gefunden:
Ohne Wurzeln keine Flügel von Bertold Ulsamer leistet auf etwas mehr als 200 Seiten genau das, was ich mir gewünscht habe: eine hervorragende Beschreibung der Aufstellungsarbeit - ohne sich dabei zu sehr in technische Details zu vertiefen, ohne Bert Hellinger zu sehr zu lobhudeln, ohne die schwer zu erklärenden Phänomene auszulassen oder zu verharmlosen. Stattdessen eine klar verständliche Struktur und Sprache, viele anschauliche Praxisbeispiele und gelebte Erfahrung. Für mich: einfach gut.
Wenn Sie sich also demnächst einmal schlau machen möchten, aber noch nicht bereit sind, selbst an einem Aufstellungstag teilzunehmen: dieses Buch kann ich Ihnen wirklich ans Herz legen.
31.05.2009: Wir coachen die Welt...
...ist das Motto der ersten Coaching Convention vom 16.-18. Juli 2009 in Wien.
Auf die Besucher warten:
- Spannende Impulse;
- Greifbarer, konkreter Nutzwert;
- Neue, sofort umsetzbare Denkrichtungen.
Sie sind dort richtig...
- Wenn Sie sich für Coaching interessieren;
- Wenn Sie von Expertenwissen profitieren wollen;
- Wenn Sie Top-Coaches live in Aktion erleben möchten.
Videos, Fotos und Impressionen zu den letzten Veranstaltungen in Deutschland - und natürlich die Anmeldemöglichkeit gibt es hier:
www.coaching-convention.de
Ich kann leider nicht in Wien dabei sein, unterstütze die Coaching Convention aber neuerdings auch als Co-Moderator des entsprechenden Forums auf XING. Ich würde mich freuen, Sie dort begrüßen zu können...
Gruppe Coaching Convention auf XING
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24.05.2009: Die Kraft der Ahnen...
...habe ich gestern wieder einmal am eigenen Leib spüren dürfen. Ich befinde mich ja derzeit in einer Ausbildung für Aufstellungsarbeit und habe am gestrigen Tag ein Thema aufstellen lassen, was ich jetzt schon einige Monate bewusst - und mein ganzes Leben lang unbewusst mit mir, oder besser gesagt, für meine "Sippe" mitgetragen habe.
Nachdem sich gestern in der Aufstellung eine klare Lösung gezeigt hat, fühle ich mich ein Stück weit wie ein neuer Mensch. Nicht, dass es mir vorher abgrundtief schlecht ging, aber es ist nochmal ein ganz neues Level von Zufriedenheit.
Eine Zufriedenheit, die aus der neuen Erfahrung entspringt, auf der tiefsten Ebene verstanden zu haben, warum ich wie ticke (und einige wichtige Menschen um mich herum). Nach dieser Aufstellung macht es im Minutentack Klick-Klick in meinem Kopf. Es fühlt sich an wie ein Puzzle, dessen Teile sich endlich zusammenfügen wollen - oder vielleicht wie ein Zauberwürfel, der in Windeseile vom Kuddelmuddel in die Ordnung gebracht wird. Und das wieder und wieder und wieder für viele meiner "Lebensthemen".
Mag man von Bert Hellinger denken, was man will. In meinen Augen hat er mir - und wahrscheinlich der Welt als solcher ein großes Geschenk gemacht...
20.05.2009: Umfrage zu Lebenszielen und Zufriedenheit
Heute möchte ich Sie um einige Minuten Ihrer Zeit bitten. Ich habe gerade die 2. Runde meiner Umfrage zum Themen Lebensziele und Lebenszufriedenheit gestartet. Der Bogen wurde überarbeitet und vor allem wesentlich verkürzt.
Er ist jetzt ohne Probleme in ca. 5 Minuten auszufüllen.
Es wäre toll, wenn Sie sich diese Zeit nehmen könnten.
Zum Fragebogen geht es hier entlang.
Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis einer Psychologie der Lebensführung.
Wenn Sie darüber hinaus noch Freunde oder Bekannte haben, für dieses Thema ebenfalls interessant sein könnte, dürfen diese Menschen natürlich ebenfalls gerne teilnehmen. Schicken Sie ihnen doch bitte einfach diesen Link:
www.voycer.de/umfrage/?sid=67282
Im Voraus herzlichen Dank!
17.05.2009: Wann muss der Coach zum Coach?!
Das ist eine merkwürdige, aber doch sehr wichtige Frage. Ich denke, niemand erwarten von einem Coach, dass dieser ein allwissender, erleuchteter Buddha ist, aber:
Je klarer der Coach im Kopf ist, je mehr er seine eigenen "Themen" bearbeitet hat, desto effektiver wird auch seine Leistung mit den Klienten sein. Zu groß ist die Gefahr, dass der Coach sonst in sein eigenes Thema abruscht, wenn der Klient mit etwas Ähnlichem bei ihm aufläuft.
Für mich gilt deshalb ein einfaches Motto:
Ich coache nur Themen, die für mich "durch" sind.
Wenn ich merke, dass das Thema, mit dem der Klient bei mir aufschlägt, noch irgend etwas in mir selbst "antriggert", verweise ich ihn an jemandem aus meinem Netzwerk. Und dann gehe ich selbst zu einem Kollegen meines Vetrauens - und der Coach wird wieder zum Klienten.
Solange, bis auch dieses Thema für mich "durch" ist - und mein eigenes Spektrum um ein Thema reicher...
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13.05.2009: Als Coach wird man kein Millionär...
...schreibt Bernhard Kuntz, der Autor einiger Selbstmarketing-Bücher für Trainer/Berater/Coachs in einem Fachartikel.
"So ein Mist!" habe ich eben gedacht, "Warum hat mir nicht eher jemand gesagt?!?"
Aber mal Spaß beiseite, der Autor gibt in dem Artikel eine recht schonungslose Analyse des deutschen Coaching-Martes - und behauptet: Allein vom Coaching kann kaum jemand leben.
Und vielleicht hat er damit nicht unrecht. Auch ich verdiene mein Brötchen hautptsächlich mit Unternehmensberatung. Das Coaching macht derzeit noch den kleineren Teil meiner Einnahmen aus. Und wenn ich mich auf XING umschaue, wo es ja von (selbsternannten) Coaches nur so wimmelt, frage ich mich auch häufig: "Wie viele von denen haben schon einen einzigen zahlenden Klienten?"
Den Artikel gibt es auf jeden Fall hier.
Und auf i-impress: wird auch schon darüber diskutiert...
09.05.2009: (Über) Bauklötze staunen...
Klau am Bau
Ich habe neulich etwas sehr Schändliches getan. Ich habe jemanden bestohlen. Meinen eigenen Neffen, 3,5 Jahre alt. Mein Diebesgut: Ca. 15 Bauklötze aus Holz in allen möglichen Farben und Formen. Warum ich das getan habe? Nun, ich konnte nicht widerstehen.*
Denn diese Klötzchen eignen sich hervorragend, um sie im Coaching als Figuren in Systemaufstellungen zu verwenden. Ich befinde mich mitten in einer systemischen Fortbildung, von der ein großer Teil der Aufstellungsarbeit mit Familien und Organisationen gewidmet ist.
Im Einzelcoaching kann man aber eben leider nicht auf viele menschliche Stellvertreter zurückgreifen und bedient sich stattdessen der Hilfe von Figuren, Symbolen...und in meinem Fall eben Bauklötzen, die dann auf dem Tisch vor dem Klienten aufgestellt werden, um das zu betrachtende System zu repräsentieren.
Mehrere Wochen haben diese Klötze nun in einer extra angeschafften "Schatzkiste" auf ihren ersten Einsatz gewartet. Ich glaube, ich hatte noch etwas Hemmungen, sie wirklich zu benutzen. Ich dachte: "Was werden meine Klienten, u.a. auch gestandene Manager in den 40ern oder 50ern, darüber denken, wenn ich sie auf einmal bitte, kleine Türmchen zu bauen??"
Von Brücken und Hindernissen
Doch vor zwei Tagen war es endlich soweit. Ein Manager Ende 40, der mit einer schwierigen Entscheidung zu kämpfen hat, sprach von "der Brücke, über die er jetzt gehen müsse".
Diese Gelegenheit war nun einfach zu günstig. Ich nahme eine grüne Holzbrücke aus meiner Schatzkiste und stellte sie vor uns auf den Tisch. Dann fragte ich: "Ist das die Brücke, über die sie gehen müssen?". Er schmunzelte ein wenig, ich dachte "Oh-oh", aber dann...sagte er: "Ja, das ist sie!".
Wir haben dann die ganze restliche Sitzung mit Hilfe der Bauklötze gearbeitet. Es gab noch ein Klötzchen für seine Person, eines für das, was er hinter der Brücke zurücklassen muss, und dann noch eines, für das, was ihm dabei hilft, das Zurückgebliebene auch wirklich dort zu lassen. Im Gegensatz zu mir war er sehr überrascht, dass es mittels der Figuren möglich ist, sich so tiefgehend in andere Menschen oder Situationen hineinzuversetzen. Wie leicht es sich angefühlt hat, als der "Ich-Klotz" am Ende der Sitzung auf der zukünftigen Seite der Brücke entsteigen konnte...
Und ich bin ebenfalls erleichert über den ersten gelungenen Einsatz meiner neuen Coaching-Helferlein. Nachdem ich mich einmal getraut hatte, durften sie gestern bei einem anderen Klienten gleich wieder aus ihrer Kiste. Ich bin auf jeden Fall sehr begeistert von meinem neuem "Spielzeug"...
*Meine Mama, sprich seine Oma, hat versprochen, dass er jetzt noch einen ganz neuen Karton bekommt. Damit steht es ungefähr 284:15 für ihn. Mein schlechtes Gewissen wird mich also nicht auffressen...
05.05.2009: Das VIGOR-Prinzip: Ziele verwirklichen
Im November 2008 habe ich über XING eine Umfrage gestartet. Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, was Menschen daran hindert, ihre Ziele zu verwirklichen – und wie sich dies auf ihre Lebenszufriedenheit auswirkt. Anhand einer Befragung von ca. 300 Menschen wird aufgezeigt, dass es hier fünf zentrale Elemente gibt, die beeinflussen, ob Menschen ihre Ziele verwirklichen und wie zufrieden sie sind:
- Vision
- Integration
- Generalkonsens
- Organisation
- Rigorosität
Dahinter verbergen sich z.B. folgende Fragen:
- Weiß ein Menschen überhaupt, welche Ziele für ihn ganz persönlich erstrebenswert sind? (V)
- Will der Mensch als Ganzes das Ziel verwirklichen, oder ist er mit sich uneins? (I)
- Hat er die innere Erlaubnis, seine Ziele zu verwirklichen? (G)
- Ist der Mensch in der Lage, die notwendige Priorisierung vorzunehmen, um mit den ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen seine Ziele zu verwirklichen? (O)
- Hat der Mensch genug Durchhaltevermögen, um seine Ziele über lange Zeit und auch Durststrecken weiter zu verfolgen? (R)
Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Elemente (V) und (G) einen besonderen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit haben. Das Element (R) indes verliert an Relevanz, wenn die anderen stark ausgeprägt sind.
Das VIGOR-Prinzip - der Ergebnisbericht
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04.05.2009: Liebe wirkt?
Heute Abend habe ich für den NLP Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz e.V. einen NLP-Übungsabend gestaltet. Es ging um das NLP-Format Compulsion Blowout, mit welchem sich "kleine Zwänge" (wie z.B. eine Tafel Schokolade auf jeden Fall immer komplett aufessen zu müssen) relativ leicht und in nur wenigen Minuten nachhaltig beseitigen lassen, siehe auch hier.
Schwierig daran ist, dass ich - wie so häufig im NLP - nicht wissenschaftlich erklären konnte, wie genau die Intervention auf neurophysiologischer Ebene funktioniert. Ich weiß einfach aus eigener Erfahrung - und den Rückmeldungen meiner Klienten - dass es funktioniert.
Auf XING habe ich vor einigen Tagen einen interessanten Umgang mit dieser Herausforderung von einer Kollegin namens Sandra Schoch aus Österreich kennen gelernt, die sich mit der gleichen Thematik häufig beim Thema Aufstellungsarbeit konfrontiert sieht:
"Ich frage diese Menschen, ob sie jemanden lieben. Meist kommt als Antwort: Ja, natürlich. Meine Frau/Partnerin, meine Kinder, etc.
Ich frage dann weiter: Woher wissen Sie das? Können Sie ihre Liebe wissenschaftlich nachweisen?
Die etwas irritierte Antwort lautet meistens: Das spüre ich!
Eben...
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30.04.2009: i-impress: Das Forum für Berater-Branding
Heute mal wieder ein bisschen Werbung:
Ich habe heute auf XING die Gruppe "i-impress: Das Forum für Berater-Branding" gegründet.
i-impress: dient dem Austausch von Best Practices zu Marketing- und Vertriebs-aktivitäten für Menschen, die "allein erfolgreich" sein möchten. Es geht um Positionierung und Profilierung am Beratermarkt, um die "Marke Ich".
Kernzielgruppe sind selbständige Coaches, Trainer und Unternehmensberater. Zur erweiterten Zielgruppe gehören außerdem Dienstleister für die vorgenannte Zielgruppe, z.B. PR-Agenturen, Webdesigner, Texter etc.
Wenn Sie zu einer der o.g. Zielgruppen gehören, würde ich mich freuen, Sie dort begrüßen zu können:
i-impress: Das Forum für Berater-Branding
26.04.2009: Hört das denn nie auf?!
An diesem Wochenende während einer Coaching-Fortbildung ist es wieder mal passiert: Ein Thema, von dem ich glaubte, es längst "erschlagen" zu haben, ist wieder hochgepoppt. Jetzt gerade bin ich deswegen noch ein wenig genervt und mir geht der berühmt-berüchtigte Satz aus der Überschrift durch den Kopf:
Hört das denn nie auf?!
Genauer gesagt müsste es heißen: Verdammtverdammtverdammt...Hört das denn nie auf?! Als Coach müsste ich doch eigentlich die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, oder? Und während ich so schreibe, ploppt zumindest ein kleines bisschen Weisheit in mir auf: In Form einer Skizze, die ich meinen Coaching-Klienten manchmal aufmale, wenn sie sich in der gleichen Lage wähnen, in der ich gerade bin.
Das Ganze sieht aus, wie ein kleiner Tornado, ein Spirale, deren Kreise unten sehr eng sind, und nach oben hin immer ausladender werden. Das ist der Weg, den wir durchs Leben nehmen. Und von unten nach oben verlaufen einige gerade Linien, die die Kreise auf den verschiedenen Ebenen notwendigerweise immer wieder schneiden. Das sind unsere "Themen". Und auf diese Themen treffen wir immer wieder, während wir sie auf dem Weg des Lebens in immer größeren Bahnen umkreisen. Wenn wir ein Thema auf einer Ebene erledigt haben, drehen wir eine Runde - und haben ein wenig Ruhe. Und dann treffen wir es wieder. Und wenn wir es erledigt haben, drehen wir eine größere Runde - und haben etwas mehr Ruhe. Und dann treffen wir es wieder. Und wenn wir es auf der Ebene erledigt haben...
Nun, ich schätze, Sie können sich selbst ausmalen, wie es weitergeht. Am Ende des Tages ist es doch das, worum es geht, oder?
Ent-Wicklung.
Wer wäre ich, würde ich jemals "oben" ankommen? Gibt es überhaupt ein "oben"? Und was würde ich danach machen?
Und an dieser Stelle breche ich ab und halte es mit Rilke:
Habe Geduld gegen alles Ungelöste
in Deinem Herzen
und versuche, die Fragen selbst
lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben
und wie Bücher,
die in einer fremden Sprache
geschrieben sind.
Forsche jetzt nicht nach den Antworten,
die dir nicht gegeben werden können,
weil du sie nicht leben kannst,
und es handelt sich darum,
alles zu leben.
Lebe jetzt die Fragen.
Vielleicht lebst du dann allmählich,
ohne es zu merken,
eines fernen Tages
in die Antwort hinein.
22.04.2009: Wenn ich groß bin, werde ich Steuerberater! (2)
In dem sehr ansprechenden Buch Die Kunst, seine Berufung zu finden von Dr. Petra Bock, das ich vor einigen Tagen gelesen habe, konnte ich einiges - pointiert auf den Punkt gebracht - (wieder-)entdecken, was ich meine Klienten ebenfalls frage, wenn sie auf der Suche nach dem idealen Karriereweg sind. Diese Fragen sind möglicherweise auch für Sie interessant:
- Was würdest Du tun, wenn Du aufgrund eines Lottogewinns oder einer Erbschaft nie wieder für Geld arbeiten müsstest?
- Was würdest Du tun, wenn Du heute erfahren würdest, dass Du nur noch ein Jahr zu leben hättest?
- Wenn Du einmal gedanklich zum Ende Deines Lebens vorspulst: Was möchtest Du dann erreicht haben? Worüber bist Du besonders glücklich? Worauf bist Du besonders stolz?
Ich ergänze das gerne noch durch die Frage: Was machen Sie so gerne, dass Sie eigentlich auch dafür bezahlen würden, um es tun zu dürfen?
Ich bin in der glücklichen Lage, sagen zu können:
Ich würde bezahlen, um coachen zu dürfen...
Glücklicherweise kann ich heute außerdem sagen:
Ich werde fürs Coachen bezahlt. :-)
Die letzte Frage aus der Liste hat sehr viel Ähnlichkeit mit einer Aufgabe, die ich meinen Klienten zum Ende der Coaching-Sitzung manchmal als Hausaufgabe mitgebe:
Schreiben Sie Ihre eigene Grabrede!
Hört sich ein bisschen makaber an, ist aber sehr wertvoll.
Denn Ihr Leben ist endlich.
Und Sie wissen nicht, wieviel Zeit Sie noch haben.
Haben Sie heute schon darüber nachgedacht?
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17.04.2009: Papa, wenn ich groß bin, werde ich Steuerberater!
Was glauben Sie? Wie viele Kinder auf dieser Welt haben genau diesen Satz im Alter von ca. 6 Jahren ausgesprochen?
Meine Vermutung lautet: Das geht gegen 0...
Und trotzdem gibt es im späteren Leben eine ganze Menge durchaus glücklicher Steuerberater. Oder Banker. Oder Sozialversicherungsfachangestellter.
Aber es gibt auch einige Unglückliche. Genauso wie es unglückliche Ärzte, Lehrer oder Profi-Fußballer gibt.
Beruf und Berufung: Wo geht die ursprüngliche Energie hin?
Menschen kommen zu mir ins Coaching, weil sie auf der Suche nach dem idealen Karriereweg sind. Oder sie suchen gar ihre Berufung, das große Lebensziel. Manche sind Mitte 40, manche noch älter - und einige merken auch schon mit Anfang 30, dass sie scheinbar irgendwie den falschen Weg eingeschlagen haben.
Was war als Kind ihr Traumberuf...
...ist dann eine Frage, die ich auf jeden Fall stelle. Und: Mit was haben sie sich gerne und viel beschäftigt? Vielleicht so mit 6, 7 Jahren - bevor ihnen die Eltern, die Lehrer oder der Berufsberater erklärt haben, was denn wohl ein "vernünftiger" Weg sei. Denn dort sitzt die Energie. Das Freie. Die Lebens- und Arbeitsfreude, die vielen Menschen im Laufe ihrer Karriere abhanden gekommen ist.
Und da höre ich dann häufig so Dinge wie Feuerwehrmann, Rennfahrer, oder Arzt bei den "Jungs". Und Ballett-Tänzerin, Mode-Designerin, oder Tierärztin bei den "Mädels".
Nun kann selbst der beste Coach der Welt aus einer Mittvierzigerin keine Ballerina mehr machen, und ein Medizinstudium ist wahrscheinlich auch etwas mühselig, wenn man bereits Haus, Frau und zwei Kinder hat.
Was ist die Essenz des kindlichen Wunsches
Doch hinter diesen (nun scheinbar) unerfüllbaren Wünschen steht für mich als Coach dann die Frage:
Was ist die Essenz hinter diesem kindlichen Wunsch? Worum geht es dabei eigentlich?
Bei der Ballerina ging es vielleicht um die kreative Auslebung von Bewegung, um Eleganz - und um die Bühne. Also werde ich mit der Klientin daran arbeiten, wie sie die dahinter liegenden Bedürnisse auf eine angemessen-erwachsene Art in ihr zukünftiges Leben integrieren kann:
Auf welcher Art von (beruflicher) Bühne könnte sie heute noch spielen? Wo findet sie die Beweglichkeit und Eleganz, die sie damals so begeistert haben? In welcher Art von Job kann sie genau das ausleben?
Die Zeichen stehen gut, dass das der Weg ist, den sie gehen sollte...
Also horchen Sie doch auch mal in sich hinein:
Was wollte Ihr inneres Kind werden, bevor Sie das geworden sind, was Sie heute sind?
13.04.2009: Die Welt in Ordnung bringen...
Vor kurzem (wieder-)entdeckt. Passt ganz gut zur sog. Finanzkrise:
Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen. Der aber hatte keine Zeit für den ihn und eigentlich auch keine Lust. So überlegte er, womit er den Sohn wohl beschäftigen könnte.
Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung der Erde. Dieses Bild riss er heraus und zerschnipselte es in viele kleine Teile. Die gab er dem Jungen und dachte, dass der nun mit diesem schwierigen Puzzle wohl eine ganze Zeit beschäftigt sein würde.
Der Junge zog sich in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle. Nach wenigen Minuten kam er zum Vater und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild.
Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe.
Das Kind sagte: "Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe ich richtig zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt."
(Unbekannter Verfasser)
08.04.2009: Coaching-Intensiv-Tag im LIVIN´ROOM
Heute möchte ich Sie kurz auf ein neues Angebot aufmerksam machen, den
Coaching-Intensiv-Tag.
Dies bedeutet, dass mich nun auch Privatpersonen tageweise (8h) als Coach buchen können. Diese Leistung bietet sich an für Menschen, die
a) in kurzer Zeit sehr intensiv an sich arbeiten möchten; und/oder
b) möglicherweise eine weite Anreise auf sich nehmen müssten, so dass sich einzelne Termine nicht lohnen würden.
Die Idee kam mir, nachdem mich in letzter Zeit häufiger Menschen angesprochen haben, im Sinne von:
"Herr Rose, ich würde mich wahnsinnig gerne von Ihnen coachen lassen, aber ich wohne in..."
Nun, diese "Ausrede" zählt jetzt nicht mehr...:-)
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05.04.2009: Mir brummt ein bisschen der Schädel...
Dieser Satz gilt einerseits heute speziell für mich, da ich gestern auf einer sehr amüsanten, feucht-fröhlichen Geburtstagsparty eingeladen war...
Diesen Satz höre ich aber häufiger auch von meinen Klienten nach der Sitzung, insbesondere nach der ersten. Für mich ist das i.d.R. ein Grund zur Freude, denn das signalisiert mir, dass der Klient in der Zeit bei mir wirklich gearbeitet hat - dass es in ihm gearbeitet hat. Und wahrscheinlich auch noch ein Weilchen weiterarbeiten wird.
Verwirrung ist das Tor zu Erleuchtung...
...heißt es im Zen. Und das ist eine weitere Rückmeldung, die ich regelmäßig von meinen Klienten erhalte: Ich bin verwirrt. Aber es ist eine andere Art von Verwirrung, als der Zustand, in dem viele Klienten zu Beginn des Coaching sind. Es scheint mir eine Art gelassene, in sich ruhende Art von Verwirrung zu sein. Ein Verwirrung, von der man glaubt, dass sie sich zum Guten hin entwirren wird.
Die Lösung kommt meistens nicht sofort...aber sie kommt
Und auch darüber freue ich mich dann natürlich. Denn das zeigt mir, dass der Klient ganz offenbar bewusst oder unbewusst begonnen hat, alte Denkmuster und Glaubenssätze abzulegen oder neu zu ordnen. Es ist ein Prozess in Gang gesetzt worden, der natürlich unmittelbar nach dem Coaching noch nicht abgeschlossen ist, sondern sich in den darauf folgenden Tagen fortsetzt. Und irgendwann, ein paar Tage oder Wochen später melden sich die Klienten dann bei mir und sagen: Irgendwas ist anders. Oder: Irgendwas ist mit mir passiert. Ich habe heute etwas gemacht, was ich vorher so noch nie gemacht habe...
02.04.2009: Eso-Coaching, die Zweite...
Mein Eindruck ist:
Je schlechter es den Menschen geht (z.B. wg. der Wirtschaftskrise), umso empfänglicher werden viele von ihnen leider auch für "leichte Lösungen". Leichte Lösungen werden gerne von selbsternannten Gurus, Visionären und Lebenskunstlehrern als Antworten auf "schwere Fragen" gegeben. Sie bestehen meistens darin, dass man nur noch eine einzige Sache wirklich tun muss, z.B.:
- Ganz feste an sich glauben;
- Affirmationen affirmieren;
- alle Menschen lieb haben und nichts Böses mehr denken;
- nackt Bäume umarmen;
- nur noch Brokkoli essen;
- sich mit dem Zeigefinger auf den Scheitelpunkt klopfen und dabei "Hänschen Klein" summen;
- ...
Während all das o.g. tatsächlich auch für irgendwas gut sein kann (das mit dem Klopfen macht man u.a. in der Energetischen Psychologie, und es hilft tatsächlich, z.B. gegen angstbesetzte Situationen), sollten Sie sich meiner Erfahrung nach hüten, wenn Ihnen jemand verspricht, dass er oder sie die Lösung für all Ihre Probleme hat. Da gilt ganz einfach:
Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, für den sieht alles wie ein Nagel aus...
Und noch viel mehr sollten sich hüten, wenn jemand proklamiert, die Wahrheit gefunden zu haben, oder am besten noch, erleuchtet zu sein. Denn das ist wahrscheinlich das sicherste Zeichen dafür, dass er oder sie es nicht ist...
Vor der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser holen.
(Aus dem Zen)
29.03.2009: Eso-Coaching?
Immer wieder beobachte ich im Internet teilweise hitzige Auseinandersetzungen zwischen Menschen, die sich entweder für oder gegen "esoterische" Verfahren im Coaching aussprechen.
I.d.R. wird dabei versäumt, sich vorher darauf zu einigen, was denn nun "esoterisch", und was "normal" sei. Ich bin ja - neben meiner akademisch-psychologischen Ausbildung - im Kern NLPler. Und NLP gilt einigen Menschen als hochesoterisch, i.d.R. weil es eben nicht zum Kanon der akademischen Psychotherapie gehört. Weil es wissenschaftlich nicht überprüft sei. So what?
Ich habe meine eigene, ganz einfache Definition von Esoterik:
Wirkt ein Coaching-Verfahren, obwohl jemand nicht daran glaubt?
Wenn ich diese Frage mit ja beantworten kann, dann ist das Verfahren für mich nicht-esoterisch. Diese Erfahrung habe ich gemacht mit NLP, Aufstellungsarbeit, Focusing, Transaktionsanalye, energetischer Psychologie und einigen weitere Verfahren.
Wirkt ein Verfahren hingegen - wenn überhaupt - ausschließlich weil eine Person daran glaubt, ist es für mich esoterisch. Dies gilt nach meiner Erfahrung (und dem gesunden Menschenverstand) für alles, was im Augenblick so prominent unter Labeln wie "The Secret" oder "Gesetz der Anziehung" teuer vermarktet wird.
Hier wird ein schwerwiegender, aber trotzdem weithin verbreiteter Wahrnehmungs- und Denkfehler der "Anwender" ausgenutzt. Da das Ganze ja als "Naturgesetz" proklamiert wird, gilt: Immer, wenn das Verfahren nicht funktioniert hat, gilt: der Anwender hat etwas falsch gemacht (nicht genug geglaubt etc.). Auf diese Weise entzieht sich die Methode an sich natürlich jedem Wirknachweis.
Insofern ist mein "Wunsch ans Universum", dass diese Menschen aufhören, sich Dinge zu wünschen, um das Universum dann die ganze Arbeit machen zu lassen. Ich glaube ehrlich gesagt, dass das Universum es "gar nicht nötig" hat, uns unsere Wünsche zu erfüllen. Eher glaube ich daran, dass wir - in bestimmten Grenzen - unseres eigenen Schicksals Schmied sind. Und dass das Glück mit den Tüchtigen ist - auch wenn es darum geht, Lebensziele zu erreichen und sich selbst zu entwickeln.
Also: Woran möchten Sie als nächstes arbeiten?
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25.03.2009: Veranstaltungshinweis: Coaching Convention 2009
Interessant für alle Menschen, die sich für Coaching und dessen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten interesseren:
Vom 03. - 07. April findet in Köln die
Coaching Convention 2009
statt. Mit dabei sind u.a. Koryphäen wie Sabine Asgodom, Dr. Stefan Frädrich, Dr. Petra Bock, Bernd Isert u.v.m.
Ich verfüge noch über ein kleines Kontingent von vergünstigten Karten. Bei Interesse bitte eine Email an mich...
Ich selbst werde am Samstag vor Ort sein.
22.03.2009: Wi(e)der die Aufschieberitis
Müde macht uns die Arbeit, die wir liegen lassen, nicht die, die wir tun.
Dieses Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach hat etwas sehr Wahres an sich. Ich stelle des Öfteren fest, dass Menschen, die zu mir zum Coaching in Wiesbaden kommen, weil sie mit Aufschieberitis zu kämpfen haben, häufig sehr erschöpft von ihrem Nicht-Tun sind. Wahrscheinlich viel erschöpfter, als es das tatsächliche Tun sie jemals machen könnte.
Dies hat einen einfache Erklärung: Während es durchaus verschiedene Gründe für das Aufschieben von wichtigen Angelegenheiten gibt, ist doch einer der häufigsten ein innerer Konflikt zwischen zwei (manchmal auch mehr) Persönlichkeitsanteilen.
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust
Dieser Ausspruch aus Goethes Faust beschreibt sehr anschaulich, was mit einem Teilekonflikt gemeint ist: Wir sind uns häufig nicht mit uns selbst einig. Wir bestehen alle aus verschiedenen Persönlichkeitsteilen, die uns - aus verschiedenen Werthaltungen heraus - helfen wollen, bestimmte positive Absichten zu realisieren. So weit, so gut.
Nur manchmal ist es eben so, dass sich die Absichten (und evtl. auch Werte) zweier Teile auf den ersten Blick widersprechen. So ensteht eine Art inneres Armdrücken. Man blockiert sich unbewusst selbst. Am Ende des Tages fühlt sich erschöpft, aber eigentlich hat sich nichts bewegt.
Lösung durch Coaching
Im Coaching ist es hilfreich, diese beiden Teile nach außen zu bringen, um sie so bewusst zu machen. Der Klient kann sich z.B. auf zwei verschiedene Stühle setzen, wobei pro Stuhl die Absichten und Gefühle eines der Teile bewusst ausgesprochen werden. Auf diese Weise können sich die inneren Anteile zunächst "kennenlernen". Da sie i.d.R. beide eine positive Absicht für den Klienten erfüllen möchten, ist es anschließend möglich, den beiden Teilen klar zu machen, dass sie möglicherweise auf einer übergeordneten Ebene das Gleiche für die Person möchten. Es fällt ihnen dann leichter, zu kooperieren.
Beispiel
Ein Student müsste eigentlich an seiner Diplom-Arbeit schreiben, deren Abgabetermin naht. Er erwischt sich aber häufiger dabei, wie er Zeit damit verbringt, mehr oder weniger sinnlos im Internet zu surfen.
Es könnte nun sein, dass es einen Teil in ihm gibt, der sagt:
"Ich möchte, dass du erfolgreich bist und daher sorge ich dafür, dass du dich anstrenst."
Und ein anderer Teil sagt möglicherweise: "Ich möchte, dass Du gesund bleibst und dass du genug Ruhe und Enspannung findest."
Typisch ist hier, dass beide Teile etwas Gutes wollen, es aber nicht wirklich bekommen können. Weder schreibt der Student wirklich an seiner Arbeit, noch entspannt er sich sich richtig.
Die innere Konferenz
Wenn aber die beiden konfligierenden Teile erkennen, dass sie auf einer höheren Ebene beide dazu beitragen möchten, dass die Person als Ganzes glücklich und zufrieden wird, so zeigen sie sich möglicherweise verhandlungsbereit. So könnte der "Erfolgsverantwortliche" einsehen, dass acht Stunden Schreiben pro Tag genug sind und dass es einer guten Note sogar förderlich ist, wenn zwischendurch genug Zeit für Erholung und Spaß gegeben ist.
Und der "Spaßminister" könnte - wenn er sich sicher sein kann, dass er nach acht Stunden wirklich am Drücker ist - einsehen, dass er sich dann während dieser acht Stunden enstprechend still verhält. Dafür verzichtet der andere Teil wiederum darauf, in der Zeit danach ein schlechtes Gewissen zu produzieren.
So kommen übergreifend beide Teile alternierend zum ihrem Recht - und die Person als Ganzes profitiert maximal von beiden.
Leiden Sie auch manchmal unter Auschieberitis? Dann könnte es sich lohnen, im Coaching einmal Ihre ganz persönliche "innere Teilekonferenz" einzuberufen...
17.03.2009: Wenn es ans Eingemachte geht... (Teil 2)
Mit richtigen Fragen alten Glaubenssätzen auf die Spur kommen
Wenn es um das (Nicht-)Erreichen von Zielen geht, obwohl der Weg eigentlich frei ist
Stellen Sie sich bitte in bunten Farben und am besten mit Ton und allem, was dazugehört vor, Sie hätten Ihr Ziel schon erreicht. Alles wäre genau so, wie Sie es sich vorgestellt haben…
Fragen Sie sich dann (am besten laut):
Darf das überhaupt sein?
Sie werden i.d.R. selbst sehr deutlich spüren, wenn es kein uneingeschränktes „Ja“ gibt. Häufig hat das etwas damit zu tun, dass man das Gefühl hat, man würde jemanden aus dem Familiensystem verraten, jemandem die Loyalität aufkündigen.
Hier kann die weiterführende Frage helfen:
Wen würde ich verraten, wenn ich das Ziel wirklich erreichen würde?
Beispiel 1
„Wenn ich mehr als 100.000€ im Jahr verdiene, bin wohlhabend. Wir (d.h., die Herkunftsfamilie) sind aber arme Leute. Wenn ich wohlhabend bin, gehöre ich nicht mehr dazu.“
Beispiel 2
„Mein Vater hat nie die Frau fürs Leben gefunden. Ich war immer für ihn da. Wenn ich nun selbst eine Frau finden sollte, würde dieses Band abreißen und ich würde seine Liebe verlieren.“
Weitere Fragen
Welche Konsequenzen würde es mit sich bringen, das Ziel erreicht zu haben? Und wiederum: Dürfen die sein?
Mit was oder wem müsste ich mich beschäftigen, wenn dieses Ziel erreicht ist? Was steht dann als nächstes an? Will ich mich damit beschäftigen?
Allgemein Glaubenssätze hinterfragen
Dies kann man im Grunde mit allen Annahmen machen, die man so über das Leben hat.
- Man sollte die CDU wählen.
- Frauen sind nur hinter meinem Geld her.
- Ich kann nicht Auto fahren.
- Die „da oben“ machen doch eh, was sie wollen.
- …
Die „magische Frage“ ist immer:
Woher weiß ich das? Wer sagt das? Und wieso glaube ich das, nur weil X es gesagt hat?
Wenn der Glaubenssatz ein „Muss“ oder „Sollte“ enthält („Bei mir muss immer perfekte Ordnung herrschen.“), die Frage stellen:
Sonst passiert was? Und dann: Was würde das wiederum bedeuten? Und was wäre wiederum die Konsequenz davon?
Letzteres Vorgehen nennt man auch „Der Bedeutungsspur folgen“.
Beispiel
„Mann muss immer alles in Ordnung halten.“
Sonst passiert was?
„Sonst fühlen sich die die Menschen nicht wohl bei mir.“
Und was würde das wiederum bedeuten?
„Dann wäre ich eine schlechte Gastgeberin.“
Und was würde das wiederum bedeuten?
„Dann wäre ich eine schlechte Ehefrau.“
Und was würde das wiederum bedeuten?
„Dann würde mein Mann mich verlassen.“
Und was würde das wiederum bedeuten?
„Das ich nicht liebenswert bin.“
Und was würde das wiederum bedeuten?
„Dann würde ich für immer allein bleiben müssen.“
Somit ist auf krude Weise das Saubermachen mit großer Angst vor Einsamkeit verbunden. Man kann bei einer recht harmlosen Sache wie dem Saubermachen anfangen. Wenn man nur lange genug und etwas hartnäckig nachfragt, dann kommt man fast immer zu solchen extrem wichtigen Kernglaubenssätzen.
Weitere Möglichkeit: Vorannahmen hinterfragen
Was muss als wahr vorausgesetzt werden, damit diese Aussagen stimmen kann?
Oder anders:
Was muss ich glauben, damit ich glauben kann, was ich glaube?
Beispiel
„Ich will jetzt noch keinen Mann. Ich spare mich für den Richtigen auf.“
Hier z.B.:
- Es gibt den Richtigen.
- Ich werde ihn erkennen, wenn er da ist.
- Er wird mich wollen, wenn er da ist.
- Es gibt nur richtige und falsche Männer.
- Es ist falsch, mit einem nicht richtigen zusammen zu sein.
- …
Ich wünsche Ihnen ein erkenntnisreiches Ausprobieren...
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15.03.2009: Wenn es ans Eingemachte geht... (Teil 1)
Ich habe mittlerweile den Eindruck, dass, wenn man nur tief genug bohrt, hinter den meisten Anliegen vieler meiner Klienten einige wenige Kernthemen stehen, die um die folgenden Gefühlsdimensionen kreisen:
- Selbstwert, Selbstakzeptanz, Selbstliebe
- Liebe, Bindung und Zugehörigkeit im Herkunftssystem (Vater, Mutter etc.)
- Liebe, Bindung und Zugehörigkeit im Gegenwartssystem (Mann, Frau, Kinder)
Die kleine und die große Therapie
Das heißt nun explizit nicht, dass konkrete Probleme im Coaching und in der Therapie immer auch auf dieser Ebene bearbeitet werden müssen. Die Frage ist immer: Wozu ist der Klient im Augenblick bereit?
Manchmal gibt es sehr konkrete Probleme, bei denen eigentlich klar ersichtlich ist: da steckt noch eine ganze Menge mehr dahinter. Aber gegenwärtig steht das nicht an. Man macht dann ein oder zwei Coaching-Sitzungen – und für den Augenblick ist es gut. Einer meiner Ausbilder nennt das gerne: Die kleine Therapie. Und das ist völlig ok so.
Meiner Erfahrung ist allerdings: Wenn man eine wirklich fundamentale Änderung des eigenen Lebensgrundgefühls erreichen will, kommt man um die o.g. Themen auf Dauer nicht herum. Dann muss man eben ans Eingemachte gehen. Das wiederum ist: die große Therapie.
Dabei fällt mir gerade beim Schreiben auf, wie schön diese Metapher hier passt: Eingemachtes ist ja häufig schon sehr alt und steht meistens in staubigen Ecken im Keller herum. Da, wo man eigentlich nicht so gerne hinschaut.
Die Frage wäre also: Wie kommt das Eingemachte in den Keller? Wieso bleibt kaum ein Mensch davon verschont, auf die eine oder andere Weise ein Thema mit dem Selbstwert oder der Selbstliebe zu haben?
Die Transaktionsanalyse
Der Begründer der TA, Eric Berne, hat dazu Folgendes geschrieben:
„Die Tragödie bzw. die Komödie des menschlichen Lebens besteht darin, dass das Leben bereits von einem Kleinkind im Vorschulalter geplant wird, einem Wesen, das nur eine sehr begrenzte Kenntnis von der großen Welt draußen hat und dessen Herz überwiegend mit Dingen angefüllt ist, die es von seinen Eltern erfahren hat. Dieses Kind kann Fakten nicht von Selbsttäuschungen unterscheiden, und sogar die alltäglichsten Ereignisse erscheinen in seiner Sicht verzerrt“.
(S. 121: „Was sagen Sie, nachdem Sie Guten Tag gesagt haben?“ )
Die Kinderlogik
Der o.g. Ausbilder, Klaus Grochowiak, hat dafür folgendes Bild geprägt: Er geht davon aus, dass sehr kleine Kinder nach einer Art „Kinderlogik“ denken und handeln. Diese hat (notgedrungen, denn ein Kleinkind ist ja auf Gedeih und Verderb von den Eltern abhängig) drei einfache Grundannahmen:
- Meine Eltern wissen alles.
- Meine Eltern können alles.
- Meine Eltern meinen es gut mit mir.
Nun ist klar und sofort ersichtlich, dass von einem erwachsenen Standpunkt aus die ersten beiden Punkte unsinnig sind. Und auch die dritte trifft leider nicht immer vollständig zu – auch wenn das natürlich wünschenswert wäre.
In den Augen des Kleinkinds treffen sie jedoch zu, denn alles andere ist nahezu undenkbar. Und das hat teilweise fatale Konsequenzen. Denn wenn diese Regeln unumstritten gelten, die Eltern dann aber etwas machen, was eigentlich nicht in das Konzept passt (Beispiel: Kind wird häufig ignoriert, hart bestraft, geschlagen etc.), folgt automatisch: Die Regeln gelten trotzdem.
Und damit: „Das, was passiert, ist richtig“ und „Ich bin schuld“.
Ein Beispiel:
Ein Vater schlägt seine Kinder. Wenn die o.g. Annahmen der Kinderlogik stimmen, kann aber nur gelten: „Das, was Papa macht, ist richtig.“ Oder zumindest: „Auch wenn es weh tut, wird es einen guten Grund haben. Ich habe Schuld.“
Das erklärt auch, warum viele Menschen in ihrem späteren Leben wiederholt Opfer von Gewalt, Mobbing etc. werden (häufig bleibt es nicht bei einem Mal; man hat das Gefühl, das mache Menschen so etwas „magisch anziehen“):
Das „Kind in ihnen“ glaubt, dass es eigentlich „richtig so“ ist.
Nun haben selbstverständlich nicht alle Menschen in ihrer Kindheit Gewalt erlebt. Und ebenfalls selbstverständlich sind nicht alle Schlussfolgerungen, die in der Kindheit gefestigt wurden, von negativer Natur. Viele Menschen haben auch schon im Kindesalter beschlossen: „Ich bin ein super Typ“ und leben heute danach. Und das ist auch gut so.
Wenn Sie möchten, überprüfen Sie doch mal, wie viel Prozent Ihres jetzigen Selbstbildes so alt ist, wie Sie heute sind. Und wie viel beruht eventuell noch auf der besagten Kinderlogik?
Einige Fragen, die dabei helfen können, folgen in Teil 2.
13.03.2009: Tschaka! You can make it happen...
Wer kennt sie nicht? Motivationsgurus, die laut "Tschaka" rufend durch die Lande ziehen und den Leuten mit ein paar Binsenweisheiten das Geld aus der Tasche ziehen? Die den Leuten erklären: "Wenn Du nur gaaanz feste dran glaubst, kannst du aaalles ereichen?
Neben der ganzen, für mich (der ich im 1-1 Coaching regelmäßig damit betraut werde, Menschen wirklich tiefgehend und nachhaltig zu helfen) unsäglichen "The Secret"- und "Law of Attraction"-Literatur nervt mich gegenwärtig vor allem Herr Eugen Simon mit seinen Gedanken-Doping-Seminaren - bzw. seine Herrscharen von Affiliate-Marketern, die alles und jeden mit Einladungen zu Herrn Simons 1€-Seminaren vollspammen, auf denen man dann nach und nach immer mehr "gebeten" wird, weitere "Seminare" im Wert eines Mittelklasse-Autos zu kaufen.
Wer einmal nachlesen möchte, wie es auf diesen Veranstaltungen wirklich zugeht, möge bitte den verlinkten Artikel lesen:
Hamburger Morgenpost
Letztlich bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, wofür er sein Geld ausgibt. Einer meiner Ausbilder sagt gerne mit einem Augenzwinkern:
Jeder bekommt den Coach (Trainer, Lehrer), den er gerade braucht.
Oder verdient. :-)
Das, was Sie bei Herrn Simon (vielleicht) erfahren, können Sie auch hier bekommen. Ca. 400 Jahre alt, kostenlos, künstlerisch wertvoll - und Sie
müssen mir anschließend auch keine Heizdecke abkaufen...
An Sich
Sei dennoch unverzagt. Gib dennoch unverloren.
Weich keinem Glücke nicht. Steh höher als der Neid.
Vergnüge dich an dir, und acht es für kein Leid,
Hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.
Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren.
Nimm dein Verhängnüs an. Laß alles unbereut.
Tu, was getan sein muß, und eh man dir`s gebeut.
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.
Was klagt, was lobt man doch? Sein Unglück und sein Glücke
Ist ihm ein jeder selbst. Schau alle Sachen an.
Dies alles ist in dir, laß deinen eiteln Wahn,
Und eh du förder gehst, so geh in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist, und sich beherrschen kann,
dem ist die weite Welt und alles untertan.
Paul Fleming (1609-1640)
11.03.2009: Hypnose: Alles nur Hokuspokus?
Natürlich nicht!
Leider haben viele Menschen jedoch immer noch Bedenken gegenüber dieser äußerst nützlichen Methode, weil ihr Bild von Hypnose durch die peinlichen und häufig beschämenden Programme sogenannter Show-Hypnotiseure geprägt ist. Dies hat jedoch mit Hypnose im Coaching- und Therapiekontext soviel gemein, wie ein gepanschter Billigwein mir einem reifen Bordeaux.
Hypnose in Coaching und Therapie
Auch ich arbeite im Coaching hier und da gerne mit leichten Trance-Zuständen, da sich in der Welt der inneren Bilder der Klienten häufig Ressourcen und Lösungen auftun, die auf der rein rational-verstandesmäßigen Ebene nicht zugänglich sind.
Wer einmal sehen möchte, wie Hypnose im therapeutischen Kontext angewendet wird, der möge bitte den folgenden Link anklicken:
Menschen bei Maischberger in der ARD
Hypnotherapie-Altmeister Dr. Gunther Schmidt hypnotisiert in dieser Sendung den Medizin-Kabarettisten Dr. Eckhart von Hirschhausen (Induktion von Schmerz-Unempfindlichkeit; Minuten 11-20).
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09.03.2009: Aus dem Coaching, aus dem Sinn?
Früher hat man sich bekanntlich einen Knoten ins Taschentuch gemacht, wenn man sich an etwas erinnern wollte. Leider ist das etwas aus der Mode gekommen.
Dabei ist das doch ein sehr eleganter Weg, um sich Dinge wieder ins Gedächtnis zu rufen. Ich nutze seit einigen Wochen eine ähnliche Methode, damit meinen Klienten genau dieses „Aus dem Coaching, aus dem Sinn“ nicht passiert:
Ich habe ein großes Glas mit kleinen Trommelsteinen in meiner Praxis. Und wenn meine Klienten einen bedeutenden Schritt nach vorne gemacht haben, bitte ich sie am Ende des Coachings, sich einen Stein heraus zu suchen. Natürlich nicht irgendeinen Stein, sondern ihren Stein – den sie dann gedanklich und emotional mit dem gerade abgelaufen Prozess verbinden sollen.
Ich bitte sie dann, diesen Stein für einige Tage oder Wochen in der Hosen- oder Jackentasche aufzubewahren. So dass sie sich jedes Mal, wenn sie zufällig oder absichtlich den Stein berühren, an den Fortschritt aus dem Coaching erinnern können. Damit nichts in Vergessenheit gerät. Schließlich ist der Mensch auch ein Gewohnheitstier.
Lösungen sind im Coaching häufig auf einmal "da".
Müssen aber anschließend „geübt“ werden…
05.03.2009: Wut oder Ohnmacht?
Vielleicht ein Thema, das den männlichen Teil der Bevölkerung etwas mehr angeht, als die Damenwelt:
Wut als sogenanntes Sekundärgefühl
In der Psychologie unterscheidet man zwischen Primär- und Sekundärgefühlen. Diese Unterscheidung bezieht sich auf Kategorien von Gefühlen, nicht auf ihre inhaltliche Ausprägung. D.h., jedes Gefühl (wie Freude, Trauer, Wut etc.) kann u.U. sowohl Primär- als auch Sekundärgefühl sein.
Primär- vs. Sekundärgefühl:
Wo liegt der Unterschied?
Ein Primärgefühl erkennt man daran, dass es in einer gegebenen Situation völlig spontan und natürlich zum Ausdruck kommt. Es wird auch von außen als angemessen erlebt und hat häufig etwas Ansteckendes. D.h., wenn jemand von Herzen lacht und fröhlich ist, hat man spontan das Bedürfnis, mitzulachen, beim Weinen ist es häufig ebenso, etc.
Ein Sekundärgefühl wird häufig auch als Ersatzgefühl bezeichnet, weil es als Ersatz für das ursprüngliche Gefühl erlebt wird. Es wird vorgeschoben, weil der Mensch das primäre Gefühl nicht ausdrücken will oder darf: Z.B., weil in der Herkunftsfamilie bestimmte Gefühle „verboten“ waren, oder weil der Mensch sich nicht zugestehen will, „solche“ Gefühle zu haben. Wut ist nun ein häufiger Kandidat für ein Sekundärgefühl. Sie wird vielfach für Trauer vorgeschoben, weil es eben zu traurig wäre, die Trauer in ihrem vollen Ausmaß zu spüren.
Wütend auf Herrn Mehdorn?
Was ebenfalls gerne mit Wut übertüncht wird, ist: Ohnmacht. Ein Gefühl des Ausgeliefertseins. Das Wissen darum, nichts tun zu können. Dies ist ein Gefühl, dass insbesondere viele Männer unbedingt vermeiden wollen. Vielleicht weil es als unmännlich erlebt wird, nichts tun zu können.
Mein ganz persönliche Erfahrung mit dem Thema:
Ich bin Pendler (ÖPNV) und Bahnfahrer. Ich reise an mehreren Tagen pro Woche knapp Hundert Kilometer mit S- und U-Bahn, in den meisten Monaten auch noch mehrere Hundert Kilometer mit der Deutschen Bahn. Und das heißt: Ich bin regelmäßig Opfer von Verspätungen, Zugausfällen und weiterem Ungemach, das diese Art der Fortbewegung mit sich bringt. Und ich bin früher sehr häufig sehr wütend geworden, wenn „es“ mal wieder passiert war.
Bis ich den Tipp bekommen habe:
Spüre einfach mal nach, Gefühl hinter dem Gefühl ist!
In der konkreten Situation demnach:
Einmal tief durchatmen und dann deutlich zu sich selbst sagen:
„Hier bin ich machtlos.“
Und evtl. als Ergänzung: „Und ich stimme dem zu.“
Ergebnis: Die Wut wird sich zu 99,9% in Rauch auflösen und verschwinden. Das macht die externe Situation nicht zwingend besser – aber das momentane Erleben wesentlich leichter.
Einfach mal ausprobieren…
02.03.2009: Ich bin eben schüchtern… (Teil 2)
Zu b) Negative Glaubenssätze (z.B. übertriebener Perfektionismus)
Eine Komponente der Schüchternheit (wenn nicht gar eine eigenständige Ursache) können einschränkende Glaubenssätze sein, allen voran das berühmt-berüchtigte: “Ich muss immer perfekt sein!“.
Bedeutet letztendlich: „Bevor das, was aus meinem Mund kommt, nicht zu 100% hochgeistig-eloquent, geschliffen, und voller Charme und Witz ist, mache ich lieber erst gar nicht den Mund auf…“
Dahinter steckt letztendlich notwendigerweise auch die Idee, dass alles, was man sagt, von anderen Menschen auf die sprichwörtliche Goldwaage gelegt wird. Es geht also auch um das Thema Bewertung durch andere Menschen – und von da ist es dann auch nicht mehr weit bis zum Thema Bewertung durch mich selbst: Selbstwert.
Das traurige an dieser Konstellation ist häufig der Umstand, dass Schüchternheit von Außen der Arroganz zum Verwechseln ähnlich sieht. Für den Außenstehenden ist meist nicht ersichtlich, warum ein Mensch häufig lieber am Rande steht, dem Blickkontakt ausweicht und sich mit kaum jemandem unterhält. Schnell kommt da die Anmutung „Der hält sich wohl für was Besseres…“ – während die innere Wirklichkeit solcher Menschen i.d.R. genau das Gegenteil widerspiegelt.
Lösung durch Coaching
Hier liegt der Schlüssel selbstverständlich in der Bearbeitung der einschränkenden Glaubenssätze, wiederum einem Gebiet, auf dem das NLP sehr viele wirksame Interventionen hervorgebracht hat. Ein Schritt ist z.B. die Aufarbeitung der Glaubenssätze hinter den Glaubensätzen.
Demnach: Was muss der Klient denken, damit er denken kann, was er über sich denkt (und fühlt)? Welche Annahmen über sich, die anderen und die Welt an sich müssen erfüllt sein, damit Sätze wie „Ich muss immer perfekt sein!“ gültig sein können? Wo und wann sind diese Annahmen entstanden? Gelten diese heute wirklich noch oder fehlt vielleicht ein mentales Update?
Zu c) Systemische Störungen
Wenn die bisher beschriebenen Verfahren nicht oder nicht dauerhaft weiterhelfen, lohnt es sich nach meiner Erfahrung, das Problem des Klienten nochmals aus systemisch-phänomenologischer Sicht zu betrachten. Eine Aufstellung – sei es mit „echten“ Stellvertretern oder auch mit Hilfsmitteln wie Holzfiguren kann hier unter weitere Lösungsansätze bieten.
Lösung durch Coaching
Hier könnte sich in einer Aufstellung z.B. zeigen, dass der Klient noch nicht den richtigen Platz im Leben (primär: im Herkunftssystem) gefunden hat. Wer noch keinen echten Standpunkt hat, hat möglicherweise auch wenig zu sagen. Wer es gewohnt ist, "nicht gesehen" zu werden, möchte möglicherweise auch sonst am liebsten unsichtbar bleiben.
Glücklicherweise bietet sich meiner und zukünftigen Generationen mit der Aufstellungsarbeit ein hochwirksames Instrument, um auch solche Probleme dauerhaft aus der Welt zu schaffen.
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27.02.2009: Ich bin eben schüchtern… (Teil 1)
In letzter Zeit häufen sich in meiner Coaching-Praxis Klienten mit einem Problem namens Schüchternheit. Es kommen z.B.:
- Menschen, die z.B. darunter leiden, dass sie vor anderen Menschen (z.B. in Meetings oder in der Schule) kaum einen Satz heraus bekommen – was natürlich auf Dauer negative Konsequenzen nach sich führt, z.B. beim Thema Leistungsbewertung.
- Menschen, die keinen Partner finden oder diesen immer schnell wieder verlieren. Weil es nichts zu sagen gibt, denn alles was man sagt, könnte ja auch das
Falsche sein.
Ist das ein Fall fürs Coaching?
Zunächst muss man natürlich anerkennen, dass wir alle mit einem unterschiedlichen Temperament auf diese Welt kommen. Es gibt Menschen, die sich von Natur aus im Rampenlicht sauwohl fühlen, und andere, die lieber in der zweiten Reihe platznehmen. Das liegt an der unterschiedlichen genetischen Ausstattung, ist völlig normal, und auch gut so.
Aber was, wenn man am liebsten den Mund gar nicht mehr aufmachen würde? Wenn man gerne den ganzen Tag mit Harry Potters Unsichtbarkeitsumhang durch die Welt laufen würde?
Spätestens hier ist professionelles Coaching angesagt
Denn neben der genetischen Disposition spielen nach meiner Erfahrung vor allem drei Faktoren eine Rolle:
- Prägende negative Vorerfahrungen (im NLP Anker genannt; )
- Negative Glaubenssätze (z.B. übertriebener Perfektionismus;)
- Systemische Störungen.
Zu a) Prägende negative Vorerfahrungen (im NLP Anker genannt)
Unser Gehirn (hier vor allem die Amygdala) ist darauf programmiert, besonders unangenehme Erfahrung möglichst dauerhaft in Erinnerung zu behalten, damit wir uns ja nicht wieder in die entsprechende „Gefahr“ hineinbegeben. Diese Speicherung (und auch die spätere Erinnerung) geschieht völlig automatisch und nachhaltig – und das ist meistens auch gut so. Denn wer möchte schon jedes Mal bewusst überlegen, ob es weh tut, auf eine heiße Herdplatte zu fassen? Einmal gelernt. Nie wieder vergessen. Das ist doch praktisch.
Aber eben nicht immer. Viele Menschen haben z.B. als Kinder eine bestimmte Art von unangenehmen Erlebnissen in der Schule: Man wird an die Tafel gerufen, um eine Mathe-Aufgabe zu lösen oder eine Gedicht zu rezitieren – und scheitert grandios. Tadel vom Lehrer. Die Klasse lacht. Man möchte am liebsten im Erdboden versinken. Da sitzt…
Und es führt häufig zu Vermeidungsverhalten. Man möchte der unangenehmen Situation in Zukunft möglichst aus dem Weg gehen. Man macht sich klein, zeigt nicht mehr auf, zieht sich zurück. Das ist sehr verständlich und hilft kurzfristig gegen die Angst. Allerdings bringt man sich auf die Art und Weise auch um die Chance, neue, positive Erfahrungen zu sammeln. Und in der Zwischenzeit macht man sich Sorgen, wann es wohl das nächste Mal passiert.
Außerdem haben solche negativen Anker die dumme Angewohnheit, sich über die Ursprungssituation hinaus zu generalisieren. Die Angst (und auch die Vermeidung) weiten sich auf ein ganzes Spektrum von ähnlichen Situationen aus. Plötzlich ist nicht nur das Sprechen vor der Klasse gefährlich, sondern generell vor Gruppen von Menschen. Vor Fremden überhaupt. Usw.
Und selbst, wenn der Mensch erwachsen und das prägenden Ereignis (bewusst) schon lange vergessen ist: Die Speicherung in der Amygdala ist hartnäckig. Uns so kommt es, dass selbst mancher gestandene Manager auf einmal starkes Herzrasen bekommt, wenn er der Geschäftsführung die neusten Zahlen präsentieren soll. Unbewusst werden die kindlichen Ängste hochgeladen und sind wieder voll da. Der Amygdala ist es dabei herzlich egal, dass zwischen beiden Ereignissen etwa 30 Jahre an Lebenserfahrung liegen. Sie erfüllt einfach ihren Auftrag. Und der heißt: Warnung rausschicken. Achtung! Achtung! Gefährliche Situation voraus. Bitte in Panik verfallen…
Lösung durch Coaching
Für solche Fälle setzt meine Arbeit auf zwei Ebenen an. Zum einen kann (vor allem durch Interventionen aus dem NLP; z.B. Timeline-Arbeit) das ursprüngliche Ereignis aufgearbeitet werden. Das Ereignis selbst ist natürlich nicht mehr veränderbar. Die Bewertung desselben - und welche Schlüsse daraus gezogen wurden – jedoch schon.
Zum anderen gilt es, sich langsam, aber sicher (und mit der gebotenen Unterstützung), den unangenehmen Situationen wieder auszusetzen. Das Muster aus Angst und Vermeidung muss unterbrochen werden. Damit die Amygdala langsam, Stück für Stück lernt, dass keine echte Gefahr mehr droht. Damit sie lernt, Ruhe zu geben. Damit sie sich dran gewöhnt (sog. Habituation).
Hierfür können auch Entspannungstechniken hilfreich sein, die dann bei Bedarf als zusätzliche Ressource in der Stress-Situation eingesetzt werden können.
Die gute Nachricht ist: Das Ganze funktioniert wunderbar und hat schon vielen Menschen geholfen. Ich selbst bin der beste Beweis dafür. Ich habe früher wahnsinnig, wahnsinnig ungerne telefoniert. Angerufen werden ging zur Not gerade noch so. Aber selber den Hörer in die Hand nehmen? Bloß nicht. Es fühlte sich einfach nicht richtig an.
Nun bin ich heute Coach und lebe außerdem in einer Fernbeziehung. Beides geht nicht ohne telefonieren. Und ich tue es. Immer noch nicht wahnsinnig, wahnsinnig gerne, aber ich tue es. Ich habe mich daran gewöhnt...und es ist gut.
Mehr zu den o.g. Punkten b) und c) in Teil 2.
24.02.2009: Die Kontrolle aufgeben…
Oder positiv formuliert: Sich fallen lassen können. Schwach sein dürfen. Voll und ganz auf einen anderen Menschen vertrauen…
Das ist ein Thema, welches mir regelmäßig in meinen Sitzungen zum Persönlichkeits-Coaching begegnet. Mangelndes Vertrauen – oberflächlich betrachtet in andere Menschen – etwas tiefer gebohrt aber vor allem in sich
selbst, ist ein Baustein vieler Probleme, mit denen sich Menschen im Alltag herumschlagen:
- Überlastung (Wenn ich es nicht selbst mache, wird das eh nichts…)
- Schüchternheit (Wie werden die anderen reagieren, wenn ich etwas sage?)
- Einsamkeit (Wenn ich mich voll und ganz öffne, bin ich zu verletzlich…)
- ...
Deswegen mache ich mit solchen Klienten schon recht früh im Coaching-Prozess gerne folgende Übung:
Der Klient stellt sich vor mich, mit dem Rücken zu mir, Füße zusammen, Beine durchgedrückt, Körper steif und Augen zu. Und dann bitte ich ihn, sich nach hinten kippen zu lassen. Ich stehe nur wenige Zentimeter dahinter und schiebe ihn mit meinem Armen wieder in die Waagerechte. Dann lässt er sich erneut nach hinten kippen, und ich warte einige Zentimeter mehr, bis ich ihn abfange. Und beim nächsten Mal wieder einige Zentimeter mehr.
Je nachdem, wie gut der Klient das „verkraftet“, gehe ich soweit, ihn beim letzten Mal erst knapp vor dem Boden aufzufangen.
Den Menschen schlägt dann das Herz häufig bis zum Hals – aber es hat auch etwas sehr Befreiendes. Man hat endlich einmal ganz die Kontrolle aufgegeben. Und es ist nichts passiert. Man ist gehalten worden.
Die unmittelbare körperliche Erfahrung wirkt dann i.d.R. schnell auch auf das psychische Erleben in den Problem-Situationen zurück. Wenn der Rubikon erst einmal überschritten ist…
Vertrauen liegt nicht in der Liebe zu einer anderen Person. Vertrauen liegt in der Liebe zur eigenen Person. (Annette Amstutz)
20.02.2009: Es ist nie zu spät...
...eine glückliche Kindheit zu haben!
Dieses schöne Zitat, für das ich mindestens 5 Urheber im Netz finden konnte, klingt auf den ersten Blick etwas widersinnig, nicht wahr?
Die Vergangenheit ist, wie sie ist. War, wie sie eben war.
Oder vielleicht doch nicht?
Wo ist die Vergangenheit?
Eine Frage, die sich hierzu stellt, ist: Wo (und wann) existiert unsere persönliche Vergangenheit überhaupt?
Die Antwort lautet: Sie kann immer nur im jetzigen Augenblick entstehen, im gegenwärtigen Erinnern an die Vergangenheit. Sicherlich lassen sich auch ganz objektive Tatsachen und Daten nachprüfen. Jedoch ist das, weshalb Menschen zu mir ins Coaching kommen und von einer unglücklichen Kindheit sprechen, selten etwas Objektivierbares. Vielmehr sind es einzelne Bruchstücke von Erinnerungen, vielfach auch zusammengesetzte Erinnerungen (Gestalt-Erinnerungen), die eine Masse von unterschiedlichen Episoden gleichzeitig repräsentieren. Und diese werden dann in der Rückschau als „unglücklich“ bewertet.
Be-Wertungen und Be-Deutungen
Nun soll der persönliche Leidensdruck hinter diesen Erlebnissen keinesfalls abgewertet werden. Allerdings spielt der Aspekt der Bewertung hier eine entscheidende Rolle. Ein Mensch leidet nach meiner Erfahrung nur höchst selten an objektiven Tatsachen. Vielmehr leidet er an Be-Deutungen von Tatsachen:
- Wie erklärt sich der Mensch das Warum der Tatsachen? Welche Implikationen ergeben sich daraus (oder gerade nicht)?
- Welche Glaubenssätze über sich und die Welt entwickeln sich als Resultat?
Regelmäßige Updates für die Mental-Software?
Die gute Nachricht für Menschen mit einer schweren Kindheit und generell veränderungswillige Menschen ist nun: Die Be-Deutung von Tatsachen ist nicht in Stein gemeißelt. Sie ist vielmehr zu einem Großteil durch uns beeinflussbar. Auch ohne Coaching können wir diesen Effekt sehr gut im Alltag beobachten.
Ein Beispiel:
Die meisten Menschen werden im Laufe des Lebens mindestens einmal die Trennung von einer „großen Liebe“ erlebt haben, häufig schon in der Jugendzeit. Es herrscht Weltuntergangsstimmung. Das Leben hat jeden Sinn verloren. Nichts wird jemals wieder so sein, wie es war.
Wenn man dann einige Jahre später durch Zufall ein Bild aus dieser Zeit findet, gerät man häufig ins Schmunzeln. Nicht nur sind die Emotionen schon lange verflogen. Nein, man fragt sich auch stirnrunzelnd:
„Was hat mich damals bloß geritten? Den Typen würde ich heute mit der Kneifzange nicht mehr anfassen. Gott sei Dank ist das damals rechtzeitig zu Ende gegangen. Wenn ich heute noch mit dem zusammen wäre….Ohgottohgottohgott…“
Was ist da passiert?
Die Tatsache der Trennung ist jedenfalls die Gleiche geblieben. Sie hat definitiv auf eine bestimmte Art und Weise stattgefunden. Die Be-Deutung dieser Tatsache hat sich hingegen ganz offenbar radikal verändert.
Weil man als Mensch dazu gelernt hat. Weil man gereift ist. Weil man mehr von der Welt gesehen hat.
Die Zeit heilt alle Wunden?
Die Frage ist nun: Warum passiert das dann nicht automatisch bei allen Erlebnissen? Warum bleiben einige Erlebnisse „schlimm“, während andere sich ohne viel Zutun in Wohlgefallen auflösen?
Nun ist allgemein bekannt, dass gerade Ereignisse in der Kindheit eine „prägende“ Wirkung haben können. Sie formen in einem besonderen Maße das „Modell der Welt“, in dem man lebt. Das allein erklärt allerdings nicht, warum diese Erfahrungen nicht automatisch „upgedatet“ werden – wie viele andere auch.
Meine Beobachtung ist hier: Der Mensch ist nicht wirklich eins mit sich selbst. Das, was Menschen als „Ich“ erleben, ist im Endeffekt ein Sammelsurium aus verschiedenen Persönlichkeitsanteilen – und die haben nicht zwingend alle das gleiche Alter. Es scheint mir so, als bestehe die Möglichkeit, dass einzelne Teile in einer Art „Erlebnisblase“ stecken bleiben. Sie wachsen – nach als stark verstörend erlebten Episoden – einfach nicht mehr mit und sind von der Weiterentwicklung der restlichen Person abgeschnitten. Alles, was der Mensch im Anschluss gelernt hat, alles Wissen, alle Erfahrung und alle Ressourcen, all dies ist diesen traumatisierten Teilen in uns nicht zugänglich.
Das innere Kind wird erwachsen
Und hier kommt nun wieder Coaching, insbesondere NLP, ins Spiel. Mit Hilfe von erweiterten NLP-Methoden ist es möglich, diese kindlichen Teile „aufwachsen“ zu lassen. Sie werden aus ihrer Blase befreit und wieder mit den anderen Persönlichkeitsanteilen in Kontakt gebracht. Auf diese Weise können sie an all den Erfahrungen und Ressourcen teilhaben, die der Mensch in der Zwischenzeit gewonnen hat. Und somit wird Schritt für Schritt eine Neu-Be-Deutung möglich, die unter normalen Bedingungen, ohne Abkapselung, sowieso stattgefunden hätte.
Liebe ist die Sehnsucht nach der Ganzheit, und das Streben nach der Ganzheit wird Liebe genannt. (Platon)
17.02.2009: Hat ein Coach überhaupt noch Probleme?
Das ist eine ziemlich lustige Frage, die häufig von Teilnehmern am Anfang einer Coaching- oder NLP-Ausbildungen gestellt wird. Die Antwort lautet natürlich: Ja, hat er. Und ich denke, das ist auch völlig normal. Man geht ja auch nicht davon aus, dass der Hausarzt immun gegen Grippe ist, oder?
Das Körnchen Wahrheit an der Annahme hinter dieser Frage ist die Tatsache, dass in Coaching- und NLP-Ausbildungen natürlich praktisch geübt wird. Und zwar i.d.R. mit den "echten" Problemen der Lernenden. Das hat zum einen den Grund, dass bei gespielten Anliegen meistens keine echte "Betriebstemperatur" aufkommt, d.h., das Coaching wird dann zum Schaulaufen. Und anderseits gehen alle mir bekannten Coaching- und Therapie-Schulen davon aus, dass es für einen Coach gut ist, die eigenen Themen weitestgehend bearbeitet zu haben. Dies in der Annahme, dass dem Coach auf die Art nicht so leicht der klassische Fehler unterläuft, die eigenen Themen mit denen des Klienten zu vermischen oder zu verwechseln.
Insofern kann ich für mich - nach einem Studium der Psychologie und vielen 100 Stunden Coaching-Ausbildung sagen: Ja, es gibt ein paar Themen, die ich tatsächlich nicht mehr habe. Die sind durch - und kommen wohl auch nicht mehr wieder. Andere tauchen auf einer höheren oder tieferen Ebene wieder auf und stellen sich erneut. Es hört nie (gänzlich) auf.
Als ein Seminar-Teilnehmer einen meiner Ausbilder (zählt 57 Lenze und hat mehr als 25 Jahre Coaching- und Therapie-Erfahrung auf dem Buckel) zu Beginn eines NLP-Kurses fragte, ob dieser denn überhaupt noch Probleme habe, antwortete er:
„Mein Freund, ich habe genauso viele Probleme wie Du.
Aber ich habe die Besseren…“
Coaching Blog: LIVIN`ROOM - Straight from the Couch...
Coaching in Wiesbaden, Frankfurt, Mainz und Rhein-Main.
14.02.2009: Wer den Pfennig nicht ehrt...
Ich habe in den letzten Wochen einige Bücher über Reichtum bzw. den Umgang mit Geld gelesen, z.B. "Rich Dad - Poor Dad" von Robert Kiyosaki oder "Nimm das Geld und freu dich dran" von Petra Bock.
In diesen und ähnlichen Büchern wird immer auch postuliert, dass Reichtum bzw. reich werden in erster Linie von der inneren Einstellung abhänge. Ich habe diesen mentalen Aspekt der Thematik bisher immer ein wenig belächelt - bis ich vor einigen Tagen eine ganz "praxisnahe" Lektion zu diesem Thema bekommen habe.
Ich stand gegen Mitternacht nach einem späten Coaching in Frankfurt an einem Fahrkartenautomaten im fast menschenleeren Frankfurter Hauptbahnhof.
Während ich meinen Fahrschein für die Heimfahrt nach Wiesbaden zog, kam ein Bettler auf mich zu, ein Mann etwa in meinem Alter. Er fragte mich um Geld und ich fing an, in meiner Geldbörse zu wühlen. Ich gabe ihm Stück für Stück mein restliches Kleingeld, 10- und 20-Cent-Münzen, die sich dann zu ca. 1 € summierten. Anschließend fand ich noch vier 5-Cent-Stücke und gab ihm diese in die Hand. Daraufhin schaute er mich plötzlich böse an - schmiss mir die 5-Cent-Stücke vor die Füße...und ging wortlos.
10.02.2009: Die totale Blockade
Obwohl ich nun schon einige Jahre Menschen coache, bin ich doch immer wieder überrascht, wie perfide manchmal die (häufig unbewussten) Glaubensätze von Menschen wirken können.
Vor einigen Tagen trat bei einem Klienten das folgende Muster auf:
Glaubenssatz Nr. 1:
„Ich muss perfekt sein.“
Und als ob das nicht schon unmöglich genug wäre, kam als Nr. 2 hinzu:
„Ich darf nicht erfolgreich sein.“
Heiliger Strohsack!! Beide einzeln könnten einem das Leben schon partiell vermiesen, aber in der Kombination hat das schon etwas Diabolisches.
Ich habe dann irgendwann gefragt, wie der Klient es denn schaffe, regelmäßig so „perfekt erfolglos“ zu sein. Als Reaktion gab es: Zunächst Verwirrung. Dann einen kleinen Lachanfall. Schließlich ein paar Tränen.
Und dann ging das eigentliche Coaching los…
06.02.2009: Warum eigentlich Coaching?
Oder vielleicht sollte die Frage besser lauten:
Warum überhaupt kein Coaching?
Als Coach und damit auch regelmäßig Gecoachter finde ich natürlich, das Coaching die tollste Sache auf der Welt ist. Naja, sagen wir, es ist unter den
Top 3…
Also frage ich mich natürlich: Warum zum Geier lassen sich nicht mehr Menschen coachen? Haben die Leute da draußen etwa keine Probleme mehr? Und wenn wir uns alle mal ehrlich im Spiegel oder Freundes- und Kollegen-Kreis umschauen, wird schnell deutlich: Das kann es ja wohl nicht sein…
Liegt es am Geld, dass man sich nicht coachen lässt?
Gut möglich, denn Coaching ist in der Regel nicht billig. Wenn ich allerdings sehe, wie meine Freundin ca. alle 8 Wochen einen dreistelligen Euro-Betrag zu ihrem Star-Coiffeur schleppt, oder was ich für Tickets für die nächste Metallica-Tour hinblättern soll, denke ich mich mir:
Dagegen bin ich ja ein richtiges Schnäppchen. Vor allem in der Kosten-Nutzen-Relation. Denn schließlich geht es beim Coaching ja um die berufliche Karriere, um persönliche Entwicklung, um das allgemeine Wohlbefinden an sich. Mir persönlich fallen wenige Dinge ein, für die es sich mehr lohnte, sein Geld auszugeben. Und dann ist es ja meistens noch von der Steuer absetzbar…
Was sagen die Kollegen?
Ich habe vor einigen Wochen mal eine Mini-Umfrage unter Coaching-Kollegen gemacht. Ich wollte wissen, was denn aus deren Sicht die Hauptgründe sind,
warum Menschen sich nicht coachen lassen.
Neben dem finanziellen Aspekt wurden häufig folgende Gründe genannt:
- Bequemlichkeit/fehlender Mut zur Veränderung: "Also eigentlich ging es doch bisher auch ganz gut…"
- Angst, Defizite einzugestehen/Angst, sich zu öffnen: "Wenn ich mich coachen lasse…heißt das, ich habe `ne Macke…?
Zum ersten Punkt kann ich sagen: Natürlich kommen die meisten Leute eigentlich gut durchs Leben. Aber nach meiner Erfahrung bleiben eben immer noch eine Menge "Eigentlichs" über. Viele Menschen haben "ein Thema" mit ihrem Selbstwert-Gefühl. Viele Menschen sind unzufrieden mit ihrem Job. Viele Menschen haben Probleme in ihren persönlichen Beziehungen. Es bleiben eine Menge "Eigentlichs". Eines meiner liebsten Sprichwörter aus China fasst das Thema ganz gut zusammen:
Bevor du dich daran machst, die Welt zu verändern, gehe dreimal durch dein eigenes Haus.
Zum zweiten Punkt kann ich sagen: Niemand ist perfekt. Aber gerade in der Berufswelt wollen oder müssen heutzutage immer alle perfekt sein. Unabhängig von der Frage, ob das sinnvoll ist: Coaching bietet einen geschützten Raum, um über solche Dinge zu sprechen: Defizite, Verbesserungspotenziale, offene Fragen, noch nicht erreichte Ziele.
Und dabei ist es keine Therapie. Niemand bekommt von seinem Coach eine Diagnose, gilt nach der Sitzung als psychisch gestört. Es gibt keine Stigmatisierung. Coach und Coachee begegnen sich auf Augenhöhe. Der Coachee ist vor dem Coaching gesund, und er ist nach dem Coaching gesund. Er hat jedoch hoffentlich nachher einige vernünftige und stimmige Lösungsansätze für seine Anliegen gefunden.
Sprich: Coaching ist "normal". Wer sich coachen lässt, ist "normal". Wer sich coachen lässt, ist höchstens ein wenig schlauer, als der Rest.
Ich habe dann kürzlich auch noch mit (bisher ungecoachten) Freunden über das Thema diskutiert. Und meine Freundin sagte so etwas wie: "Ich glaube, dass viele Leute gar kein Problem mit Coaching haben. Man kommt nur einfach nicht drauf…"
Man kommt nur einfach nicht drauf
Vielleicht ist das die eigentliche Herausforderung: Dass viele Leute noch zu wenig über Coaching wissen, dass es einfach keine reale Option ist, auch wenn es durchaus hier und da sehr vernünftig wäre.
Ich wünsche mir jedenfalls, dass in Zukunft immer mehr Leute "drauf kommen", dass Coaching eine vernünftige und gewinnbringende Option ist, und nicht nur eine teuer erkaufte Ruhepause für DAX-30-Vorstände. Ich wünsche mir, das Coaching die normalste Sache der Welt wird. So wie es normal ist, dass man zum Arzt geht, wenn man die Grippe hat. Dass man zum Rechtsanwalt geht, wenn man vom Arbeitgeber ungerecht behandelt wurde. Vielleicht sogar so, wie es normal ist, dass man ab und zu mal "lecker essen geht".
Weil man es sich gönnt. Weil es eine Investition in das eigene Wohlergehen ist. Weil es befreit und voran bringt.
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Coaching in Wiesbaden, Frankfurt, Mainz und Rhein-Main.
30.11.1999: Von Fröschen und Traktoren...
Warum kommen Menschen eigentlich ins Coaching?
Obwohl es aus meiner Sicht - und damit meine ich nur sehr nachrangig den finanziellen Aspekt - wünschenswert wäre, dass Menschen sich regelmäßig coachen lassen (so wie man ja auch regelmäßig für einen Check-Up zum Zahnarzt geht), ist das doch ein eher seltener Fall. Ich habe vor einigen Tagen von einem Freund, der bei McKinsey arbeitet, gehört, dass die Firma allen Beratern ein Coaching pro Jahr spendiert - auch ohne konkreten Anlass. Das ist für mich ein Schritt in die richtige Richtung. Denn meistens sieht es doch eher so aus, wie in der folgenden Geschichte:
Ein Frosch hüpft eine ziemlich tiefe Furche entlang, die ein Traktor gezogen hat. Ein anderer Frosch kommt oben am Rand der Furche vorbei, sieht ihn, und ruft herunter:
He, was machst Du denn da unten? Komm doch rauf, hier oben ist es viel besser. Hier gibt es viel mehr zu fressen.
Der erste Frosch schaut hinauf und antwortet:
Ich komme hier nicht raus.
Ich helfe Dir, verspricht der zweite Frosch.
Nein, lass mich in Ruhe. Mir geht es gut. Ich habe genug zu fressen.
Na gut, meint der andere, aber hier oben ist doch auch viel mehr Platz und man kann sich besser bewegen.
Ich habe aber auch hier genug Platz.
Ja, aber willst du nicht auch mal andere Frösche treffen?
Ach, die kommen doch immer hier vorbei und dann rufe ich hinauf.
Der zweite Frosch seufzt einmal tief und hüpft von dannen.
Am übernächsten Tag sieht er zu seiner Überraschung am nahegelegenen Teich den ersten Frosch auf sich zuhüpfen.
Ich dachte, du wolltest in der Furche bleiben?! Was ist passiert?
Der erste seufzst, schaut etwas betreten und antwortet:
Der Traktor ist zurückgekommen...



