Rosige Zeiten: Der Coaching-Blog
10.03.2010: Soziale Chamäleons
Als studierter Psychologe wird man gerne von Kollegen belächelt, wenn man sich in die "Niederungen" eines NLP-Kurses oder ähnlicher Ausbildungen begibt.
Wie bei vielen anderen NLP-Elementen hat die akademisch-empirische Psychologie mittlerweile aufgeholt und einige empirische Nachweise erbracht - für Techniken, die bereits seit 50 Jahren in der Praxis erfolgreich eingesetzt werden.
In der aktuellen Ausgabe der Gehirn & Geist findet sich ein Überblicksartikel zum Thema Pacing von Körpersprache, mitverfasst von Prof. Dr. Arnd Florack, der an der WWU Münster meine Diplom-Arbeit betreut hat.
Einen Teaser gibt es hier:
08.03.2010: Eignung - Neigung - Sinn
Am Wochenende habe ich auf der Jobmesse MILK 2010 in München einen Vortrag gehalten zum Thema Beruf kommt von Berufung: Wie man seinen ganz eigenen Weg findet.
Dort habe ich u.a. die folgende Definition von Berufung gegeben:
Berufung = Eignung + Neigung + Sinn
Heute ist mir - passend dazu - eine Diskussion in einem XING-Forum begegnet, in der diskutiert wurde, warum nur so wenige Menschen Spaß am Verkaufen haben, bzw. gute Verkäufer sind. Und da fühlte ich mich bemüßigt, doch ein wenig mitzumischen, denn meiner Meinung nach hat das sehr viel mit o.g. Definition zu tun:
Diese Kombination aus Eignung, Neigung, und Sinn(-erleben) ist in punkto Verkaufen einfach nicht bei allen (eher den wenigsten) Menschen gegeben:
Manche Menschen können einfach nicht gut verkaufen, z.B. weil sie der liebe Gott mit einem hohen Maß an Introvertiertheit gesegnet hat.
Manche Menschen wollen nicht verkaufen, obwohl sie es vielleicht sogar gut könnten, z.B. weil einige Verkaufspraktiken ihren Wertvorstellungen zuwider laufen.
Und manche Menschen können und wollen verkaufen, sehen aber aus verschiedensten Gründen keinen Sinn darin.
Ausgehend von den empirischen Verteilungswerten diverser Persönlichkeitsmodelle schätze ich, dass max. 15 bis 20% aller Menschen wirklich gute (und damit wohl auch: Spaß habende) Verkäufer sein könn(t)en.
Dann gibt es eine breite Grauzone, die es solala können und auch solala Spaß haben.
Und 20-30% sollten unbedingt die Finger von dem Thema lassen. Sie machen sich damit auf Dauer unglücklich.
Ich weiß, dass ich mich jetzt bei einigen Kollegen unbeliebt mache, aber: Eine gute Vertriebsmannschaft aufzubauen, ist zu min. 80% eine Sache der Personalauswahl, nicht der Personalentwicklung. Oder, um es mit meinem Lieblingszitat aus dem Film White Men can´t jump! zu sagen:
Nur, weil Du eine Katze in den Ofen steckst, wird noch lange kein Keks draus...
05.03.2010: Völlig losgelöst...
war ich gestern für ca. 45 Minuten.
Nicht von der Erde, aber immerhin (weitestgehend) von meinem Körpergewicht. Meine Freundin hatte mir zum Geburtstag einen Besuch in einem Floating-Bad geschenkt - und gestern war es endlich soweit.
Wir waren in einem Schwebebad in Oberursel und dürften uns eine Dreiviertelstunde in einem sehr schön gestalteten, kleinen Pool mit einer knapp 30-prozentigen Salzlösung treiben lassen.
Es ist schon ein sehr angenehmes Gefühl, sich nicht mehr selbst tragen zu müssen, sondern einfach gehalten zu werden. Mein Zeitgefühl hat sich weitgehend verabschiedet und zwischendurch bin ich auch immer wieder in kurze Trance-Momente abgedriftet.
Ich kann mir gut vorstellen, dass in so einem Bad Assoziationen an die uns allen gemeinsame Erfahrung im Mutterleib geweckt werden. Das dürfte einer der Gründe sein, warum sich das Ganze für die meisten Menschen so toll anfühlt: Rundum sicher und geborgen.
Ich möchte diese Erfahrung auf jeden Fall bald wiederholen - dann aber in einer noch stärkeren Variante. Diesmal handelte es sich um eine Art Pool, der nach oben offen war. Außerdem gab es Unterwasser-Musik und changierende Beleuchtung.
In einem sog. Samadhi-Tank wird zusätzlich jede weitere Art von sensorischem Input ausgeschlossen. Man liegt in einem hermetisch abgeschlossenen Tank, so dass weder auditive, noch visuelle Informationen vorhanden ist. Dadurch sollen sich die Trance-Zustände noch wesentlich verstärken. Ich lasse mich überraschen...







